Finanzen

Monte Paschi: Klein-Aktionäre sollen Gläubiger werden

Lesezeit: 1 min
07.10.2017 23:07
Getäuschte Kleinanleger der Krisenbank Monte Paschi sollen ihre Aktien in Anleihen umwandeln.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Kleinaktionäre der verstaatlichten italienischen Bank Monte dei Paschi sollen ihre Anteilsscheine in vorrangige Schulden tauschen können. Ein entsprechendes Umtauschangebot kündigte die Bank im Namen des italienischen Staates in der Nacht zum Freitag an. Es könnte noch in diesem Monat gestartet werden. Im Zuge der Transaktion dürfte der Staat seine Beteiligung an Monte Paschi auf 67,76 Prozent von derzeit 52,18 Prozent aufstocken.

Der italienische Staat hatte die traditionsreiche toskanische Bank mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps bewahrt. Nachrangige Anleihen wurden in Eigenkapital umgewandelt, die Inhaber werden damit unfreiwillig zu Aktionären. Der Staat hatte damals jedoch zugesagt, 1,5 Milliarden Euro zur Entschädigung von Kleinanlegern bereitzustellen, denen die Anleihen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als sicheres Investment verkauft worden waren. Sie sollen im Rahmen des nun vorgestellten Umtauschangebots vorrangige Anleihen im Gesamtvolumen von 1,536 Milliarden Euro erhalten, die im Mai 2018 fällig werden.

Der Börsenhandel mit den Aktien von Monte Paschi, der seit Dezember ausgesetzt ist, soll in der zweiten Oktoberhälfte wieder aufgenommen werden, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. Der Staat will langfristig an seiner Beteiligung festhalten, in der Hoffnung letztendlich mit Gewinn aussteigen zu können. Der italienische Versicherer Generali ist mit einem Anteil von 4,3 Prozent der zweitgrößte Monte-Paschi-Aktionär. Monte dei Paschi di Siena gilt als älteste noch aktive Geschäftsbank der Welt.


Mehr zum Thema:  

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Verbot des Compact-Magazins - Schutz der Demokratie oder Angriff auf die Freiheit?
19.07.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Zukunft der Marine: Pistorius denkt über zusätzliche U-Boote nach
19.07.2024

Die U-Boote spielen eine zentrale Rolle in der Marine. Deutschland hat bereits zusätzliche Boote in Auftrag gegeben. Wird trotz der...

DWN
Immobilien
Immobilien BGH-Urteil: Siegreiche Eigentümer müssen nun auch Prozesskosten tragen!
19.07.2024

Streitigkeiten sind in Wohnungseigentümergemeinschaften keine Seltenheit und landen oft vor Gericht. Müssen die siegreichen Parteien dann...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IT-Ausfälle weltweit: Flughäfen, Banken und Kliniken teilweise im Chaos - Ursache gefunden
19.07.2024

Flugzeuge am Boden, Fernsehsender zeigen nur Standbilder, Operationen abgesagt: Es kommt selten vor, dass ein Computerproblem globale...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Düstere Prognose für Deutschland: IWF senkt Wachstumserwartung!
19.07.2024

Die Konjunktur in Deutschland bleibt anscheinend auch 2024 Schlusslicht. Der IWF sieht nur ein Wachstum von 0,2 Prozent und langfristig...

DWN
Politik
Politik Biden-Rückzug naht? – Trump glänzt nach Attentat
19.07.2024

Biden allein in der Isolation, Trump umgeben von seiner Familie im Regen von Konfetti: Die Bilder der beiden Kontrahenten im US-Wahlkampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft E-Autos: Scholz setzt auf serbisches Lithium
19.07.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz schließt am Freitag in Belgrad mit Serbien ein Abkommen über den umweltfreundlichen Abbau von Lithium im...

DWN
Politik
Politik Aids-Konferenz: Sorge um Finanzierung und politische Lage
19.07.2024

In München treffen sich tausende Experten zur weltgrößten Konferenz zu HIV und Aids. Sorgen macht ihnen die politische Weltlage. Sind...