Finanzen

Erdogan verbietet Zahlungen in Devisen, um Lira zu stützen

Lesezeit: 1 min
11.10.2018 19:02
Der türkische Präsident Erdoğan hat ein Dekret erlassen, wonach wichtige Verträge in der Türkei künftig in der Landeswährung abgeschlossen werden müssen. Er will Devisen-Spekulationen gegen die Türkische Lira abwehren.
Erdogan verbietet Zahlungen in Devisen, um Lira zu stützen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das US-Magazin Barron's berichtet: "Seit dem 26. Januar hat der ETF (börsengehandelter Indexfonds, Anm. d. Red.) in der Türkei 54 Prozent seines Wertes eingebüßt, da die steigende Inflation und die schlechten geldpolitischen Maßnahmen die Anleger erschreckten. Ebenso sind die Spekulanten aus der Lira geflohen und haben sie seit Ende Januar um mehr als 40 Prozent zum Verfall gebracht."

JC Parets, Gründer von AllStarCharts.com, ist jedoch der Meinung, dass die Währungen der Schwellenländer sich erholen werden. Die türkische Währung werde eine der Nutznießer sein. Denn Devisen-Spekulanten gehen dazu über, auf eine Stabilisierung der Währungen der Schwellenländer zu wetten. Am Mittwochnachmittag kostete ein US-Dollar 6,100 Türkische Lira (TL). Am 18. September 2018 lag dieser Wert noch bei 6,389 TL. Das Finanzrecherche-Portal Market Realist führt in einem Artikel unter der Überschrift "Könnte der Währungskrieg einen Handelskrieg entzünden?" aus, dass im Verlauf des aktuellen Jahres ein Ausverkauf der Schwellenländerwährungen zu beobachten gewesen sei.

Um die TL zu stützen hat der türkische Präsident ein Dekret erlassen, wonach alle Vermietungen von Fahrzeugen, Wohnungen und Häusern künftig in der Landeswährung erfolgen müssen, berichtet die Zeitung T24. Alle Arbeits- und Dienstleistungsverträge seien in der Landeswährung abzuwickeln. Dies umfasse auch die Spielerverträge von Fußballern. Aktuell werden 78 Prozent aller Fahrzeugvermietungen in der Türkei in Devisen abgewickelt. Händler und Arbeitgeber müssen künftig ihre Devisen gegen Türkische Lira umtauschen, um weiterhin geschäftstätig zu bleiben.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte zuvor gesagt, dass die türkische Währung "Spekulanten-Attacken" ausgesetzt sei. “Sie haben nur ein Problem. Sie wollen sich Tayyip Erdoğan entledigen (...) Doch nicht Soros hat Tayyip Erdoğan an die Macht gebracht, sondern mein Volk, und nur mein Volk”, zitiert die Pressestelle des türkischen Präsidialamts Erdoğan.

Forbes führt aus, dass Spekulanten eine wichtige Rolle beim Verfall der Türkischen Lira spielen. Allerdings sei die türkische Wirtschaft im Vergleich zur argentinischen Wirtschaft weitaus stabiler, was die Auswirkungen von “Spekulanten-Angriffen” gegen die Türkische Lira beschränke. Ein Experte der Rabobank bestätigt eine gezielte Attacke auf die Türkische Lira.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Technologie
Technologie Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

DWN
Politik
Politik Keine Masken, keine Polizei, keine Lockdowns: Wie DWN-Autor Christian Kreiß die Pandemie in Costa Rica erlebte

Um den Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland zu entfliehen, verbrachte Christian Kreiß drei Monate in Costa Rica. Der DWN-Autor liefert...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonom: Goldgedeckte Kryptowährungen könnten Fiat-Währungen ersetzen

Das internationale Währungssystem wird sich verändern. Das Fiat-Geldsystem befindet sich auf dem Rückzug. Stattdessen könnten nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Währungssystem: IWF spricht von „Revolution“ beim digitalem Zentralbankgeld

Der IWF predigt eine regelrechte „Revolution“ bei digitalen Zentralbankwährungen. Als positives Beispiel wird die Einführung einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Darum sollten Sie Ihren Nachlass rechtzeitig regeln

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Und doch ereilt er uns irgendwann alle. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, sollte man früh...

DWN
Politik
Politik Deutschland steuert mit voller Wucht auf Rot-Rot-Grün zu

Die Grünen und ihre politischen Ziele passen in das Konzept des Weltwirtschaftsforums. Das gilt auch für die SPD und die aktuelle Gestalt...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdogan verbietet Zahlungen mit Kryptowährungen, Bitcoin-Kurs fällt um drei Prozent

Die Türkei hat Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verboten.

DWN
Politik
Politik Bis zu 15 Jahre Haft drohen: Gericht startet Prozess gegen Salvini wegen Boots-Flüchtlingen

Ein Gericht auf Sizilien hat die Eröffnung eines Prozesses gegen den Chef der Lega-Partei, Matteo Salvini, wegen seiner...