Deutschland

Bundesbank: Gründe für Abschaffung des 500-Euro-Scheins sind haltlos

Lesezeit: 1 min
18.03.2019 17:31
Der Bundesbank zufolge gibt es keine belastbaren Beweise, dass Bargeld die Finanzierung krimineller Geschäfte ermöglicht.
Bundesbank: Gründe für Abschaffung des 500-Euro-Scheins sind haltlos

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Kurz vor der Abschaffung des 500-Euro-Scheins in Deutschland hat die Bundesbank Zweifel daran geäußert, dass solche Schritte die Schattenwirtschaft wirksam eindämmen können. "Hier fehlt es weiter am empirischen Nachweis, dass durch Maßnahmen wie die Abschaffung von Banknoten mit hohem Nennwert oder die Einführung von Barzahlungsobergrenzen tatsächlich Steuerhinterziehung und andere kriminelle Aktivitäten effektiv bekämpft werden können", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank.

Allgemein bezögen sich Untersuchungen der Schattenwirtschaft auf eine "unbeobachtbare Größe". Daher hingen die Ergebnisse möglicherweise stark von den getroffenen Annahmen ab und sollten nur vorsichtig interpretiert werden.

Die Bundesbank verweist zudem darauf, dass in der Schattenwirtschaft ebenso wie bei der Verbrechensfinanzierung nicht nur auf Bargeld zurückgegriffen werde. "Im Zuge der allgemeinen Digitalisierung gewinnen vielmehr alternative Zahlungsmittel, insbesondere im Zusammenhang mit der Abwicklung über das Internet beziehungsweise Darknet, zunehmend an Bedeutung."

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte 2016 beschlossen, die Produktion und Ausgabe der 500-Euro-Banknote gegen Ende des Jahres 2018 einzustellen. Damit hat der EZB-Rat eigenen Angaben zufolge Bedenken Rechnung getragen, dass diese Banknote illegalen Aktivitäten Vorschub leisten könnte. Seit einigen Jahren sind vermehrt Vorstöße gegen den Gebrauch von Bargeld weltweit zu verzeichnen.

Die Bundesbank und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) werden den Schein letztmals am 26. April ausgeben. Er bleibt allerdings gesetzliches Zahlungsmittel und behält seinen Wert auch auf Dauer: Er kann unbefristet bei den nationalen Zentralbanken umgetauscht werden.


Mehr zum Thema:  
Europa >

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Edelmetallmärkte

Wegen der unkontrollierten Staats- und Unternehmensfinanzierung durch die Zentralbanken im Schatten der Corona-Krise sind derzeitig...

DWN
Politik
Politik DWN-Kommentar: Deutsche müssen über Abschiebungen diskutieren - mit aller Vorsicht
26.04.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Tourismus-Branche: „In Hotellerie und Gastgewerbe ist noch nichts wieder in Ordnung“
26.04.2024

Die deutsche Tourismus-Branche, also Hotellerie und Gastronomie, firmiert neuerdings unter dem neuen Sammelbegriff „Gastwelt“ - auch um...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bürokratieabbau: Ministerin fordert mehr Widerstandsfähigkeit und Effizienz
26.04.2024

Rheinland-Pfalz ist ein mittelständisch geprägtes Land. Gerade kleinere Betriebe hadern mit zu viel bürokratischem Aufwand.

DWN
Politik
Politik Hybride Bedrohungen: Drohnen-Flüge und psychologische Kriegsführung
26.04.2024

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eindringlich vor hybriden Bedrohungen in Deutschland gewarnt. Gegen den Einsatz von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gallup-Studie: Globale Führungsbewertung 2024 - wie Deutschland unter Großmächten abschneidet
26.04.2024

Die Gallup-Studie 2024 zeigt die Stabilität und Herausforderungen in der globalen Führungsbewertung für Länder wie USA, Deutschland,...

DWN
Politik
Politik Habeck kontert Kritiker: „Energiekrise gemeistert und Strompreise gesenkt“
26.04.2024

Nach Kritik an Atomausstieg: Habeck und Lemke bestätigen, die Energieversorgung sei gesichert und nukleare Sicherheit gewährleistet.

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Wie sich Deutschland im internationalen Rennen positioniert
26.04.2024

Die Deutsche Industrie macht Tempo bei der KI-Entwicklung. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Analyse des Deutschen Patent- und...

DWN
Immobilien
Immobilien Commerzbank-Studie: Immobilienpreise könnten weiter fallen
26.04.2024

Deutsche Wohnimmobilien verlieren weiter an Wert. Die Commerzbank sieht ein Abwärtspotenzial von 5 bis 10 Prozent, abhängig von...