Politik

Syrien und Russland fügen Söldnern in Idlib schwere Verluste zu

Lesezeit: 2 min
17.08.2018 00:18
Syrien und Russland fügen den Söldnern in Idlib schwere Verluste zu. Hunderte haben bereits kapituliert und durften im Gegenzug unbewaffnet ins zivile Leben zurückkehren.
Syrien und Russland fügen Söldnern in Idlib schwere Verluste zu

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die syrische Armee (SAA) hat am Donnerstag Stellungen der Al-Nusra-Front, die sich mittlerweile Hayat Tahrir al-Scham (HTS) nennt, am westlichen und südlichen Rand der Stadt al-Latamina (Provinz Hama) bombardiert, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Dabei kam eine unbekannte Anzahl an HTS-Söldnern ums Leben.

In der südlichen Landschaft der Provinz Idlib, die an Hama grenzt, wurden Stellungen von HTS in der Stadt al-Khawin angegriffen. Dabei sollen alle HTS-Söldner getötet worden sein. Unter den getöteten HTS-Söldnern befinden sich auch die führenden HTS-Söldner Mohanad Ridwan al-Saleh und Abdullah Latif Khaled al-Qaddour. Zudem wurde eine HTS-Truppe in der Umgebung der Saraqeb Stadt, die sich ebenfalls in der südlichen Landschaft von Idlib befindet, bombardiert. Dabei sollen dutzende Söldner getötet und eine Reihe von Militärfahrzeugen zerstört worden sein.

Iraqi News berichtet: „Hayat Tahrir al-Scham nahm am Mittwoch eine Reihe von Personen fest, denen vorgeworfen wurde, in der südlichen Landschaft von Idlib den Kräften des Regimes zu helfen und seine Aktivitäten zu fördern. Enab Baladi zufolge wurde in den frühen Morgenstunden in den Städten Ma'ra Harma und al-Nakeer in der südlichen Landschaft von Idlib eine Suchkampagne gestartet hat. Das Blatt wies auch darauf hin, dass die Miliz (HTS, Anm. d. Red.) neun Personen in Ma'ra Harma und vier Personen in al-Nakeer gefangen genommen hat.”

Währenddessen legen einige Söldner in der Provinz Idlib ihre Waffen nieder, um Idlib angesichts der Offensive der SAA zu verlassen. Die Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass am Mittwoch mehr als 650 Söldner aus Idlib ihre Waffen niedergelegt haben, um in ihre Heimatprovinz Homs zurückzukehren. Zuvor hatten sie sich geweigert am Aussöhnungsprozess von Homs teilzunehmen. Deshalb wurden sie zunächst in die Provinz Idlib evakuiert. „Hier können sie in ihr Alltagsleben zurückkehren. Einige werden in der Armee dienen, andere werden zu ihren Studien oder Jobs zurückkehren”, so der Gouverneur von Homs, Tal al-Barazi.

Details zur Idlib-Offensive

Die türkische Zeitung Evrensel berichtet, dass im Rahmen der Idlib-Offensive insgesamt 25.000 syrische Soldaten zum Einsatz kommen sollen. Im Detail werden die 1. Division, die 3. Panzerdivision, die 4. Mechanisierte Division, die 7. Panzerdivision, die 9. Division, die Schocktruppen, die 10. Division, die 11. Panzerdivision, die 15. Division der Spezialtruppen, die 18. Panzerdivision, die Republikanische Garde und die Tiger Forces unter Kommandeur Suheil al-Hassan eingesetzt. Zusätzlich kommen die orthodox-christlichen Divisionen Mhardeh und Suqaylabiyah, die palästinensische Miliz Liwaa al-Quds, die Baath-Brigaden und die National Defense Forces (NDF) zum Einsatz.

Ihnen stehen die Söldner-Truppen Al-Aqsa-Front (IS-Verbündete) und HTS (Al-Qaida-Verbündete), Dschunud asch-Scham (Tschetschenen) und die usbekische Al-Qaida-Truppe Katibat Tawhid wal-Dschihad, die chinesische Söldner Truppe Islamische Partei Turkestan (TIP) gegenüber. Die usbekische Truppe Katibat al-Imam al-Bukhari (KIB) wird sich ebenfalls in den Reihen der Söldner befinden.

