Finanzen

Ökonomen: US-Staatsanleihen werden hoch riskant

Lesezeit: 1 min
10.01.2019 23:13
Eine veränderte Buchführung macht US-Staatsanleihen nach Ansicht von Ökonomen für Investoren hoch riskant.
Ökonomen: US-Staatsanleihen werden hoch riskant

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Der US-Ökonom Laurence Kotlikoff warnt in Forbes vor dem Kauf von US-Staatsanleihen. Vor allem für Pensionsfonds sei es nicht mehr kontrollierbar, ob die US-Finanzen in Ordnung sind oder nicht. Daher seien jederzeit eine Inflation oder eine Staatspleite möglich.

Grund sind die im Herbst 2018 beschlossenen neuen Buchführungsregeln für öffentliche Haushalte der USA. Diesen von der FASAB festgelegten Regeln zufolge können Budgetposten jederzeit verschoben und nachträglich geändert werden, wenn sie zu einer Materie der Nationalen Sicherheit erklärt würden. Nur noch wenige Personen im Regierungs- und Sicherheitsapparat wüssten dann über die tatsächliche Haushaltslage Bescheid. Verschiebungen können gemäß dem neuen „Standard 56“ in allen Einheiten vorgenommen werden, die entweder direkt von staatlichen Stellen budgetiert werden, bei denen die Regierung Eigentümer ist oder bei Einrichtungen, die von der Regierung kontrolliert werden.

Die Ökonomen Koltikoff und Skidmore führen aus, dass es somit offiziell eine doppelte Buchführung in allen von der US-Regierung geführten oder kontrollierten Einheiten geben werde: Eine – ohne jede Aussage – für die Öffentlichkeit, und eine, die die tatsächlichen Finanzverhältnisse darstellt. Diese ist allerdings nur jenen Personen zugängig, die eine security clearance haben.

Koltikoff schreibt:

"Rechnungslegungsregeln werden oft als langweilig und unwichtig angesehen. In diesem Fall ist dies nicht der Fall. Das neue FASAB-Urteil hat enorme und äußerst gefährliche Folgen für unsere Nation. Die Menschen sollten über diese Änderungen Bescheid wissen, damit sie die Möglichkeit haben, ihre Bedenken zu äußern und die Entscheidung umzukehren. Bei Anlegern, Pensionskassenmanagern und anderen, die US-Staatsanleihen kaufen oder halten, gilt dies als Vorbehalt. Wenn die Regierung über ihre Ausgaben lügen kann, kann sie auch über die Höhe ihrer Schulden die Unwahrheit verbreiten. Je höher aber die roten Zahlen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Regierung entweder indirekt in die Zahlungsunfähigkeit rutscht (eine Idee, die Präsident Trump geäußert hat) oder implizit pleitegeht, indem sie Geld druckt, um ihre Rechnungen zu bezahlen, die Inflation auszulösen und ihre Schulden in verwässerter Form mit einer Dollar-Abwertung zurückzahlt.“

Hintergrund der neuen Regeln, mit denen sich die US-Regierung aus den GAAP-Prinzipien verabschiedet, ist die Entdeckung, dass es in zwei Ministerien für 21 Billionen US-Dollar keine Belege gibt. Es ist völlig unklar, woher das Geld kommt und wohin es gegangen ist. Die Regierung hat bisher jede Aussage zu diesem Skandal verweigert.

Mit dem neuen Standard 56 ist die doppelte Buchführung für alle US-Behörden legalisiert worden.

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