Deutschland
Planspiele zu Filialschließungen

Commerzbank bereitet Öffentlichkeit auf Stellenabbau vor

Die Commerzbank spielt derzeit offenbar die Schließung einer bedeutenden Zahl von Filialen durch.
21.08.2019 11:49
Lesezeit: 1 min

Die Commerzbank wird ihr vergleichsweise dichtes Filialnetz möglicherweise ausdünnen. In der Debatte über die künftige Ausrichtung des Instituts sind dem Vernehmen nach auch Filialschließungen kein Tabu. Das Handelsblatt berichtete über Planspiele, die Zahl der Zweigstellen von derzeit rund 1000 auf 800 bis 900 zu verringern. Nach Informationen des Manager Magazins liegt sogar ein Szenario auf dem Tisch, bei dem am Ende nur 600 bis 650 Standorte übrig bleiben könnten. Ein Commerzbank-Sprecher wollte die Berichte auf Anfrage am Mittwoch nicht kommentieren. Die Aktie trat in einem festeren Umfeld auf der Stelle.

Die Commerzbank sucht nach dem Platzen der erhofften Fusion mit der Deutschen Bank nach Antworten auf Ertragsschwäche und Zinstief. Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich das im MDax gelistete Institut zwar grundsätzlich gut aufgestellt. Mit der Profitabilität jedoch war der Vorstand um Martin Zielke zuletzt nicht zufrieden. Im ersten Halbjahr brach der Gewinn auf 391 Millionen Euro ein nach 533 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Und die Aussichten trüben sich zusehends ein: Die Weltkonjunktur schwächelt, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Strafzinsen für Bankeinlagen noch verschärfen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen Anfang August hatte Zielke eingeräumt, es werde "deutlich ambitionierter", das Jahresziel einer leichten Gewinnsteigerung zu erreichen: "Die Herausforderungen für die Branche und für uns nehmen weiter zu."

Im Herbst will das Management einen Plan vorlegen, wie die Bank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, in den nächsten Jahren nach vorne gebracht werden soll. Dann läuft die seit Oktober 2016 verfolgte Strategie aus.

Bei ihren Zweigstellen setzt die Commerzbank seit einiger Zeit auf einen Mix aus Kleinstfilialen und großen Standorten mit Komplettangebot. Privatkundenvorstand Michael Mandel hatte noch im Dezember betont: "Die Diskussion über Filialschließungen halte ich für verfehlt." Seit Jahren habe die Bank stabil rund 450 000 Kundenbesuche pro Tag in ihren Filialen. "Man sieht: Das Digitale ersetzt nicht die Filiale." Letztlich gehe es um ein effizientes, flächendeckendes Angebot.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Erholung bei Chip-Aktien stützt Nasdaq – Anleger warten auf Midterm-Ergebnisse
03.11.2026

Blick auf die Wall Street: Welche Dynamiken jetzt bei Tech-Riesen und Leitindizes die Richtung vorgeben.

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
03.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Werke und Jobs werden Opfer der Sparmaßnahmen
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der fränkische Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...