Bericht: Post wird Brief-Preise erneut deutlich anheben

Lesezeit: 2 min
15.01.2019 10:07
Die Post wird die Briefpreise im laufenden Jahr wahrscheinlich deutlich anheben.
Bericht: Post wird Brief-Preise erneut deutlich anheben

Die Bürger in Deutschland müssen sich ab April auf höhere Preise der Deutschen Post für ihre Briefe einstellen. Die Bundesnetzagentur, die die höheren Preise genehmigen muss, erklärte in einem Reuters am Dienstag vorliegenden Schreiben an ihren politischen Beirat, nach ihrem Fahrplan könnten "frühestens zu Beginn des zweiten Quartals 2019 neue Porti eingeführt werden". Über das Schreiben hatte auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Post-Chef Frank Appel hatte sich mehrfach für eine deutliche Preiserhöhung im deutschen Briefgeschäft des Konzerns ausgesprochen. Aktuell wird eine Erhöhung von derzeit 70 auf bis zu 80 Cent erwartet, die voraussichtlich wieder für mehrere Jahre gelten soll. Aktien der Post legten am Morgen angesichts der sich abzeichnenden Porto-Erhöhung um knapp drei Prozent auf 25,63 Euro zu.

Die Bundesnetzagentur steckt den Rahmen für teurere Briefe des ehemaligen Staatsmonopolisten ab. Der Regulierer berücksichtigt dabei auch Inflation, Briefmengen und Kostenentwicklung bei der Deutschen Post. Einen Entwurf seiner Rahmenentscheidung wolle der Regulierer "voraussichtlich Mitte Januar" der Post übermitteln, die dann eine Stellungnahme abgeben muss, hieß es in dem Schreiben. Mitte März solle dann eine endgültige Entscheidung über den Rahmen ergehen, in dem die Post ihre Preise erhöhen kann. Der Bonner Konzern legt diese dann in konkrete Preisvorschläge für seine einzelnen Produkte wie die Postkarte und den Standardbrief um. Darüber muss der Regulierer dann binnen zwei Wochen entscheiden. "Neue Briefporti werden daher frühestens zu Beginn des zweiten Quartals 2019 gelten können", heißt es in dem Schreiben weiter.

Die Post erklärte, sie erwarte, dass ihr der Entwurf der beabsichtigten Rahmen-Entscheidung des Regulierers noch am Dienstag zugehen werde. Die Post werde ihre Aktionäre unterrichten, "sobald sie die beabsichtigte Entscheidung der Bundesnetzagentur bewerten konnte".

Das Dax-Unternehmen hatte seine Briefpreise für die Verbraucher eigentlich schon Anfang des Jahres anheben wollen. Doch die Bundesnetzagentur hatte die Entscheidung damals auf Eis gelegt. Hintergrund ist die laufende Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts des Konzerns, zu der Post-Chef Appel ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht hat. Der Regulierer will die Auswirkungen der Umbauten in seine aktuelle Entscheidung einfließen lassen.

Das Briefgeschäft der Post in Deutschland leidet unter sinkenden Sendungsmengen, der Brief wird immer mehr durch elektronische Kommunikation wie die E-Mail ersetzt. Rasantes Wachstum registrieren die Rheinländer dagegen beim Paket - die Verbraucher bestellen ihre Waren im Internet, die Post liefert sie dann aus. Der Umsatz kletterte entsprechend, doch wuchsen die Kosten in der Sparte schneller als die Erlöse. Appel will das Steuer herumreißen und die Kosten drücken - die Sparte ist ein wichtiger Baustein für sein Jahresziel 2020, das vorsieht, den operativen Ertrag auf über fünf Milliarden Euro zu steigern.

Die Post hatte das Porto für das Massenprodukt Standardbrief zuletzt Anfang 2016 für drei Jahre von 62 auf 70 Cent erhöht - damals die größte Steigerung seit 1989.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Ticker: Merkel warnt vor stark steigenden Infektionszahlen

Lesen Sie alle wichtigen Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Politik
Politik Bericht: Russland und Iran liefern Waffen an Armenien gegen Aserbaidschan

Einem Bericht zufolge beliefern die Russen und die Iraner den Staat Armenien mit Waffen. Der Wahrheitsgehalt des Berichts ist fraglich.

DWN
Politik
Politik 3.100 Corona-Razzien in Österreich in nur einer Nacht

In Österreich fanden in der vergangenen Nacht von Samstag auf Sonntag 3.102 Corona-Razzien statt. Wer sich nicht an die Vorgaben hält,...

DWN
Finanzen
Finanzen Wer am stärksten vom Rückgang der Reallöhne in Deutschland betroffen ist

Die Löhne der Deutschen sind im laufenden Jahr erstmals seit Langem wieder gesunken.

DWN
Politik
Politik Corona: Erst haben unsere Politiker Deutschland in die Krise geführt - jetzt vollenden EU-Bürokraten das Werk

Die Corona-Maßnahmen in Deutschland waren unnötig, das Missmanagement der Politiker geht aber munter weiter. Die Auswirkungen für...

DWN
Politik
Politik Steckt George Soros hinter dem Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien?

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev sagt, dass vor zwei Jahren in Armenien ein Regime-Change im Auftrag des US-Investors George...

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 2. Teil: Ein mächtiger amerikanischer Vorposten in Europa

Lesen Sie heute den 2. Teil der großen DWN-Analyse "Polen und die USA".

DWN
Politik
Politik Russland, China und die Türkei sind die „neuen Imperien“

EU-Außenminister Borrell meint, dass Russland, China und die Türkei die „neuen Imperien“ seien. Die EU müsse die „Sprache der...

DWN
Politik
Politik Griechische Polizei: Migranten-Organisationen spionieren gezielt Küstenwache aus, um Schleusern zu helfen

Mehrere Migranten-Organisationen sollen systematisch die griechische Küstenwache ausspioniert haben, um türkischen Schlepperbanden...

DWN
Politik
Politik Immer noch unangreifbar, aber nicht mehr Zentrum der Welt: Die USA werden ihr Imperium aufgeben müssen

In Folge vier der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, wie die geografische Lage der USA ihre Außen-, Sicherheits-...

DWN
Finanzen
Finanzen Intervention der türkischen Zentralbank verpufft, Lira-Verfall beschleunigt sich

Die Leitzinsanhebung der türkischen Zentralbank ist wirkungslos verpufft, der Wertverfall der Landeswährung Lira beschleunigt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Größte Krise seit hundert Jahren: Jetzt hilft nur noch ein radikaler Schuldenschnitt

Weder unser Geld noch unsere Forderungen sind noch durch reale Wirtschaftsleistungen gedeckt - ein Nährboden für gesellschaftliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple baut in Dänemark gigantischen Windpark - größer als der Kölner Dom

Ein schleppender Neubau und anhaltende Proteste von Anwohnern haben in der Vergangenheit die Windparkbranche belastet. Jetzt kommen...

DWN
Technologie
Technologie Miele sucht mit neuem Back-Roboter Anschluss an die Marktführer aus Übersee

Beim lukrativen Geschäft mit digitalisierten Haushaltsgeräten liegt der deutsche Hersteller Miele aus Gütersloh weit hinter den...

celtra_fin_Interscroller