Technologie

Frankreichs Energieprojekt der Solarstraße floppt

Nicht nur in Deutschland, sondern auch beim westlichen Nachbarn Frankreich ist die Energiewende ein wichtiges Thema. Nun muss das Projekt einer Straße, die elektrische Energie erzeugt, wohl aufgegeben werden.
11.09.2019 18:24
Aktualisiert: 11.09.2019 18:30
Lesezeit: 1 min
Frankreichs Energieprojekt der Solarstraße floppt
Die französische Energie- und Umweltministerin, Ségolène Royal (3.v.r), und der Bürgermeister von Tourouvre, Guy Monhee (4.v.r), laufen am 22.12.2016 auf einer Landstraße bei Tourouvre, Frankreich, über Solarpanelen. (Foto: dpa)

Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die sehr stark auf die Atomenergie setzen. So wird über 70 Prozent des Stroms mit Hilfe von Kernkraftwerken erzeugt, die politisch sehr umstritten sind. Deswegen versucht derzeit die französische Regierung, den Energiemix stärker als bisher zu diversifizieren. So hat auch Paris ein Energiewende-Programm - ähnlich wie Deutschland.

Jetzt droht allerdings ein wichtiges Test-Projekt zu scheitern, um die Erzeugung von Grüner Energie zu stärken. So hat eine ein Kilometer lange Straße im Norden Frankreichs, deren Belag aus Photovoltaik-Modulen besteht, bisher nicht die Ergebnisse gebracht, die sich die französische Regierung erhofft hatte. Die Gemeinde heißt Tourouve-au-Perche, verfügt über knapp 4.000 Einwohner und liegt in der Normandie.

Die Strecke hat nämlich bisher gerade einmal die Hälfte des Stroms erzeugt, mit der die französische Regierung gerechnet hatte. Sogar zu den Spitzenzeiten wurde nicht die erhoffte Energie hergestellt. Dabei nehmen Photovoltaik-Module, die dort die Straßenlaternen beleuchten sollen, eine Fläche von 2.800 Quadratmeter ein. Die Behörden hatten die Straße im Jahr 2016 eröffnet – also vor drei Jahren. Die Gründe dafür, warum die Produktion hinter den Erwartungen geblieben ist, sind vielfältig.

Ein Problem war, dass der Belag doch nicht so haltbar war, wie die Behörden angenommen hatten. Der Straßenbelag war beschädigt - unter anderem hatten heruntergefallene Blätter dafür gesorgt, dass die Module nicht so funktionieren konnten, wie sie sollten.

Grüne Energie schwer umsetzbar

Hintergrund: Frankreich hat vor einigen Jahren auch eine Art Energiewende in die Wege geleitet - ähnlich wie Deutschland. Ein Energiegesetz vom Sommer 2014 sieht vor, dass der Energieverbrauch halbiert wird, der Anteil der Kernenergie auf unter 50 Prozent sinkt und die Grünen Energien gestärkt werden, die bisher nur knapp drei Prozent zur Stromgewinnung beisteuern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...