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Spanien will den deutschen Mittelstand kopieren

Lesezeit: 2 min
30.06.2019 08:10
Spanien plant, das Modell des deutschen Mittelstands zu übernehmen. Doch in dem Land können nur 0,6 Prozent der Unternehmer als Mittelständler eingestuft werden.

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Einem Bericht des Handelsblatts zufolge hat Spanien ein großes Interesse daran, das Modell des deutschen Mittelstands zu übernehmen. Zu diesem Zweck wurde am 23. Mai 2019 in den Räumlichkeiten der deutschen Botschaft in Madrid eine Veranstaltung organisiert.

Carmen Heidecke, Leiterin des Referats für das Zentrale Innovationszentrum Mittelstand (ZIM) im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, klärte die Teilnehmer über die Funktionsweise des ZIM auf und soll auf Begeisterung gestoßen sein. John de Zulueta, Vorsitzender des Unternehmerverbands Círculo de Empresarios, soll offen gesagt haben: “Uns würde es freuen, wenn wir den deutschen Mittelstand kopieren könnten. Dann würde die Produktivität der spanischen Unternehmen um 13 Prozent zulegen.”

Einer Studie von Círculo de Empresarios zufolge sollen mittelständische Unternehmen in Spanien einen Umsatz zwischen 30 und 500 Millionen Euro pro Jahr erzielen, was sie produktiver als Großunternehmen mache. “Das Problem aber ist, dass es in Spanien nur sehr wenig Mittelständler gibt: Sie machen weniger als ein Prozent aller spanischen Unternehmen aus, während mittelgroße Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2016 immerhin auf einen Anteil von 2,9 Prozent kommen”, so das Handelsblatt.

Der spanische Unternehmerverband hat gemeinsam mit dem spanischen Institut für Außenhandel und der Stiftung Bankinter die Initiative “CRE100DO” ins Leben gerufen – ein Wortspiel mit dem spanischen Ausdruck für wachsend („creciendo“). Ausgewählt wurden 100 Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 und 300 Millionen Euro, deren Chefs sich regelmäßig zu Schulungen über Finanzierungsthemen, Personalarbeit oder Technologie treffen, für die der Círculo Experten Vortragende aussucht.

Aus der Webseite von “CRE100DO” geht hervor: CRE100DO ist ein von der Stiftung Bankinter Innovation, dem ICEX und dem Círculo de Empresarios initiiertes Geschäfts-Transformation-Programm, das in den nächsten fünf Jahren 100 spanische Unternehmen auf ihrem Weg zu DO BIG (Wachstum auf höchstem Niveau, Anm. d. Red.) begleiten und vielen anderen den Weg ebnen wird. CRE100DO zielt darauf ab, einen Referenzrahmen für das Wachstum von Unternehmen zu entwickeln, von dem das Land profitiert und die Geschäftskonzepte und -praktiken mit einem großen Einfluss verbreitet werden.”

Nach Angaben des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB) gibt es in Spanien 2.458.324 Unternehmen, von denen 94,9 Prozent Kleinstunternehmen, 4,5 Prozent Kleinunternehmen und 0,6 Prozent mittelgroße Unternehmen sind. Von den  8.039.287 Beschäftigen entfallen 56,3 Prozent auf Kleinstunternehmen, 25,6 Prozent auf Kleinunternehmen und 18,1 Prozent auf mittelgroße Unternehmen.

Die wirtschaftliche Wertschöpfung Spaniens resultiert zu 61,4 Prozent (271,5 Milliarden Euro) auf Kleinst-, Klein- und mittelgroße Unternehmen. Davon entfallen 41,7 Prozent auf Kleinstunternehmen, 29,8 Prozent auf Kleinunternehmen und 28,5 Prozent auf mittelgroße Unternehmen. Bemerkenswert ist, dass die mittelgroßen Unternehmen, die nur 0,6 Prozent aller Unternehmen ausmachen, fast ein Drittel der Wertschöpfung erzielen.

 


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