Deutsche Bank: Algorithmen kaufen weiterhin Aktien, während sich Anleger zurückziehen

 

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23.07.2019 17:05
Auf den Aktienmärkten zeichnet sich eine merkwürdige Kluft ab. Während menschliche Anleger ihre Positionen verringern, tätigen Algorithmen starke Zukäufe.
Deutsche Bank: Algorithmen kaufen weiterhin Aktien, während sich Anleger zurückziehen
Aktienhändler beobachten Kurse am New York Stock Exchange, die zuletzt durch Algorithmen getrieben wurden. (Foto: dpa)

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Die Aktienmärkte steigen und steigen. Das scheint merkwürdig vor dem Hintergrund, dass Anleiherenditen auf eine bevorstehende Rezession hindeuten und dass Aktienfonds die stärksten jemals gemessenen Mittelabflüsse verzeichnen, während Anleihefonds die stärksten jemals gemessenen Zuflüsse verzeichnen.

Laut Analysten der Deutschen Bank ist der Hauptgrund für die extreme Aktienrallye, dass große Konzerne ihre eigenen Aktien zurückkaufen. Auf diese Weise gleichen sie die Mittelabflüsse aus und stabilisieren ihre Aktienkurse beziehungsweise treiben sie zu neue Rekorden, auch wenn die Risiken steigen.

"Rückkäufe waren der wichtigste Treiber für die Gewinne im S&P 500 während dieses Zyklus", sagte kürzlich Analyst Parag Thatte von der Deutschen Bank. Im vergangenen Jahr lagen die Rückkäufe brutto bei über 200 Milliarden Dollar pro Quartal. Und es deutet sich "noch keine Verlangsamung an", zitiert der US-Finanzblog ZeroHedge den Analysten.

Nachfrage nach Aktien kommt nicht nur aus Rückkäufen

Zwar sind die massiven Aktienrückkäufe durch große Börsenunternehmen der Hauptgrund für die anhaltende Aktienrallye des laufenden Jahres. Doch sie sind nicht der einzige Grund, wie aus einer weiteren Analyse der Deutschen Bank aus der vergangenen Woche hervorgeht.

Demnach haben vor allem menschliche Investoren, darunter Long/short-Hedgefonds, gemanagte Anlagefonds und Kleinanleger, die von ihnen verwalteten Aktienpositionen zuletzt reduziert.

Jene Investitionsfonds hingegen, wo Anlageentscheidungen nicht durch menschliches Urteil, sondern durch verschiedene numerische Methoden bestimmt werden - auch "Quants" oder "Roboter" genannt - haben ihre Aktienpositionen nicht nur stabil gehalten, sondern diese sogar erhöht.

Merkwürdig starke Kluft zwischen Menschen und Algorithmen

Historisch gesehen haben sich die Aktienpositionierungen für menschliche Strategien und Algorithmen im Einklang bewegt. Doch seit einigen Monaten reduzieren menschliche Anleger ihr Engagement kontinuierlich, was ihrem historischen Vorgehen entspricht, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Doch während die "Menschen" verkauft haben, haben die "Roboter" ihre Aktienpositionen zuletzt massiv erhöht. Daher war die Kluft zwischen der menschlichen und der systematischen Aktienpositionierung zuletzt ungewöhnlich groß.

Diese ungewöhnliche Kluft bedeutet, dass die Aktienmärkte derzeit eher die Investitionsentscheidungen von Algorithmen widerspiegeln, als die von Menschen. Die Märkte haben sich von den menschlichen Investoren abgekoppelt und wurden zuletzt (neben Aktienrückkäufen) vor allem von Algorithmen in die Höhe getrieben.

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