Finanzen

Hitzewelle treibt Getreide-Preise nach oben

Lesezeit: 1 min
02.08.2018 16:29
Die Hitzewelle in Teilen Europas schlägt sich in höheren Getreidepreisen nieder.
Hitzewelle treibt Getreide-Preise nach oben

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die seit Wochen anhaltende Trockenheit treibt noch vor Abschluss der Ernte die Preise im Getreidemarkt. Eine Tonne Weizen aus Europa kostete am Donnerstag bis zu 213 Euro und lag damit auf einem Fünf-Jahres-Hoch. "Die Situation in Nordeuropa ist katastrophal", sagte Analyst Andree Defois von Strategie-Grains. Die Beratungsfirma hat ihre Prognose für die Weichweizenernte in der EU für dieses Jahr bereits auf 130 Millionen Tonnen und damit auf ein Sechsjahrestief gesenkt und schließt weitere Korrekturen nach unten nicht aus.

Die Europäsche Union ist weltweit der größte Weizenproduzent. Neben Deutschland, wo der Bauernverband DBV am Mittwoch nochmals verschlechterte Erwartungen vorstellte , sind auch andere europäische Länder betroffen. Besonders angespannt ist die Lage in Schweden, wo die Weizenernte um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging. In Deutschland wird sie nach DBV-Angaben um ein Viertel geringer ausfallen als 2017.

Auch Viehhalter leiden unter der Dürre, auf ihren Feldern wächst kaum noch Futter. Die Mäster und Milchbauern sind auf Zukäufe angewiesen, was zu einer Umkehr der üblichen Verhältnisse auf dem Markt für Brot- und Futterweizen führt. Üblicherweise ist der qualitativ hochwertige Brotweizen teurer als der Futterweizen. Am Donnerstag notierte eine Tonne Futterweizen aber bei 220,50 Euro pro Tonne, während für Brotweizen 213 Euro anfielen.

Die klimatischen Verhältnisse schlagen sich auch in den sogenannten Terminkontrakten nieder. Dabei vereinbaren Landwirt und Käufer einen festen Preis für eine bestimmte Menge von Feldfrüchten, die an einem festgelegten Tag geliefert werden müssen. Diese Verträge sind an der Börse handelbar und spiegeln die Erwartungen der Marktteilnehmer. Der europäische Terminkontrakt auf Weizen legte knapp 17 Prozent zu und war am Donnerstag mit 209,25 Euro je Tonne so teuer wie zuletzt vor mehr als dreieinhalb Jahren. Bei Kartoffeln summiert sich das Plus sogar auf 77 Prozent.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft: Merkel will Unternehmen nicht durch die gesamte Corona-Krise hindurch unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass die milliardenschweren Finanzhilfen nicht unbeschränkt geleistet werden können....

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus? Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge M1 wächst stark

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge zeigt deutliche Zuwachsraten. Insbesondere das starke Wachstum der liquiden Menge M1 könnte...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Wirtschaft kritisiert verlängerten Lockdown – „langfristige Perspektive fehlt“

Lesen Sie alle relevanten Entwicklungen und Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rhodium: Das edelste aller Metalle sprengt den Preisrahmen

Der Höhenflug von Rhodium nimmt kein Ende. Mittlerweile ist das „edelste aller Metalle“ mehr als achtmal so viel Wert wie Gold. Kann...

DWN
Politik
Politik Treffen mit Hintergedanken: China und Südkorea gehen aufeinander zu

Der Besuch des chinesischen Außenministers in Südkorea verdeutlicht das Bestreben beider Seiten, die angespannten Beziehungen zu...

DWN
Politik
Politik Großkonzerne und Staaten arbeiten an der lückenlosen Überwachung aller Reisenden

Zusammen mit Geheimdiensten und Staaten arbeiten die im Weltwirtschaftsforum zusammengeschlossenen Großkonzerne an der totalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeswehr gibt Bau von Laser-Waffe in Auftrag

Die Bundeswehr hat den Bau eines Laserwaffen-Prototyps in Auftrag gegeben.

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax fast unverändert, nur Technologie-Aktien leicht im Plus

Anleger wagen sich am Donnerstagmorgen vorerst nicht aus der Deckung. Das Rekordhoch des technologielastigen Nasdaq-Composite-Index am...

DWN
Deutschland
Deutschland Demonstrationen im Kreis Hildburghausen: Polizei setzt Tränengas ein, erste Anzeigen durch neues Infektionsschutzgesetz

Der Kreis Hildburghausen in Thüringen soll derzeit die bundesweit am stärksten von Corona betroffene Region sein. Gegen die dort...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Beschlüsse: Bund und Länder verordnen harte Maßnahmen

Bund und Länder haben sich auf neue Maßnahmen für Dezember geeinigt. Lesen Sie die Einzelheiten hier.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft wird sich bis 2025 nicht erholen

Eine Erholung der Weltwirtschaft dürfte bis zum Jahr 2025 nicht eintreten. Mit einer Aufhebung der Mobilitäts-Beschränkungen ist ab dem...

DWN
Politik
Politik Kanzlerin Merkel mahnt: „Es wird eine schwierige Zeit“

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmt das deutsche Volk im Verlauf der Corona-Pandemie auf schwere Zeiten ein.