USA stufen Söldner als Terroristen ein

Das US-Außenministerium nahm das KIB im März 2018 in die Liste der internationalen Terrororganisationen auf. Das US-Außenministerium wörtlich: „Katibat al-Imam al-Bukhari ist die größte usbekische Kampftruppe in Syrien. Die Gruppe spielte eine bedeutende Rolle in den Kämpfen im Nordwesten Syriens und kämpfte neben Gruppen wie der Al-Nusra Front in Syrien (...) Im April 2017 veröffentlichte das KIB ein Video mit bewaffneten Männern, die an Zusammenstößen beteiligt waren. Im Dezember 2015 veröffentlichte das KIB ein Video eines Trainingslagers für Kinder, in dem Kinder lernen Waffen zu handhaben und zu feuern.”

Alle Söldner-Truppen, die der syrisch-russischen Offensive in Idlib begegnen werden, werden in den USA als Terrororganisationen eingestuft. Das geht aus einer Liste des US-Außenministeriums hervor.

Der Koordinator für Terrorismusbekämpfung, US-Botschafter Nathan A. Sales, sagt in einer Mitteilung, dass die Umbenennung der Al-Nusra-Front in Hayat Tahrir al-Scham (HTS) nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es sich um eine Terrororganisation handelt. „Welchen Namen auch immer die Al-Nusra-Front wählt, wir werden ihr weiterhin die Mittel verweigern, die sie für ihre gewalttätige Sache braucht.”

Aufgrund der Evakuierungen der Söldner nach Idlib soll die Anzahl der militanten Söldner in Idlib mittlerweile auf 80.000 bis 90.000 angestiegen sein. Das berichtet Mahalli in einem Beitrag der Zeitung Yurt Gazetesi.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft: Merkel will Unternehmen nicht durch die gesamte Corona-Krise hindurch unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass die milliardenschweren Finanzhilfen nicht unbeschränkt geleistet werden können....

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus? Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge M1 wächst stark

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge zeigt deutliche Zuwachsraten. Insbesondere das starke Wachstum der liquiden Menge M1 könnte...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Wirtschaft kritisiert verlängerten Lockdown – „langfristige Perspektive fehlt“

Lesen Sie alle relevanten Entwicklungen und Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rhodium: Das edelste aller Metalle sprengt den Preisrahmen

Der Höhenflug von Rhodium nimmt kein Ende. Mittlerweile ist das „edelste aller Metalle“ mehr als achtmal so viel Wert wie Gold. Kann...

DWN
Politik
Politik Treffen mit Hintergedanken: China und Südkorea gehen aufeinander zu

Der Besuch des chinesischen Außenministers in Südkorea verdeutlicht das Bestreben beider Seiten, die angespannten Beziehungen zu...

DWN
Politik
Politik Großkonzerne und Staaten arbeiten an der lückenlosen Überwachung aller Reisenden

Zusammen mit Geheimdiensten und Staaten arbeiten die im Weltwirtschaftsforum zusammengeschlossenen Großkonzerne an der totalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeswehr gibt Bau von Laser-Waffe in Auftrag

Die Bundeswehr hat den Bau eines Laserwaffen-Prototyps in Auftrag gegeben.

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax fast unverändert, nur Technologie-Aktien leicht im Plus

Anleger wagen sich am Donnerstagmorgen vorerst nicht aus der Deckung. Das Rekordhoch des technologielastigen Nasdaq-Composite-Index am...

DWN
Deutschland
Deutschland Demonstrationen im Kreis Hildburghausen: Polizei setzt Tränengas ein, erste Anzeigen durch neues Infektionsschutzgesetz

Der Kreis Hildburghausen in Thüringen soll derzeit die bundesweit am stärksten von Corona betroffene Region sein. Gegen die dort...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Beschlüsse: Bund und Länder verordnen harte Maßnahmen

Bund und Länder haben sich auf neue Maßnahmen für Dezember geeinigt. Lesen Sie die Einzelheiten hier.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft wird sich bis 2025 nicht erholen

Eine Erholung der Weltwirtschaft dürfte bis zum Jahr 2025 nicht eintreten. Mit einer Aufhebung der Mobilitäts-Beschränkungen ist ab dem...

DWN
Politik
Politik Kanzlerin Merkel mahnt: „Es wird eine schwierige Zeit“

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmt das deutsche Volk im Verlauf der Corona-Pandemie auf schwere Zeiten ein.