Politik

Griechenland: Krankenhäuser schließen wegen Zahlungsunfähigkeit

Lesezeit: 1 min
23.06.2012 01:49
Die Situation in den griechischen Krankenhäusern wird immer dramatischer. Ihr riesiger Schuldenberg führte nun dazu, dass sie teilweise nicht einmal mehr die grundsätzlichen Gegenstände wie Binden und Spritzen oder OP-Handschuhe zur Verfügung haben.
Griechenland: Krankenhäuser schließen wegen Zahlungsunfähigkeit

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Es ist derzeit keine einfache Lage, in der sich die griechischen Krankenhäuser befinden. Sie schulden ihren Lieferanten derzeit 1,58 Milliarde Euro. Der größte Teil, rund 800 Millionen Euro, ist gegenüber Lieferanten von medizinischen Geräten offen, rund 130 Milliarden müssen an Zulieferer von Verbrauchsmaterialien wie Spritzen, Handschuhe, Ampullen oder Binden gezahlt werden. Doch die Krankenhäuser sind nicht in der Lage, diese Rechnungen wirklich zu begleichen. In diesem Jahr erhalten die öffentlichen Krankenhäuser 2,1 Milliarden Euro, um ihre Betriebskosten zu decken und die Lieferanten zu bezahlen.

Die Folge der fehlenden Gelder: Es gibt einen dramatischen Mangel in der Grundausstattung der Krankenhäuser. „Wir sehen Engpässe bei Spritzen sowie Baumwoll-und OP-Handschuhen und Binden“, erklärt Thomas Zelenitsas, Chef der Arbeitnehmervertretung am Geniko Kratiko Krankenhaus in Athen. Das Krankenhaus versucht, diese Probleme derzeit zu lösen, indem Mitarbeiter diese notwendigen Materialien aus anderen Krankenhäusern leihen oder versucht wird, diese bei kleineren Lieferanten zu kaufen. Anderen Krankenhäusern in Athen und Thessaloniki geht es ähnlich. Das Ahepa Krankenhaus in Thessaloniki war sogar gezwungen, einige seiner Ambulanzen aufgrund mangelnder Ausrüstung zu vorübergehend schließen.

Das Attikon Krankenhaus in Athen verfügt nicht mehr über ausreichende Ampullen, in die das Blut für Laboruntersuchungen abgefüllt werden kann. Es ist eines von sechs Krankenhäusern, bei dem sich der Anbieter weigerte, mehr Material zu liefern, bis nicht die Schulden beglichen sind. „Der Mangel von einer Reihe von medizinischen Geräten ist schlimmer als jemals zuvor", sagte der Leiter des Athener Medical Association, Giorgos Patoulis. „Das zwingt Dutzende von Krankenhäusern, die Verfahren zu reduzieren, während diejenigen, die einen ordnungsgemäßen Dienst beibehalten, auf die Bemühungen ihrer Mitarbeiter angewiesen sind."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Gründungsmitglieder der Grünen waren Mitglieder der NSDAP

Der Bundeszentrale für politische Bildung zufolge muss das Weltbild der Grünen nicht zwangsläufig mit links-alternativen Einstellungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Unterschätzter Rohstoff: Der globale Kampf ums deutsche Holz

Die globale Nachfrage nach dem Baustoff Holz heizt in Deutschland den Export an. Droht ein Ausverkauf des Waldes?

DWN
Politik
Politik USA genehmigen Pfizer-BioNTech-Vakzin für Kinder ab 12 Jahren

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den von Pfizer und BioNTech entwickelten Impfstoff für 12- bis 15-jährige Kinder genehmigt. Bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Verband: CO2-Sondersteuer vertreibt Ernährungsindustrie aus Deutschland

Aufgrund unausgereifter Regelungen rund um die neue Sondersteuer auf das Naturgas CO2 droht die Abwanderung von Teilen der...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Politik
Politik Paul-Ehrlich-Institut: Fast 50.000 aus Deutschland gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen stehen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen

Das Paul-Ehrlich-Institut führt in einem Sicherheitsbericht aus, dass vom 27.12.2020 bis zum 30.04.2021 „über 49.961 aus Deutschland...

DWN
Finanzen
Finanzen Dow Jones steigt auf Rekordhoch, Rohstoffwerte gefragt

Der Dow-Jones-Index erreicht ein neues Allzeithoch, getrieben vor allem durch die Aktien von Bergbau-, Energie- und Stahl-Unternehmen.