Politik

EZB will Deutschland bei OMT-Ausstieg entgegenkommen

Lesezeit: 1 min
06.11.2018 14:31
Die EZB muss beim OMT-Ausstieg die Balance zwischen der Bedürfnisse Deutschlands und Italiens finden.
EZB will Deutschland bei OMT-Ausstieg entgegenkommen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank wollen angeblich bei der Gestaltung ihrer Wiederanlagepolitik von Anleihe-Geldern "Marktturbulenzen" unbedingt vermeiden. Das soll auch nach der Neufassung des Kapitalschlüssels, der den Anleihekäufen als Grundgerüst dient, gewährleistet werden, sagten mehrere Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Kapitalschlüssel orientiert sich an der Wirtschaftsleistung und Bevölkerungszahl eines Landes. Die jetzt anstehende Neuberechnung könnte laut Reuters bei den großen Euro-Ländern zur Folge haben, dass das Gewicht Italiens sinkt und das Deutschlands steigt.

Man kann davon ausgehen, dass die EZB mit der Neuberechnung Deutschland günstig stimmen will - unter Umständen auch, um Zeit zu gewinnen und den Ausstieg in einem Tempo durchzuführen, der auch Italien entgegenkommt.

Zugleich passen die anonymen Andeutungen in das aktuelle Bild, in dem der italienischen Regierung und ihrem Plan, kein Austeritätskonzept zu fahren, alle möglichen Schwierigkeiten angedroht werden.

Die italienische Regierung will ein Defizit von 2,4 Prozent, laut Maastricht-Vertrag sind 3 Prozent möglich. Frankreich hat aktuell 2,9 Prozent.

Die angeblichen EZB-Insider von Reuters geben als Grund für die Neuberechnung an, die Märkte nicht beunruhigen zu wollen: "Wir wollen keine Verzerrungen auf dem Anleihenmarkt auslösen", sagte einer der fünf "Insider". Die Euro-Notenbank will nach mehr als drei Jahren die eigentlichen Anleihenkäufe zum Jahresende einstellen. Sie werden dann ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht haben. Ab Januar 2019 sollen dann nur noch fällig werdende Titel wie bisher wieder nachgekauft und ersetzt werden. Sollte das Gewicht Italiens im neuen Schlüssel sinken, könnte dies dazu führen, dass weniger italienische Papiere ersetzt werden. Ihre Renditen könnten dann steigen. Für das hoch verschuldete Land käme dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Ein Sprecher der EZB wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Politik
Politik Luxemburg: Ministerium bestätigt Tod nach AstraZeneca-Impfung

Das luxemburgische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass eine 74 Jahre alte Frau am 10. April an einer Hirnblutung nach einer...

DWN
Politik
Politik Umfrage: 46 Prozent der Deutschen gegen nächtliche Ausgangssperren

Die von der Bundesregierung geplante Einführung nächtlicher Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Corona-Fallzahlen halten einer Umfrage...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...

DWN
Politik
Politik Östliches Mittelmeer: Großmächte kämpfen um das Herz der Welt

Im östlichen Mittelmeer wetteifern die internationalen Mächte um Einfluss auf Energieressourcen, Pipelines und die Handelsstraße zur...