Finanzen

China bereitet Einfuhr-Zölle für Waren aus den USA vor

Lesezeit: 1 min
13.02.2018 17:07
Die chinesische Regierung bereitet derzeit Restriktionen für mehrere Produktkategorien aus den USA vor.
China bereitet Einfuhr-Zölle für Waren aus den USA vor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Spannungen in den Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt, China und den USA, vergrößern sich. Seit Dienstag müssen Unternehmen in der Volksrepublik für den Import der Chemikalie Styrol aus den USA eine „Kaution“ in Höhe von fünf bis 10,7 Prozent zahlen – das Geld würde bei Verhängung eines Einfuhrzolls einbehalten. Diese Entscheidung ist noch nicht gefallen, wird aber von Peking erwogen.

Styrol ist ein Grundstoff zur Herstellung von Kunststoffen wie Polystyrol, die vor allem für Verpackungen verwendet werden. China importierte im vergangenen Jahr Styrol im Wert von über vier Milliarden Dollar aus den USA.

Das Handelsministerium in Peking kündigte am Montag an, auch auf Styrol-Importe aus Südkorea und Taiwan könnten bald Zölle erhoben werden. China hatte im Juni eine Untersuchung über den Styrol-Import gestartet.

Die Maßnahme trifft aber vor allem den Handel mit den USA. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Monat hohe Zölle auf den Import von Waschmaschinen und Solarpaneele verhängt, was neben Produzenten in Südkorea vor allem auch chinesische Hersteller trifft. Im Visier der US-Regierung sind zudem Stahl, Aluminiumbleche oder Sperrholz.

Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums sagte am Dienstag, dass die US-Führung Zurückhaltung hinsichtlich möglicher Stahl-Zölle üben solle, wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet. Ein exzessiver Schutz der heimischen Industrien sei keine Wohltat, sondern führe zu einem „Teufelskreis.“

Ebenfalls am Dienstag warnte die regierungseigene Denkfabrik China Metallurgical Industry Planning and Research Institute vor neuen Strafmaßnahmen im Stahlsektor. „Sicherlich werden wir gegen unfaire und unkluge Maßnahmen von Staaten wie den USA gegen chinesische Stahlfirmen protestieren. Zudem werden wir mögliche Gegenmaßnahmen studieren und diskutieren, um chinesischen Unternehmen eine faire Position im Rahmenwerk der Welthandelsorganisation zu ermöglichen“, heißt es in einer Stellungnahme.

China wiederum begann vergangene Woche eine Untersuchung zum Import von Hirse aus den USA – und ein Sprecher des Handelsministeriums deutete auch Ermittlungen zum Import von Sojabohnen an. Sie sind das wichtigste US-Exportgut nach China, der Wert beträgt im Jahr rund 14 Milliarden Dollar.

Die Maßnahmen der Chinesen sind vor dem Hintergrund eines sich anbahnenden Handelskrieges mit den USA zu verstehen, welcher seit Jahren schwelt. 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...