Politik

Indien und Pakistan unterzeichnen Abkommen für Grenzkorridor

Pakistan wird es indischen Sikhs in Zukunft erlauben, regelmäßig einen Schrein auf pakistanischem Gebiet zu besuchen. Die Verständigung findet inmitten der Spannungen um die Region Kaschmir statt.
24.10.2019 11:10
Aktualisiert: 24.10.2019 11:13
Lesezeit: 1 min
Indien und Pakistan unterzeichnen Abkommen für Grenzkorridor
Indische Sikhs kommen 2017 mit einem Sonderzug am Bahnhof in Lahore (Pakistan) an, um das religiöse Festival 'Besakhi' am Schrein von Gurdwara Punja Sahib, dem zweitheiligsten Ort für Sikhs, zu feiern. (Foto: dpa) Foto: Rana Sajid Hussain

Inmitten von Spannungen um die umstrittene Region Kaschmir haben Pakistan und Indien ein Abkommen für einen Grenzkorridor unterzeichnet. Das sagte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Mohammad Faisal, am Donnerstag nach der Unterzeichnungs-Zeremonie an der Grenze vor Journalisten. Der Grenzkorridor soll indischen Anhängern des Sikh-Glaubens den Besuch eines ihrer heiligsten Schreine im wenige Kilometer von der indisch-pakistanischen Grenze entfernten pakistanischen Kartapur Sahib erleichtern.

Faisal zufolge können künftig bis zu 5000 Pilger pro Tag sieben Tage die Woche 12 Stunden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang den Schrein besuchen. Dafür werde eine Servicegebühr von 20 Dollar verrechnet. Sikh sollen den Schrein ohne Visum besuchen dürfen. Offiziell soll der Grenzübergang am 9. November eröffnet werden. Dazu wird auch der pakistanische Premier Imran Khan erwartet.

Der Grenzkorridor, auch als «Friedenskorridor» bezeichnet, soll helfen, die zerrütteten Beziehungen zwischen den Erzfeinden zu verbessern. Indien und Pakistan haben drei Mal Krieg gegeneinander geführt und sind bis heute verfeindet. Pakistan hatte die diplomatischen Beziehungen zu Indien jüngst erheblich eingeschränkt, nachdem Neu Delhi der indisch-kontrollierten Region Kaschmir Anfang August den Sonderstatus entzogen hatte. Islamabad beansprucht die Region auch. Seither kam es vermehrt zu Gefechten entlang der Kontrolllinie.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiemärkte unter Druck: USA lockern Sanktionen gegen russisches Öl
13.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten zwingt die US-Regierung zu einem pragmatischen Kurswechsel. Um den rasant steigenden Ölpreisen...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg im Fokus: Wie stark ist Europa wirklich betroffen?
13.03.2026

Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran verschärft die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und rückt...

DWN
Finanzen
Finanzen Vom Sorgenkind zum Börsenkandidaten: Vincorions Weg aufs Parkett
13.03.2026

Lange Zeit flog Vincorion unter dem Radar der großen Märkte. Als Randsparte im Jenoptik-Konzern eher stiefmütterlich behandelt, hat sich...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 11: Die wichtigsten Analysen der Woche
13.03.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 11 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzwelle in Deutschland: Höchststand seit über einem Jahrzehnt
13.03.2026

Die wirtschaftliche Anspannung in Deutschland erreicht einen neuen Peak: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf den...

DWN
Technologie
Technologie Biometrische Daten: BKA und Bundespolizei erhalten neue Befugnisse
13.03.2026

Das BKA und die Bundespolizei sollen künftig biometrische Daten aus dem Internet nutzen dürfen. Kritiker warnen vor Bürgerrechtsrisiken,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Ölpreise nach oben: EZB wägt Zinsentscheidung neu ab
13.03.2026

Der Iran-Krieg sorgt für neue Unsicherheit an den Energiemärkten und verändert die Erwartungen an die Zinspolitik der Europäischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Verteidigungstechnik: Deutsches Drohnenunternehmen steigt bei HEVI Optronics ein
12.03.2026

Ein deutsches Drohnenunternehmen steigt beim estnischen Sensorhersteller HEVI Optronics ein und übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung....