Deutschland

BlaBlaBus beginnt Betrieb von Busfahrten in Deutschland

Lesezeit: 2 min
24.06.2019 13:52
Der französische Anbieter BlaBlaBus hat am Montag den Betrieb von fünf Strecken in Deutschland aufgenommen.
BlaBlaBus beginnt Betrieb von Busfahrten in Deutschland
Ein BlaBlaBus vor dem Brandenburger Tor. (Foto: BlaBlaCar)

Mit einem eigenen Angebot für Fernbusreisen greift die französische Mitfahrplattform Blablacar den bisherigen Platzhirsch Flixbus an. Unter dem Namen Blablabus und mit 19 verschiedenen Destinationen in Deutschland ist die zum französischen Unternehmen Comuto gehörende Marke am Montag an den Start gegangen. Am frühen Morgen begann der erste Fernbus der Plattform seine Reise von Düsseldorf nach Berlin.

Bis September zahlen Kunden knapp einen Euro pro Fahrt, wie der für Deutschland zuständige Manager Christian Rahn in Berlin sagte. Bis Ende des Jahres sollen hierzulande rund 40 Destinationen angefahren werden, europaweit sollen es dann 400 sein.

Bislang war Comuto in Deutschland nur über seine Mitfahrplattform Blablacar aktiv. Über die App können Privatmenschen Mitfahrgelegenheiten in ihren Autos anbieten und nutzen. Rund 6,5 Millionen Kunden sind Unternehmensangaben zufolge in Deutschland derzeit registriert.

"Wir verstehen Blablabus als Ergänzung zu diesem Angebot", sagte Rahn. Während die Privatfahrten vor allem Ziele abseits der verkehrsintensiven Hauptachsen in Deutschland ansteuern würden, konzentriere sich das neue Angebot auf eben diese Hauptstrecken.

Mit der Übernahme des französischen Busunternehmens Ouibus ist Blablabus in Frankreich schon länger auf beiden Geschäftsfeldern unterwegs. Der Kauf soll Ende diesen Monats abgeschlossen werden, die Marke Ouibus dann verschwinden. Deutschland ist der zweite Markt in Europa, auf dem Blablabus nun angreifen will.

Der deutsche Fernbusmarkt wurde im Jahr 2013 liberalisiert, um vor allem bei der Deutschen Bahn für mehr Wettbewerbsdruck zu sorgen. Zahlreiche Unternehmen standen da schon seit langem mit eigenen Angeboten in den Startlöchern. Doch nach und nach dominierte Flixbus den Markt und verdrängte die meisten. Nach Daten des Marktforschungsinstituts IGES hat Flixbus inzwischen einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent. Täglich bietet die Firma 350 000 Verbindungen an. Dafür stehen dem Unternehmen rund 2000 Busse und 7000 Fahrer zur Verfügung.

Es sei nicht abzusehen, ob Blablabus daran langfristig etwas ändern könne, sagte IGES-Geschäftsführer Christoph Gipp am Montag. Auf den derzeitigen Blablabus-Strecken verkehren die Busse noch maximal drei Mal am Tag, auf den meisten seltener. Doch das soll sich schnell ändern und zudem könnte dem neuen Wettbewerber seine Bekanntheit helfen: "Mit Blablabus mischt nun jemand mit, der in Deutschland bereits als Anbieter von Mitfahrzentralen erfahren und bekannt ist", sagte Gipp.

Flixbus äußerte sich am Montag erwartungsgemäß gelassen zum neuen Konkurrenten. "Wir sind harten Wettbewerb gewohnt", teilten die Münchner auf Anfrage mit. Es werde sich zeigen, ob Blablabus "anpassungsfähig genug ist, um auf diesen sich schnell wandelnden Markt zu reagieren".

Wie Flixbus besitzt Blablabus weder eine eigene Flotte noch stellt das Unternehmen eigene Fahrer an. Stattdessen kooperiert es mit privaten Busunternehmen, die auch die Fahrer anstellen. Mit Kampfpreisen will sich Blablabus nun etablieren. Querfinanziert wird das mit dem in Deutschland gut laufenden Blablacar-Geschäft. "Wir sind mit Blablacar profitabel", sagte Deutschland-Manager Rahn. "Dieses Instrument werden wir nutzen." Noch bis September zahlen Kunden pro Fahrt nur ein Euro, erst danach werde es teurer.

Doch über den Preis dürfe der Wettbewerb langfristig nicht ausgefochten werden, warnte Lars Wagner, Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. "Der Preiskampf darf nicht auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden." Wenn alles über das günstigste Angebot laufe, schade das am Ende den Beschäftigten. Wagner rief die Konkurrenten dazu auf, die Fahrer auf dem sehr engen Personalmarkt mit attraktiven Rahmenbedingungen zu locken.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Kalte Enteignung der Sparer geht in eine neue Runde

Die kalte Enteignung der Sparer ist in vollem Gange. Nichts deutet darauf hin, dass sich die Lage verbessert – ganz im Gegenteil.

DWN
Politik
Politik „Wir sind am Ende“: Unternehmen bereiten Verfassungsklage gegen das Infektionsschutzgesetz vor

Eine Gruppe von Händlern und Gastronomen will gegen die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes und der Einführung einer...

DWN
Politik
Politik Unruhe in Peking: „Die USA wollen in China einen Umsturz herbeiführen“

Einem chinesischen Bericht zufolge planen die USA, auf dem chinesischen Festland eine Farbrevolution herbeizuführen. Es sei geplant, einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Milliarden-Verlust: Realzins pulverisiert deutsche Spareinlagen

Der Realzins dreht im ersten Quartal mit minus 1,25 Prozent wieder ins Negative. Das heißt, dass die Ersparnisse der Deutschen im 1....

DWN
Deutschland
Deutschland Das sind die umstrittenen Bestimmungen des Bundes-Lockdowns

Aus einer Aufstellung geht detailliert hervor, welche Folgen der Bundes-Lockdown für Unternehmer und Bürger haben wird.

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus: Konsum-Rausch in den USA, Biden saniert damit geschickt den Staatshaushalt

Ökonomen zufolge hat das aktuelle US-Konjunkturpaket einen Konsumrausch ausgelöst, weil Schecks an die Bevölkerung verteilt wurden. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen „Gold ist die Grundlage der Stabilität des internationalen Währungssystems“

Nach Angaben der europäischen Notenbanken ist Gold wichtig für die Stabilität des internationalen Währungssystems. Doch das Edelmetall...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft BlackRock und Corona-Krise: Zwischen Allmacht, Größenwahn und Profitgier

Der US-Vermögensverwalter BlackRock gehört zu den größten Profiteuren der Corona-Krise. Doch damit nicht genug. BlackRock wird auch im...