Finanzen

EU und Japan schließen Freihandels-Abkommen

Lesezeit: 1 min
08.12.2017 14:10
Die EU hat mit Japan ein Freihandelsabkommen geschlossen.
EU und Japan schließen Freihandels-Abkommen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Handel  
EU  
Asien  
Welthandel  

Während die Freihandelspläne mit den USA auf Eis liegen, hat die EU ein Abkommen mit der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft Japan abgeschlossen. Der Deal sei für die Union und das Fernostland eine der größten und umfassendsten Vereinbarungen ihrer Art, teilten die EU-Kommission und Japan am Freitag laut Reuters mit. Die Einigung sende in zunehmend protektionistischen Zeiten ein starkes Zeichen.

US-Präsident Donald Trump stoppte er das jahrelang verhandelte Freihandelsabkommen mit der EU (TTIP). Trump setzt stattdessen mit seiner "America-First"-Politik auf bilaterale Handelsverträge, die amerikanische Interessen stärker gewichten. Trump ist auch aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP mit Japan und zehn weiteren Staaten ausgestiegen.

Das Handelsvolumen zwischen der Europäischen Union und Japan belief sich 2016 auf etwa 125 Milliarden Euro. Dem Ifo-Institut zufolge könnte es durch den Abbau von Handelsbarrieren deutlich gesteigert werden. Allein das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte demnach jährlich um bis zu 20 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent höher ausfallen. Auch der japanischen Wirtschaft, die gemessen an den Wachstumsraten anderen großen Industrieländern hinterherhinkt, winkt dadurch konjunktureller Auftrieb. Laut Ifo könnte das BIP hier um bis zu 1,6 Prozent höher ausfallen.

Japans Wirtschaft hat im Sommer mit einer Wachstumsrate von 0,6 Prozent zum Vorquartal doppelt so stark zugelegt wie zunächst gedacht. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) traut dem Land für 2018 ein Plus von 1,2 Prozent zu. Doch damit dürfte es weiter hinter anderen Industriestaaten wie den USA und Deutschland zurückbleiben, bei denen wohl Zuwachsraten von weit über zwei Prozent herausspringen werden.

Die japanische Notenbank versucht seit Jahren mit umfangreichen Wertpapierkäufen die Inflation und Konjunktur anzuschieben. Eine Spirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen hatte die Wirtschaft lange Zeit gelähmt. Verbraucher schoben Käufe in der Hoffnung auf immer niedrigere Preise auf. Auch wenn die Preise zuletzt wieder leicht anzogen, ist die Teuerungsrate noch deutlich von der Zwei-Prozent-Zielmarke entfernt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Geldsystem kommt: Der Euro kann den Dollar als Leitwährung nicht ablösen

Einige Ökonomen hatten zuvor für ein multipolares Geldsystem ohne den Dollar als Weltleitwährung plädiert. Doch weder der Euro noch der...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN SPEZIAL: Gesundheitsministerium kauft für 400 Millionen Euro Antikörper-Medikamente gegen Corona – und ignoriert den deutlich günstigeren Wirkstoff „Ivermectin“

Die Bundesregierung hat für viel Geld 200.000 Dosen eines Antikörper-basierten Corona-Medikaments bestellt - obwohl es eine Alternative...

DWN
Politik
Politik Biden-Leute planen neuen Coup: Washington D.C. soll der 51. Bundesstaat der USA werden

Eine Gruppe von US-Senatoren hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, wonach Washington D.C. als 51. Bundesstaat anerkannt werden soll. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Verschuldung, Staats-Interventionismus und mehr Macht für Brüssel: Das sind die Folgen des Lockdowns in Deutschland und Europa

Eine äußerst sorgfältige und detaillierte Analyse zeigt auf, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Lockdowns für Deutschland und...

DWN
Finanzen
Finanzen Massiver Druck für Angehörige: Pflege im Heim immer teurer

Die Kosten für Pflegeheimbewohner und ihre Angehörigen steigen und steigen und steigen. So geht das jetzt schon seit Jahren. Über eine...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Notenbank belässt Leitzins wie erwartet nahe Null

Angesichts der Corona-Krise hält die US-Notenbank Federal Reserve an ihrer historisch lockeren Geldpolitik fest.

DWN
Politik
Politik Papst Franziskus ist ein überzeugter Unterstützer des „Great Reset“

Das World Economic Forum lobt Papst Franziskus für seine Unterstützung des „Great Reset“ gegen den sogenannten „Neoliberalismus“....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Preise für Industrie-Metalle steigen stark

Die Preise vieler Industriemetalle sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Die Steigerungen auf der Erzeugerebene dürften die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schließt weitere Reisebeschränkungen nicht aus

Stellt Deutschland bald wieder Polizisten an die Grenze, so wie im Frühjahr 2020? Belgien hat schon die Notbremse gezogen.

DWN
Politik
Politik Belgien verbietet seinen Bürgern nicht notwendige Reisen ins Ausland

Urlaubs- sowie Freizeitreisen aus und nach Belgien sind ab sofort verboten. Die Entscheidung der Regierungen von Land und Regionen trat am...

DWN
Technologie
Technologie Firmen von Elon Musk und Jeff Bezos streiten um Satelliten-Umlaufbahnen

Die Raumfahrtunternehmen der beiden reichsten Männer der Welt bemühen sich unabhängig voneinander um die Erlaubnis, im großen Stil...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung könnte Fleischsteuer missbrauchen, um Haushaltslöcher zu stopfen

Die Bundesregierung will unbedingt eine bundesweite Fleischsteuer unter dem Vorwand des Tierwohls einführen. Doch in Wirklichkeit würden...

DWN
Deutschland
Deutschland Lockdown lässt deutsche Wirtschaft Anfang 2021 massiv schrumpfen

Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie bremst die deutsche Wirtschaft nach Ansicht des DIW-Instituts derzeit kräftig. Das...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung muss Prognose für Wirtschaftswachstum absenken

Bundesregierung hat ihre früheren Prognosen zur wirtschaftlichen Erholung deutlich nach unten korrigiert. Hintergrund ist der erneute...