Finanzen

Altersarmut: Die Generation 50+ macht sich kaum Sorgen

Lesezeit: 2 min
16.06.2019 12:54
Ältere Bürger machen sich kaum Sorgen um ihre Rente. Auch investieren die meisten nicht bewusst in ihre Altersvorsorge.
Altersarmut: Die Generation 50+ macht sich kaum Sorgen
Eine Euro-Münze und Dollar-Scheine. (Foto: AFP)
Foto: AFP

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Angst vor Altersarmut ist in der Generation 50Plus kaum verbreitet. 75 Prozent der Deutschen im Alter von 50 bis 79 Jahren sagen, dass sie bei ihrer eigenen Altersvorsorge

ein "voll und ganz" oder "eher" positives Gefühl haben. Jüngere Generationen machen sich hingegen mehr Sorgen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen haben 67 Prozent ein gutes Gefühl bei der Altersvorsorge und bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 64 Prozent.

Das sind Ergebnisse des bevölkerungsrepräsentativen TeamBank-Liquiditätsbarometers, für das 1001 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren im Frühjahr 2019 befragt wurden.

Das Vertrauen der über 50-Jährigen in die eigene Altersvorsorge macht sich auch durch die vergleichsweise geringe Bereitschaft bemerkbar, für das Alter vorzusorgen. So plant nur jeder Zweite von ihnen in den nächsten zwölf Monaten "ganz sicher" oder "wahrscheinlich" entsprechende Investitionen. In der Generation der 18- bis 29-Jährigen wollen sich im gleichen Zeitraum hingegen 72 Prozent und bei den 30- bis 49-Jährigen sogar 78 Prozent finanziell absichern.

"Trotz der zuletzt intensiv geführten Debatten um Altersarmut scheint das Problem die Generation 50Plus kaum zu beschäftigen", sagt Frank Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender der TeamBank AG. "Das ist insofern bemerkenswert, weil aufgrund des demografischen Wandels fraglich ist, ob das derzeitige Rentenniveau künftig zu halten sein wird."

Altersvorsorge hat bei über 50-Jährigen keine Priorität

Die Generation 50Plus hält das Thema Altersvorsorge sogar für weniger wichtig als vor einem Jahr. Nur 37 Prozent der 50- bis 79-Jährigen schätzen finanzielle Sicherheit und Vorsorge für die Zukunft als "sehr wichtig" ein. Das entspricht einem Rückgang um zehn

Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dafür sind die über 50-Jährigen etwas konsumorientierter als noch vor einem Jahr. So stieg der Anteil derer, die ein schönes Auto sowie einen gewissen Luxus für "sehr wichtig" halten, um je einen Prozentpunkt auf drei

Prozent an.  Für die Jüngeren hat Altersvorsorge hingegen eine höhere Bedeutung. So sehen 41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 43 Prozent der 30- bis 49-Jährigen das Thema als "sehr wichtig" an.

Obwohl sie der Altersvorsorge weniger Bedeutung beimessen sind die über 50-Jährigen mit ihrer Absicherung im Alter zufriedener als jüngere Generationen. Laut der Umfrage sind 26 Prozent der 50- bis 79-Jährigen mit ihrer Vorsorge "sehr zufrieden". Unter den 18- bis 29-Jährigen ist das nur bei 19 Prozent und unter den 30- bis 49-Jährigen sogar nur bei 15 Prozent der Fall.

Zufriedenheit mit den eigenen Finanzen ist hoch

Bei der Einschätzung ihrer Zukunftsperspektive orientieren sich die Menschen immer auch an ihrer aktuellen finanziellen Situation. Grundsätzlich sind die meisten Befragten mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. Der Status der Generation 50Plus hat sich innerhalb des vergangenen Jahres sogar verbessert. Derzeit schätzen 84 Prozent von ihnen die finanzielle Lage als "gut" oder "sehr gut" ein. Das entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Noch besser geht es nur den 30- bis 49-Jährigen, von denen 88 Prozent ihre Situation positiv beurteilen. Bei den 18- bis 29-Jährigen teilen 82 Prozent diese Einschätzung.

"Auch wenn sich aktuell eine Eintrübung der Konjunktur abzeichnet, hat die Bundesrepublik seit 2009 gerade die zweitlängste Aufschwungphase in der Geschichte des Landes erlebt", sagt Frank Mühlbauer. "Das hat zum Beispiel dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung ist. Insbesondere die Generation 50Plus konnte durch gestiegene Löhne und Renten von diesem Aufschwung profitieren."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schmelzhütten in Europa müssen Produktion einstellen

Am Dienstag hat schon eine holländische Zinkhütte wegen hoher Energiekosten die Einstellung der Produktion angekündigt. Nun trifft es...

DWN
Finanzen
Finanzen Lebensmittel auf Kredit: Supermarkt-Kette zielt auf ärmere Kunden

Die britische Supermarktkette Iceland Foods bietet ihren Kunden Kredite für den Kauf von Lebensmitteln an. Das Programm richtet sich an...

DWN
Politik
Politik Washington Post: Der Weg zum Krieg

Die US-amerikanische Tageszeitung zeichnet über eine Reihe von Interviews mit Behördenvertretern aus den USA, der Ukraine sowie der EU...

DWN
Finanzen
Finanzen Lohnen sich Hedgefonds für Privatanleger?

Hedgefonds gelten als Königsklasse der Investments und versprechen hohe Gewinne. Doch es gibt auch Schattenseiten.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Gas-Vorräte reichen weniger als drei Monate

Selbst wenn es Deutschland gelingen sollte, seine Reserven vollständig zu füllen, reicht das Gas nicht einmal drei Monate, falls Russland...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflation in Großbritannien steigt über 10 Prozent

Die bereits hohe Inflation in Großbritannien hat sich weiter beschleunigt. Im Juli lagen die Verbraucherpreise um 10,1 Prozent höher als...

DWN
Finanzen
Finanzen Vorbereitung auf Super-Crash: Star-Investor stößt alle Aktien ab - bis auf eine

Der bekannte Investor Michael Burry warnt seit Monaten vor einem verheerenden Börsencrash und stößt fast seinen gesamten Aktienbestand...

DWN
Politik
Politik Neue Weltordnung: Platzt die transatlantische Illusionsblase?

Dr. Josef Braml, Bestsellerautor und Berater weltweit führender Think Tanks gibt im Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten...