Finanzen
Hohe Abgabenlast

Auf viele Empfänger von Betriebsrenten warten böse Überraschungen

Bei der Auszahlung von Betriebsrenten gibt es aufgrund der hohen Abgaben für viele Begünstigte ein böses Erwachen.
09.08.2019 16:59
Lesezeit: 1 min

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Streit um Entlastungen für Betriebsrentner wächst der Druck auf die Bundesregierung. Nach Angaben des Sozialverbands VdK beklagen sich immer mehr Betroffene bei den Sozialverbänden. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag: "Doppelverbeitragung von Betriebsrenten regt unsere Mitglieder wahnsinnig auf. Jeden Monat melden sich bei uns Mitglieder, die gerade verrentet werden und jetzt erst erfahren, dass ihre schöne Betriebsrente 18 Prozent weniger wert ist."

Von der sogenannten Doppelverbeitragung sind neben Betriebsrentnern auch Direktversicherte betroffen, insgesamt betrifft dies etwa sechs Millionen Menschen. Seit einer Reform im Jahr 2004 fällt auf beide Vorsorgearten in der Auszahlungsphase der volle Krankenkassenbeitrag an. Die Empfänger müssen also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an ihre Krankenkasse abführen. Zusammen mit dem Beitrag für die Pflegeversicherung werden demnach rund 18 Prozent fällig.

Bentele betonte, bei den Betriebsrenten sei mit der Neuregelung von 2004 viel Vertrauen verspielt worden. "Es ist natürlich so, dass niemand einen solchen Vertrag abgeschlossen hätte, wenn 1978 bekannt gewesen wäre, dass später Krankenversicherungsbeiträge auf die Auszahlungen fällig werden", sagte sie. "Da wäre es besser gewesen, das Geld unter sein Kopfkissen zu legen, denn eine Rendite von 18 Prozent erreicht keine betriebliche Altersvorsorge."

Zur Entlastung der Betroffenen fordert der VdK eine unverzügliche Rückkehr zum halben Beitragssatz. "Zusätzlich muss die Freigrenze von derzeit 155,75 Euro in einen Freibetrag umgewandelt werden", sagte Bentele. "Dann würde der halbe Beitragssatz nur auf den Betrag fällig, der die 155,75 Euro übersteigt." Durch diese beiden Maßnahmen würden alle Betriebsrentner entlastet, besonders die mit einer kleinen Betriebsrente, so die VdK-Präsidentin.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
03.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Werke und Jobs werden Opfer der Sparmaßnahmen
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der fränkische Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...