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Falscher Ton: Schlecht gemachte Webseiten schaden Auslands-Geschäften

Lesezeit: 1 min
13.02.2019 17:16
Die ausländischen Webpräsenzen vieler Mittelständler enthalten sprachliche Fehler und berücksichtigen die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und dem jeweiligen Auslandsmarkt nicht.
Falscher Ton: Schlecht gemachte Webseiten schaden Auslands-Geschäften

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Dass man sich bei Geschäften im Ausland an die dort herrschenden Verhältnisse anpassen muss, ist der überwiegenden Mehrzahl der Mittelständler bewusst. In einer Hinsicht gelingt die Anpassung vielen mittelständischen Unternehmen jedoch nicht: Bei der Gestaltung ihrer ausländischen Webseite.

Bei einer Analyse der Webpräsenz von 100 Mittelständlern fand der Mannheimer Übersetzungsdienst „flexwood translators and consultants“ heraus, dass mehr als zwei Drittel der Seiten sprachliche Fehler aufwiesen. Das war besonders im Englischen oft der Fall – deutlich wurde, dass der deutsche Seitenbetreiber die Übersetzung häufig selbst vorgenommen hatte. Nun sprechen die meisten Fachkräfte heutzutage Englisch, viele von ihnen auch fließend. Aber es besteht eben doch ein Unterschied zwischen Wort- und Schrift-Englisch. Und einen Text – vielleicht sogar einen mit vielen technischen Begriffen – in einer anderen als der Muttersprache fehlerfrei zu formulieren, ist den meisten dann doch nicht möglich.

Eine angemessene ausländische Webseite zu konzipieren, beinhaltet jedoch nicht nur sprachliche Korrektheit. Wichtig ist es auch, die Seite an die kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes anzupassen. Zum Beispiel die Auswahl der Fotos: Dass in vielen muslimisch geprägten Ländern eine andere Auffassung von der Darstellung der Frau herrscht als im Westen, ist allgemein bekannt. Dass es in anderen Kulturen – beispielsweise in Latein-Amerika – ratsam ist, ein Bild des Ansprechpartners zu präsentieren, weil dort dem zwischenmenschlichen Kontakt ein hohes Maß an Bedeutung zugemessen wird, gehört allerdings schon nicht mehr zum Allgemeinwissen.

Wichtig ist auch, die Punkte zu betonen, die für den jeweiligen ausländischen Käufer von besonderer Bedeutung sind. Das sei am Beispiel einer Maschine erläutert: In einem Land mit relativ wenig gut ausgebildeten Fachkräften ist möglicherweise die einfache Bedienbarkeit das für den Kauf entscheidende Argument. In einem anderen Land spielt dieses Argument vielleicht nur eine untergeordnete Rolle – dafür ist das entscheidende Argument vielleicht der Hinweis, dass die Maschine ein hohes Maß an Interkonnektivität aufweist.

Generell gilt die Empfehlung, jede für einen ausländischen Markt konzipierte Webseite von einem Muttersprachler, der mit den Verhältnissen in dem betreffenden Land beziehungsweise der betreffenden Region sehr gut vertraut ist, überprüfen zu lassen. Die dadurch entstehenden Kosten sind gering, verglichen mit dem möglichen Gewinn, den ein solcher Aufwand einbringen kann.

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