Unternehmen

Mittelstand fehlen Notfallpläne für Cyber-Angriffe

Lesezeit: 2 min
27.11.2017 16:59
Rund die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen hat keinen Notfallplan für Hackerangriffe.
Mittelstand fehlen Notfallpläne für Cyber-Angriffe

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Weniger als die Hälfte der deutschen mittelständischen Unternehmen sorgt mit einem IT-Notfallplan für einen möglichen erfolgreichen Cyberangriff vor, das zeigt das G DATA Business IT-Security Barometer 2017. Dagegen haben sich IT-Sicherheitskonzepte bei den Mittelständlern etabliert, rund 92 Prozent setzt auf eine grundlegende Planung der IT-Sicherheit.

Wie die Studie außerdem zeigt, sieht sich jedes sechste mittelständische Unternehmen in Deutschland als interessantes Ziel für Cyberkriminelle. Gerade Mittelständler stehen durch ihre vielen Patente, Kundendaten oder zukunftsweisenden Neuentwicklungen im Fokus der Täter. Fast 63 Prozent der befragten Firmen in der Studie befürchten, im Fokus der Kriminellen zu stehen. Im Auftrag des deutschen IT-Security-Herstellers wurden für das Barometer 200 deutsche mittelständische Unternehmen befragt.

„Cyberkriminalität ist für Unternehmen in Deutschland zu einem echten Problem geworden – täglich haben es die IT-Verantwortlichen mit Schadprogrammen, wie WannaCry, Locky und anderen Online-Angriffen, zu tun. Die G DATA Sicherheitsexperten zählten alleine für das erste Halbjahr 2017 fast 4,9 Millionen neue Computerschädlinge – und das mit steigender Tendenz. Am Jahresende könnte mit insgesamt fast zehn Millionen neuer Schadprogramme ein neuer Negativ-Höchststand erreicht sein. Dabei sind die Auswirkungen durch die Malware-Flut für Unternehmen oft fatal. Laut Bitkom entsteht deutschen Unternehmen durch Malware und Online-Attacken sowie damit verbundenen Datendiebstahl, Erpressung und Sabotage jedes Jahr ein Schaden von 55 Milliarden Euro“, schreiben die Autoren der Studie.

Ein IT-Sicherheitskonzept ist grundlegend für einen umfassenden Schutz der IT-Infrastruktur und den Schutz von Daten in Unternehmen. Die Notwendigkeit eines Notfallplans für den Ernstfall sehen dagegen insgesamt nur 47 Prozent der mittelständischen Unternehmen. Mittelständler, die für den Fall eines Vorfalls nicht vorgesorgt haben, riskieren wertvolle Zeit zu verlieren und einen noch größeren Schaden durch den Cyberangriff. Vier von zehn Mittelständlern gehen allerdings auf Nummer sicher und verfügen über einen Notfallplan und ein IT-Sicherheitskonzept.

Die Daten des G DATA Barometers werden durch eine Studie der Bitkom bestätigt. Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben hier an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate Opfer eines digitalen Zwischenfalls wurden, berichtet Maschinen Markt. Mehr als jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) ist der Meinung, dass sich IT-Angriffe vollständig verhindern lassen.

Leider ist es so, dass viele Unternehmen erst aus Schaden klug werden. Die große Mehrheit der Unternehmen, die von einem IT-Angriff betroffen waren oder es vermuten, verschärft die eigenen Sicherheitsvorkehrungen. 45 Prozent haben in Sicherheitstechnologie investiert, 36 Prozent regelmäßige Bedarfsanalysen für IT-Sicherheit eingeführt und 33 Prozent setzen auf zusätzliche Sicherheitsanforderungen. 3 von 10 Unternehmen (31 Prozent) haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, jedes fünfte (22 Prozent) den IT-Sicherheitsanbieter gewechselt und in 13 Prozent der Unternehmen wurden Mitarbeiter entlassen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Finanzen
Finanzen Ist Bitcoin digitales Gold?

Das Weltwährungssystem gerät zunehmend in Bedrängnis – selbst Gold ist in Verruf geraten. Bitcoin springt in die Bresche und zeigt –...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise und Lieferengpässe: Wer sind die Profiteure?

Mittelstand und Verbraucher zahlen die Zeche für Energie- und Lieferkrise. Doch es gibt auch Profiteure.

DWN
Politik
Politik DWN-INTERVIEW: Polnischer Vize-Außenminister: "Lukaschenko will uns alle in Europa gegeneinander ausspielen"

Polen sieht sich einem Flüchtlingsstrom gegenüber, gleichzeitig verschlechtert sich das Verhältnis zur EU massiv - mittlerweile...

DWN
Technologie
Technologie Ein merkwürdiges Gespann: Was bahnt sich zwischen VW und Tesla an?

VW in Person von Vorstands-Chef Herbert Diess und Tesla in Person von CEO Elon Musk loben sich gegenseitig überschwenglich - um sich fast...

DWN
Politik
Politik CORONA-TICKER: Wissenschaftliche Gesellschaft empfiehlt Impfung für Kinder und Jugendliche "allgemein und uneingeschränkt"

Im Folgenden lesen Sie den Corona-Ticker für Sonnabend, den 16. Oktober, den wir selbstverständlich laufend für Sie aktualisieren.

DWN
Finanzen
Finanzen So schützen sich Hauskäufer vor dem Platzen der Immobilienblase

Die Wohnimmobilienpreise steigen derzeit so kräftig wie nie. Doch damit könnte bald Schluss sein. Experten mahnen zur Vorsicht beim...

DWN
Politik
Politik Ampel bereit für Koalitionsverhandlungen: Das haben sie vereinbart

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP empfehlen ihren Parteigremien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. In allen wichtigen Punkten...