Finanzen

Liquiditätskrise: Federal Reserve pumpt weitere 75 Milliarden ins Bankensystem

Der Geldregen nimmt kein Ende. Die US-Zentralbank hat alleine am Mittwoch wieder aus dem Nichts geschaffene Liquidität im Volumen von 75 Milliarden Dollar ins Bankensystem gespült. Offenbar herrscht dort Panik.
25.09.2019 16:08
Aktualisiert: 25.09.2019 16:12
Lesezeit: 1 min

Die Nachfrage nach kurzfristigem Zentralbankgeld durch den US-Finanzsektor bleibt hoch. Am Mittwoch bot die amerikanische Zentralbank den Geldhäusern erneut Liquidität von bis zu 75 Milliarden US-Dollar an. Wie die New Yorker Fed bekanntgab, hätten die Banken sogar 92 Milliarden Dollar an frischen Mitteln erhalten wollen. Das Geld steht den Instituten für einen Tag zur Verfügung. Die Nachfrage von 92 Milliarden Dollar war die höchste der Serie an Repo-Finanzierungen, welche die Federal Reserve am 17. September begann.

Seit gut einer Woche versorgt die Fed den heimischen Interbankenmarkt werktäglich mit immer neuem Zentralbankgeld. Hinzu kommen Geschäfte über eine längere Spanne von zwei Wochen. Das erste davon wurde am Dienstag durchgeführt, es wurde ebenfalls rege nachgefragt.

Dass die Fed den Geldmarkt erstmals seit der Finanzkrise vor gut zehn Jahren stützen muss, führen Experten auf einen hohen Finanzbedarf von Unternehmen und Geschäftsbanken wegen Steuerzahlungen und Anleihekäufen zurück. Die Eingriffe der Notenbank zeigen Wirkung, die Geldmarktsätze sind gesunken. Allerdings scheint der Markt ohne den Einsatz der Fed derzeit nicht ordnungsgemäß zu funktionieren, was Fachleuten Kopfzerbrechen bereitet.

Die US-Großbank Bank of America erwartet, dass die Zentralbank auch in den kommenden Wochen Repo-Finanzgeschäfte am Geldmarkt durchführen wird müssen: „Dem Sinn und Zweck nach handelt es sich dabei um das Gleiche wie QE (Staatsanleihenkäufe durch die Zentralbank – Quantitative Easing – die Red.), weil es letztendlich regelmäßig vereinbarte Käufe von Wertpapieren sind. Wir rechnen damit, dass die Fed im ersten Jahr nach Wiederaufnahme der Repo-Geschäfte rund 400 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen von Banken als Sicherheiten für ihre Kredite übernehmen muss, um ein angemessenes Niveau der Bankreserven plus Puffer zu erreichen“, zitiert Fortune die Bank.

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