Finanzen

US-Sanktionen: Süddeutsche Volksbanken halten an Iran-Geschäft fest

Lesezeit: 1 min
22.05.2018 17:18
Sechs süddeutsche Volksbanken halten trotz gegenteiliger Strategie des Dachverbandes an den Geschäften mit dem Iran fest.
US-Sanktionen: Süddeutsche Volksbanken halten an Iran-Geschäft fest

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Eine Gruppe von sechs Volksbanken will trotz drohender US-Sanktionen gegen den Iran weiterhin Zahlungen für Firmen abwickeln, die in die Islamische Republik exportieren. "Wir haben uns auf Transaktionen mit schwierigen Ländern spezialisiert", sagte Patrizia Melfi, Leiterin des KompetenzCenter International, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Beim KompetenzCenter International sind die Institute Volksbank am Württemberg, Pforzheim, Heilbronn, Konstanz, Schwarzwald-Donau-Neckar und die Vereinigte Volksbank engagiert. Das "Handelsblatt" hatte zuerst über die Entscheidung des KompetenzCenter International berichtet, am Iran-Geschäft festzuhalten.

"Man muss sich in dem Geschäft auskennen, sonst gerät man schnell in Schwierigkeiten", sagte Melfi. Doch solange sich Firmen und Banken an die Vorgaben der EU und der USA hielten, könne nichts passieren. Die großen Banken schrecken dagegen aus Angst vor hohen Strafen vor dem Iran-Geschäft zurück. Auch die DZ Bank, das Spitzeninstitut der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, hatte vergangenen Freitag angekündigt, alle Zahlungsgeschäfte mit Bezug zum Iran zum 1. Juli auszusetzen.

Nach dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran, haben die Vereinigten Staaten der Islamischen Republik mit den "härtesten Sanktionen der Geschichte" gedroht. "Im Moment haben wir nichts als Ankündigungen", sagte Melfi. "Wir müssen abwarten, wie die neuen Sanktionen aussehen. Welche Banken, Firmen, Personen oder Branchen werden auf den Sanktionslisten geführt?"

Ein großes Problem wäre es, wenn Transfers an iranische Banken unterbunden werden. "Dann könnte eine Lösung sein, dass die iranische Zentralbank das Geld auf ein Bundesbank-Konto überweist", sagte Melfi. Von dort könne es dann an die einzelnen Firmen fließen. So habe man Transaktionen von 2012 bis 2015 gehandhabt, als scharfe Sanktionen gegen den Iran in Kraft waren.

***

Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWNhier abonnieren!

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Union, SPD, Grüne und FDP wollen Nordstream-Pipelines aufgeben

Die Fraktionen von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP haben im Europaparlament für Forderungen gestimmt, Nordstream 1 und 2 aufzugeben.

DWN
Politik
Politik Premier Johnson tritt zurück: Britische Regierung bricht auseinander

Immer mehr Minister und Staatssekretäre der Regierung treten zurück. Sie wollen offenbar ihre politische Karriere retten. Nun ist der...

DWN
Politik
Politik Bauernaufstand in Holland eskaliert: Polizisten schießen auf Traktor – Proteste vor Polizeistation

Nachdem die niederländische Regierung vergangene Woche die Düngeregelungen aus Umweltschutzgründen verschärfte, warnten Bauern vor...

DWN
Deutschland
Deutschland In eigener Sache: Die DWN sind wieder erreichbar

Nach einem ganztätigen Ausfall sind die DWN jetzt wieder uneingeschränkt nutzbar.

DWN
Finanzen
Finanzen Nur eine Rezession in den USA kann Japan und den Yen noch retten

Wenn die US-Wirtschaft nicht bald in eine Rezession eintritt, droht Japan der Zusammenbruch der Währung und eine politische Revolte. Die...

DWN
Politik
Politik Nach Milliarden-Impfstoff-Deal: Von der Leyens SMS mit Pfizer-Chef sind verschwunden

Persönlich hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen um Milliarden-Aufträge verhandelt. Nun sind die entsprechenden SMS...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Güterverkehr: Die unerträgliche Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn

Auch beim Güterverkehr schwächelt die Bahn: Große deutsche Lebensmittelhersteller beklagen sich darüber, dass die DB Cargo sie einfach...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...