Politik

Razzia der Bundespolizei gegen ausländische Schleuserbande

Lesezeit: 1 min
17.01.2018 11:41
Seit dem Morgen läuft eine Razzia der Bundespolizei gegen eine mutmaßliche Schleuserbande.
Razzia der Bundespolizei gegen ausländische Schleuserbande

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Bundespolizei ist mit einer großangelegten Aktion gegen eine polnisch-syrische Schleuserbande vorgegangen. Bei 14 Durchsuchungen seien in Berlin zwei Verdächtige verhaftet worden, wie die Bundespolizeidirektion Pirna am Mittwoch mitteilte. Ein dritter Haftbefehl habe nicht vollstreckt werden können. 170 Beamte seien an den Razzien beteiligt gewesen. Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit sollten parallel drei weitere Festnahmen in Polen erfolgen.

Die Bundespolizei wirft einer polnisch-syrischen Großfamilie vor, gegen Bezahlung Syrer illegal nach Deutschland gebracht zu haben. Die Schleuser sollen unter falschen Angaben Touristenvisa besorgt haben, mit denen syrische Staatsangehörige zumeist aus den Golfstaaten per Flugzeug nach Polen einreisen konnten. Von dort aus seien die Syrer in die Bundesrepublik gereist, wo sie meist Asylanträge gestellt hätten.

Für jede Schleusung soll die Gruppierung 8000 Euro verlangt haben. Damit habe „die Bande nach gegenwärtigem Ermittlungsstand über 300.000 Euro verdient“, teilte die Bundespolizei mit. Demnach müssten die Beschuldigten dutzende Syrer eingeschleust haben. Diese hätten nach dem Dublin-Verfahren ihre Asylanträge eigentlich in Polen stellen müssen, dem Land, in dem sie zuerst EU-Boden betraten.

Die Schleuser übten nach Erkenntnissen der Ermittler zum Teil hohen Druck auf ihre Kunden aus, damit sie ihre Schulden beglichen. Bei den Razzien in Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und im Saarland seien zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt worden. Darunter befanden sich nach Angaben eines Sprechers neben Mobiltelefonen und Speichermedien auch größere Geldbeträge.

Mit sieben Durchsuchungen bildete die Hauptstadt den Schwerpunkt der Razzien. Angehörige der beschuldigten Familie sollen in Deutschland Asyl beantragt und sich als politisch Verfolgte ausgegeben haben. Ausgelöst wurden die Ermittlungen nach Angaben der Bundespolizei durch Berichte der Magazine „Fakt“ und „Exakt“ des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Die deutschen Ermittler kooperierten seit dem vergangenen Sommer im Rahmen einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit ihren polnischen Kollegen. Der polnische Grenzschutz rückte am Mittwoch mit drei Haftbefehlen und acht Durchsuchungsbefehlen aus. Zum Erfolg dieser Aktion konnte die Bundespolizei zunächst noch nichts sagen.

„Der erfolgreiche Einsatz zeigt erneut, wie wichtig und erfolgreich grenzüberschreitende Polizeiarbeit ist“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). „Wer mit der Not solcher Personen Geschäfte macht, dem muss das Handwerk gelegt werden.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen das Bargeld: Australiens Zentralbank startet Testphase für digitale Währung

Die Zentralbank Australiens arbeitet an der Einführung einer digitalen Währung. Damit folgt sie einem Aufruf der Bank für...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfnebenwirkungen: TK meldet fast eine halbe Million Behandlungen in 2021

Die Debatte um Impfnebenwirkungen der Corona-Impfstoffe nimmt wieder Fahrt auf. Die Techniker Krankenkasse musste nun Daten offenlegen, die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fußball-Bundesliga: Die bunte Welt der Sponsoren

Die neue Bundesligasaison bietet vielen Unternehmen eine große Bühne, um ihre Zielgruppen zu erreichen und ihre Produkte zu bewerben....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB traut sich nicht: Maßnahmen gegen Inflation sind äußerst zaghaft

Zwar hat EZB hat die geldpolitische Straffung tatsächlich begonnen und ihre Bilanz schon um 90 Milliarden Euro reduziert. Doch im Kampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wie Frankreich der Dijon-Senf ausgegangen ist

In den Regalen von Frankreichs Supermärkte herrscht ein akuter Mangel an Dijon-Senf. Dies ist vor allem die Folge zweier ganz unerwarteter...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OPEC stellt Weichen für Drosselung der Öl-Förderung

Die OPEC bereitet den Markt auf eine Drosselung der Öl-Förderung vor. Zugleich erwartet die IEA eine steigende Nachfrage. Öl könnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Die größten Vermögensverwalter der Welt setzen plötzlich auf Krypto

Die Vermögensverwalter Abrdn, BlackRock und Charles Schwab haben im August massive Geschäfte im Krypto-Sektor gestartet. Sie erwarten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise: Russland erhöht Erdgas-Lieferungen an Ungarn

Ungarn hatte Russland um mehr Gas gebeten, um die Energieversorgung für den kommenden Winter sicherzustellen. Dieser Bitte kommt Gazprom...