Finanzen

Rothschild-Bank leitet Generations-Wechsel ein

Lesezeit: 2 min
17.04.2018 15:30
Die Privatbank Rothschild & Co. leitet den Generationenwechsel ein.
Rothschild-Bank leitet Generations-Wechsel ein

Generationswechsel bei einer der traditionsreichsten Banken der Welt: Der 37 Jahre alte Alexandre de Rothschild soll zur Hauptversammlung im Mai Vorstandschef des Bankhauses Rothschild & Co werden, wie das Institut am Dienstag in Paris mitteilte. Alexandre de Rothschild rückt an die Stelle seines Vaters David de Rothschild, der nach 40 Jahren im Dienst des Familienunternehmens an die Spitze des Aufsichtsrats wechselt. Davids Cousin Eric de Rothschild, der dem Gremium seit 2012 vorstand, tritt zur Seite, bleibt aber Mitglied des Aufsichtsrats, berichtet AFP.

Der 37-Jährige arbeitet seit 2008 für die von seinen Vorfahren gegründete Bank. Zuvor war er unter anderem in New York und London für Bear Stearns und die Bank of America als Investmentbanker tätig.

Das Institut geht auf den Frankfurter Juden Mayer Anselm Rothschild zurück, der zunächst als Antiquitäten- und Münzhändler arbeitete und Ende des 18. Jahrhunderts mit Bankgeschäften begann. In ihrer langen Geschichte gelang es den Bankiers der Familie immer wieder, zu Financiers von Fürsten- und Königshöfen zu avancieren. Legendär ist ihre Beteiligung an der Finanzierung des britischen Krieges gegen Napoleon.

Die Bank mischt heute mehr denn je als Berater bei vielen Fusionen und Übernahmen sowie Börsengängen mit und findet sich in den sogenannten „League Tables“ regelmäßig auf einem der vorderen Plätze. Beratungshäuser wie Rothschild, Lazard und Perella Weinberg betonen ihre Unabhängigkeit, weil sie den Unternehmen nicht zugleich Finanzierungen oder andere Dienstleistungen verkaufen wollen. Mit diesem Modell sind sie in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Das Institut beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter, die Kunden in mehr als 40 Ländern betreuen.

Wie die Financial Times berichtet, vollzieht sich der Generationenwechsel zu einer Zeit boomender Geschäfte. Möglich ist deshalb, dass der Nachfolger die Rothschild-Bank bald in unruhigeren Fahrwassern führen muss.

In den vergangenen Jahren boten zahlreiche Übernahmen und Fusionen sowie Börsengänge ergiebige Geschäftsmöglichkeiten für die Bank. Das Volumen der weltweiten Übernahmen und Fusionen lag in den vergangenen vier Jahren stets über der hohen Marke von 3 Billionen Dollar.

„Rothschild war immer bekannt dafür, dass die Partner sich eng geschlossen um David de Rothschild gruppierten. Alexandre erbt das Geschäft nun am Höhepunkt des Marktes. Wenn es zu einem Abschwung kommt, muss er es schaffen, die Partner an Bord zu halten, obwohl er ihnen weniger zahlen kann“, wird ein namentlich nicht genannter Banker eines Rothschild-Konkurrenten zitiert. Auch Alexandre de Rothschild selbst sagte, „dass der Höhepunkt des Geschäftszyklus möglicherweise erreicht ist.“

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Politik
Politik Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die wirtschaftlichen und klimapolitischen Ziele im Rahmen des „Great Reset“ bedrohen weltweit vor allem den deutschen Mittelstand....

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Finanzen
Finanzen Europa nach Corona: Werden die hohen Schulden eine nachhaltige Erholung bremsen?

Kann Europas Wirtschaft trotz der hohen Schuldenbelastung nach Corona wieder durchstarten? Der Chefvolkswirt der IKB Bank, Klaus Bauknecht,...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesbehörde behauptet nun: Vogelgrippe in Norddeutschland konnte sich durch Menschen verbreiten

Dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge, das eine selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Großkonzerne verdrängen mit E-Autos und Vernetzung die kleinen Werkstätten

Zu den Verlierern von E-Mobilität und Digitalisierung gehören auch die freien Werkstätten. Die Autohersteller und ihre...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Reiseveranstalter sehen nur eine Rettung: Den digitalen Impfpass

Die deutsche Reisebranche will im Sommer endlich wieder höhere Umsätze machen. Sie setzt dabei auf den digitalen Impfpass, den alle...

DWN
Politik
Politik Lecker Essen und Geld-Spenden: Spahn beim Dinner während der Corona-Einschränkungen

Am 20. Oktober 2020 nahm Jens Spahn an einem Dinner mit mehreren Gästen teil, bei dem nach „BILD“-Informationen Geld-Spenden für ihn...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...