Politik

Handelskrieg: Deutschland fest im Visier von Trump

Lesezeit: 1 min
07.07.2019 17:24
In den USA startet demnächst der Wahlkampf. Der Präsident wird wohl versuchen, mit verstärkten Attacken auf Deutschland und andere internationale Gegner bei den Wählern zu punkten. Doch es gibt auch ein positives Signal für die deutschen Investoren.
Handelskrieg: Deutschland fest im Visier von Trump
Donald Trump zeigt Angela Merkel, wo es langgeht. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

 

Den deutschen Investoren stehen in den kommenden 15 Monaten turbulente Zeiten bevor: Am 3. November 2020 wählen die US-Amerikaner ein neues Staatsoberhaupt. Der Wahlkampf, der in der größten Volkswirtschaft der Welt ausgetragen wird, dürfte für die Unternehmen, die international ihre Geschäfte abwickeln, dieses Mal besonders unangenehm werden.

Denn der amtierende US-Präsident Donald Trump, der mit seinen ständigen protektionistischen Blockaden die international agierenden Unternehmen schon seit Jahren ärgert, wird wohl insbesondere den Handelskrieg instrumentalisieren, um bei seinen einheimischen Wählern zu punkten. Die Ausrufung des Handelskrieges ist aber nur der erste Teil seiner Strategie: Danach geht Trump meist wieder auf seine Kontrahenten zu und versucht, sie zu besänftigen.

So irritiert er zwar ständig seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping mit Drohungen, Strafzöllen und Sanktionen. Doch setzt Trump dann aber doch nicht alles um, was er zuvor lauthals angekündigt hat. Und schließlich nennt er Xi Jinping sogar noch „einen unglaublichen Kerl, mit dem er eine phantastische Beziehung“ habe.

Die Spannung, die er damit aufbaut, garantiert ihm eine weitreichende mediale Aufmerksamkeit. Darüber hinaus bringen ihm die ständigen Angriffe auf internationale Gegner bei vielen US-Wählern Sympathiepunkte. Genauso hat Trump auch bei den vergangenen Wahlen gewonnen – eine Methode übrigens, die auch in den Social-Media-Kanälen funktioniert, um die Nutzer auf seine Seite zu bekommen. Trump braucht für seine Wechselstrategie mit Angriff und Versöhnung möglichst viele Gegner, die er dann wieder zu Freunden erklärt. Deswegen hat der US-Präsident auch Deutschland fest in seinem Visier, das besonders stark vom US-Geschäft abhängt. Denn der Außenhandel mit den USA steuert pro Jahr mehr als fünf Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

Darauf hat auch der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) reagiert. Die Organisation senkte im Juli ihre Wachstumsprognose für die deutsche Exportwirtschaft für das laufende Jahr auf ein Prozent. Zuvor war die DIHK noch von einem Plus von 1,2 Prozent gegenüber 2018 ausgegangen.

Hintergrund: Einer Umfrage zufolge, die die Organisation unter 4.500 deutschen Geschäftsleuten durchgeführt hat, gehen erstmals seit Bestehen der Erhebung mehr Manager von einer künftigen Verschlechterung der Weltwirtschaft aus als von einer Verbesserung. 27 Prozent rechnen mit Rückgängen, während nur noch 24 Prozent an ein Wachstum glauben. Im Herbst hatten sich noch zwei Prozentpunkte mehr positiv als negativ geäußert. Unterstrichen wird der maue Ausblick auch von den beiden deutschen Schlüsselindustrien – dem Automobil- und dem Maschinenbau. Während erstere mit einem Rückgang der Produktion im laufenden Jahr von etwa einem Prozent rechnet, wird im Maschinenbau sogar eine Abschwächung von etwa zwei Prozent erwartet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen EZB erwägt Verlängerung der Krisen-Anleihenkäufe PEPP

Die Europäische Zentralbank prüft derzeit eine Verlängerung ihres Pandemie-Notfallkaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase...

DWN
Finanzen
Finanzen Robuste China-Daten und Impfstoff-Anträge beflügeln deutsches Leitbarometer

Die deutschen Börsen sind heute Morgen mit Gewinnen in den neuen Tag gestartet. Es gab sehr positive Nachrichten.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Biontech und Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs beantragt. Sollte die Behörde...

DWN
Deutschland
Deutschland Streit um Rundfunkbeitrag droht Koalition in Sachsen-Anhalt zu sprengen

Wegen der Blockade durch CDU und AfD in Sachsen-Anhalt kann der Rundfunkbeitrag voraussichtlich nicht erhöht werden. Daher droht nun auch...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Staaten treiben europäische Bankenunion mit ESM-Reform voran

Die Euro-Staaten haben eine Reform des ESM in die Wege geleitet. Dieser soll künftig als "letzte Verteidigungslinie" bei drohenden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ifo-Institut: 15 Prozent der Unternehmen sehen ihre Existenz bedroht

"Gegen den Juni ist das eine Verbesserung, denn da waren es 21 Prozent", erklärte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Bargeld vor dem Aus? Der digitale Dollar wird schneller kommen als uns lieb ist

Ein Gesetz zur Einführung des digitalen Dollars wird voraussichtlich in den kommenden Monaten vom US-Kongress verabschiedet. Der...

DWN
Politik
Politik Wikileaks: CIA führt Cyber-Kriege von US-Konsulat in Frankfurt aus

Wikileaks hatte im Jahr 2017 eine große Datenmenge über die Arbeit der CIA veröffentlicht. Die Dokumente zeigen, wie massiv die CIA im...

DWN
Politik
Politik Offizieller Plan zur Aufhebung der Reisefreiheit ohne Impfung

Der internationale Flugverband IATA will einen digitalen Corona-Impfpass einführen. Wer bereit ist, sich gegen Corona impfen zu lassen,...

DWN
Politik
Politik Wahlbetrug? US-Richter lässt Stimmenzähl-Maschinen in Georgia „einfrieren“

Ein Bezirksrichter im US-Bundesstaat Georgia hat drei Wahlmaschinen „einfrieren“ lassen. Es soll offenbar eine forensische Inspektion...

DWN
Deutschland
Deutschland Finanzminister Scholz: „Ich unterstütze die Arbeit der EZB an einem digitalen Euro voll”

Bundesfinanzminister Scholz konstatiert einen starken Trend hin zu bargeldlosen, digitalisierten Bezahlmöglichkeiten in Europa: „Es gibt...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach drei Jahren: Bitcoin steigt auf Rekordhoch

Am Montag überstieg der Bitcoin-Kurs seinen bisherigen Rekordstand vom Dezember 2017. Reißt der Kurs als nächstes die Marke von 20.000...

DWN
Deutschland
Deutschland Minus 0,3 Prozent: Inflation fällt auf tiefsten Stand seit 2015

Die gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten drücken die deutsche Inflationsrate auf den tiefsten Stand seit Januar 2015. Die...