Deutschland

Volksbanken schließen deutschlandweit mehr als 600 Filialen

Lesezeit: 1 min
16.03.2019 08:44
Die Volks- und Genossenschaftsbanken ziehen sich aus der Fläche zurück. Stattdessen wird eine Kooperation mit Apple Pay erwogen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Hohe Abschreibungen im Wertpapiergeschäft lasten auf den Genossenschaftsbanken in Deutschland. Der Gewinn vor Steuern von Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftlichen Sonderinstituten fiel 2018 um gut 12 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, wie der Branchenverband BVR am Dienstag mitteilte.

Wegen des Einbruchs der Aktienmärkte zum Jahresende schnellte die Risikovorsorge im Wertpapiergeschäft auf eine Milliarde Euro in die Höhe. Mit dem operativen Geschäft zeigte sich der BVR dennoch zufrieden. Trotz der Niedrigzinsen kletterte der Zinsüberschuss um 0,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro - vor allem dank einer ausgeweiteten Kreditvergabe. Den Provisionsüberschuss steigerten die Volks- und Raiffeisenbanken auch dank Gebührenerhöhungen um 6,6 Prozent auf 5,3 Milliarden.

Dennoch hält der jahrelange Schrumpfkurs unter den Volks- und Raiffeisenbanken an. Durch Fusionen sank die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland im vergangenen Jahr um 40 auf 875 und fiel damit erstmals unter die Marke von 900 Instituten. Fast 600 Filialen wurden geschlossen, bundesweit zählte der BVR noch 10.520 Bankstellen.

Wie die Konkurrenz setzen auch die Volks- und Raiffeisenbanken zunehmend auf digitale Angebote wie das Online-Banking. "Zum Angebot von Apple Pay befinden wir uns in laufenden Gesprächen mit Apple und sind zuversichtlich, unseren Kunden noch in diesem Jahr eine Lösung anbieten zu können", sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin laut Redetext. Kunden einiger Großbanken können den Bezahldienst bereits seit Ende 2018 nutzen.

Volksbanken und Sparkassen, die das deutsche Privatkundengeschäft dominieren, sind bei Apple Pay aber noch außen vor. Das soll sich bei beiden bald ändern. Auch Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis sprach zuletzt von "sehr positiven Gesprächen mit Apple".

Bemerkenswert daran ist, dass man offenbar bereit ist, dem US-Technologiekonzern Zugriff auf die sensiblen Finanzdaten der deutschen Kunden zu gewähren.


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Verträge: Nach dem KaDeWe sind auch Oberpollinger und Alsterhaus gerettet
26.07.2024

Die berühmten Flaggschiffe der deutschen Warenhäuser scheinen nach der Pleite des Immobilien-Hasardeurs René Benko endlich gerettet zu...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfsgelder von Russland: EU gibt Erträge aus dem eingefrorenen Vermögen frei
26.07.2024

Die Europäische Union hat jetzt die ersten Zinserträge aus dem im Westen eingefrorenem russischen Staatsvermögen freigegeben. Die...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Islamisches Zentrum Hamburg - ein längst überfälliges Verbot, Frau Faeser!
26.07.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Bundeskanzler Scholz zu irregulärer Migration: „Die Zahlen müssen runter“
26.07.2024

Erwerbsmigration nach Deutschland sei erwünscht, meint der Kanzler. Problematisch findet er unerlaubte Einreisen. Eine Innenexpertin der...

DWN
Panorama
Panorama ADAC warnt: Es droht schlimmstes Stau-Wochenende der Saison
26.07.2024

Wer nun in den Urlaub fährt, sollte etwas mehr Zeit einplanen und mitunter starke Nerven haben. Der ADAC rechnet mit vielen Staus. Lassen...

DWN
Politik
Politik Außenministerin Baerbock: Seegerichtshof in Hamburg wird an Bedeutung gewinnen
26.07.2024

In Hamburg informiert sich die Außenministerin bei ihrer Sommerreise über die Arbeit des Internationalen Seegerichtshofs. Anschließend...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB nach Stresstest: Banken haben Verbesserungsbedarf bei Cyber-Angriffen
26.07.2024

Seit der Finanzkrise 2008 wird genauer hingeschaut bei den Banken. Im Euroraum müssen sich die Institute nach Einschätzung der...

DWN
Politik
Politik Verfassungsschutz weist auf russische Sabotageversuche hin
26.07.2024

Der deutsche Inlandsgeheimdienst beobachtet schon länger verstärkte russische Geheimdienstaktivitäten. Neue Hinweise veranlassen ihn...