Politik

Wikileaks: Bradley Manning gesteht, um der Todesstrafe zu entkommen

Lesezeit: 1 min
01.03.2013 09:22
Wegen Unterstützung des Feindes droht dem Soldaten Manning die Todesstrafe. Um sein Leben zu retten, gestand Manning. Zudem bekannte er sich in einigen Anklagepunkten schuldig.
Wikileaks: Bradley Manning gesteht, um der Todesstrafe zu entkommen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der US-Soldat Bradley Manning, der tausende Seiten geheimer Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übermittelt hat, bekannte sich am Donnerstag in zehn minder schweren Anklagepunkten schuldig. Zudem gestand er seine Tat. So versucht er, der Todesstrafe zu entkommen. Erwartet wird nun eine lebenslange Haftstrafe.

Manning droht die Todesstrafe, denn ihm wird vorgeworfen, durch die Weitergabe der Geheimdokumente den Feind unterstützt zu haben, berichtet der Guardian. Der Feind wird in der Anklage nicht namentlich genannt, doch es könnte Wikileaks selbst gemeint sein. Die frühere US-Verteidigungsministerin Hillary Clinton hatte der Enthüllungsplattform einen „Angriff auf Amerika“ vorgeworfen.

Zwar hatte die US-Regierung im vergangenen Jahr angekündigt, auf die Todesstrafe verzichten zu wollen, berichtet The World. Doch auf derartige Versprechungen wollte sich Manning nicht verlassen. Manning gestand daher erstmals detailliert, wie er 2010 die geheimen Dokumente an Wikileaks weitergab. Wikileaks nennt er eine „Anti-Vertuschungs-Organisation“, zitiert ihn die Washington Post.

Manning gestand, die geheimen Daten am 8. Januar 2010 auf einer CD gespeichert zu haben. Diese habe er in seine Unterkunft geschmuggelt und dort mit seinem privaten Computer auf eine Speicherkarte kopiert. Später auf Heimaturlaub habe er zunächst versucht, die Washington Post und die New York Times zu erreichen. Doch weil er dort nicht auf Interesse gestoßen sei, habe er sich an Wikileaks gewandt.

Bei der Weitergabe von Daten an Wikileaks, habe er das Material gründlich ausgesucht, sagte Manning. Nach der Übergabe habe er sich erleichtert gefühlt, denn sie ihm ein „reines Gewissen“ verschafft. Seit Mai 2010 befindet er sich für seine Tat in Einzelhaft.

Trotz seines Geständnisses verteidigte Manning seine Tat leidenschaftlich. Er habe eine Debatte darüber anstoßen wollen, dass sein Land besessen davon sei, Menschen zu töten und gefangen zu nehmen. „Ich dachte, wenn die Öffentlichkeit, vor allem in Amerika, Zugang zu den Informationen hätte, dann könnte dies eine nationale Debatte über die Rolle des Militärs und unsere Außenpolitik im allgemeinen auslösen“, sagte Manning im Gerichtssaal.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Wann beginnt der nächste Bullenmarkt beim Gold?

Trotz hohen Inflationsraten überall auf der Welt ist der Goldpreis in den letzten Wochen deutlich gefallen. Doch der nächste Bullenmarkt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kupfer: Rezessionsgefahr trübt die Aussichten, langfristig aber enormes Potential

Der Rohstoff-Experte der DWN, Markus Grüne, analysiert den Kupfermarkt.

DWN
Politik
Politik WEF-Treffen in Davos wirft Schatten voraus : Schweiz aktiviert Armee für Transport und Sicherheit der Gäste

Damit sich hunderte Politiker und Milliardäre in einem noblen Bergort vergnügen können, wird ein großer Aufwand betrieben.

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Russland-Sanktionen sind für deutsche Unternehmen ein Rätsel

Deutschen Unternehmen fällt es schwer zu erkennen, welche Geschäfte unter die Russland-Sanktionen fallen, wie eine Umfrage von KPMG...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will russisches Vermögen an Ukraine übergeben

Die EU-Kommission will beschlagnahmte russische Vermögenswerte an die Ukraine übergeben. Es brauche eine europaweite strafrechtlich...

DWN
Politik
Politik Nutzen nicht ersichtlich: Afrikaner verzichten auf Corona-Impfung

Die Corona-Impfstationen in Afrika stehen leer, Millionen unbenutzter Fläschchen stapeln sich. Die Menschen haben hier andere Sorgen, vor...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Kehrtwende: US-Regierung nimmt Sanktionen gegen Venezuela zurück

US-Präsident Biden hat die unter Trump begonnene Druck-Kampagne gegen Venezuela abrupt beendet und eine erstaunliche Kehrtwende...