Politik

BER: Spezial-Terminal für Regierung könnte noch teurer werden

Lesezeit: 1 min
22.10.2018 00:51
In Schönefeld wird nicht nur seit Jahren ein neuer Großflughafen gebaut. Auch für Regierungs- und Staatsgäste soll es ein Terminal geben. Es wird nicht billig.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Steuern  

Die dpa meldet:

Das jahrelange Warten auf den neuen Hauptstadtflughafen könnte das dort geplante Regierungsterminal noch teurer machen. Waren zum geplanten Start des BER 2012 noch rund 299 Millionen Euro veranschlagt, geht der Bund jetzt von 344 Millionen Euro aus, wie das Bundesbauministerium mitteilte. Das ist aber möglicherweise nicht das letzte Wort: «Vor dem Hintergrund des deutlich späteren Baubeginns kann es auf Grund der allgemeinen Baupreisentwicklung zu Kostenanpassungen kommen», heißt in der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der FDP im Bundestag.

Der Großflughafen in Schönefeld soll 2020 eröffnen - mit dann neun Jahren Verspätung. Der Kostenrahmen liegt bei 6,5 Milliarden Euro, drei Mal so hoch wie zu Baubeginn.

Baubeginn für das Regierungsterminal soll Ende 2021 oder Anfang 2022 sein. 2025 soll das Abfertigungsgebäude stehen, wie aus der Antwort hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bis dahin braucht die Flughafengesellschaft das Vorfeld am geplanten Standort noch selbst.

Derzeit fliegen Regierungsmitglieder und Staatsgäste ab Tegel. Weil der Flughafen aber nach dem Start des BER schließt, zieht der Protokollbereich dann zunächst in ein Interims-Regierungsterminal auf dem Flughafengelände in Schönefeld. Dieser Bau kürzlich fertig geworden, komplett ausgestattet mit Büros, Dolmetscherkabinen und Pressekonferenzraum. Inklusive Vorfeldflächen und Wegen hat der Bau rund 70 Millionen Euro gekostet - und steht nun bis 2020 leer.

«Am BER werden sie nicht nur nicht fertig, die Flughafengesellschaft verprasst auch weiter fleißig Steuergeld», kritisierte der FDP-Abgeordnete Christoph Meyer. Er verwies auf die monatlichen Leerstandskosten, die der Bund in der Antwort nennt. «70 000 Euro für die Bewachung eines leerstehenden Terminals - plus bis zu 15 000 Euro Strom und Co.» Die Betriebskosten des bisherigen Regierungsterminals in Tegel gibt der Bund mit 290 000 Euro monatlich an.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Reservisten-Präsident und Militärexperte Patrick Sensburg: „Die Ukraine braucht Langstreckenwaffen“
23.06.2024

Seit Ende Mai ist es der Ukraine erlaubt, mit westlichen Waffen Ziele in Russland zu beschießen. Im DWN-Interview erklärt Patrick...

DWN
Finanzen
Finanzen Sterben der Bankfilialen: Ein stiller Vorbote für das Ende des Bargelds?
23.06.2024

In Deutschland schrumpft das Netz der Bankfilialen dramatisch. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen zur Zukunft des Bargelds auf,...

DWN
Immobilien
Immobilien Berlin wächst: Neue Hochhäuser am Gleisdreieck erweitern City am Potsdamer Platz
23.06.2024

Über Jahrzehnte lag das Gleisdreieck im städtischen Niemandsland von West-Berlin. Mit dem Fall der Mauer und der Bebauung des...

DWN
Technologie
Technologie Der Europäische Erdgasmarkt bleibt volatil – auch wegen neuer Abhängigkeiten
23.06.2024

Europa hat sich von Russlands Energiemonopol gelöst und Versorgungsalternativen gefunden. Auch deshalb bleibt die heimische Gasversorgung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Energiewende: Deutsche Wirtschaft durch Regularien und Bürokratie ausgebremst
23.06.2024

Bürokratie und ständig wechselnde Regularien erschweren deutschen Unternehmern die Energiewende im eigenen Betrieb – insbesondere die...

DWN
Politik
Politik Israel und Hisbollah: Ein größerer Krieg und seine möglichen Konsequenzen
23.06.2024

Der letzte große Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah liegt mittlerweile 18 Jahre zurück. Doch die aktuellen Grenzscharmützel, die...

DWN
Politik
Politik Appell an Scholz: Gewerkschaften und Sozialverbände fordern Milliardeninvestitionen
23.06.2024

Wohlfahrts- und Sozialverbände, die Gewerkschaft Verdi und das Kampagnennetzwerk Campact fordern den Bund zu Milliardeninvestitionen in...

DWN
Technologie
Technologie Fünf Jahre E-Scooter in Deutschland - Eine Bilanz
23.06.2024

E-Scooter sind für kurze Strecken gedacht. Doch häufig werden die elektrischen Tretroller auch auf Geh- und Radwegen abgestellt - oder in...