Politik

Merz fordert vorzeitiges Ende der Kanzlerschaft Merkels

Friedrich Merz greift die Bundeskanzlerin nach der schweren Wahlniederlage in Thüringen frontal an. Er sieht in ihr die Hauptverantwortliche für die Krise der CDU.
29.10.2019 09:20
Aktualisiert: 29.10.2019 09:22
Lesezeit: 1 min
Merz fordert vorzeitiges Ende der Kanzlerschaft Merkels
Friedrich Merz. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Der CDU-Politiker Friedrich Merz sieht in Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hauptverantwortliche für die Krise der Partei und fordert ein vorzeitiges Ende ihrer Kanzlerschaft, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind in einer ganz schwierigen Situation", sagte Merz am Montagabend im ZDF. Seit Jahren lege sich "wie ein Nebelteppich die Untätigkeit und die mangelnde Führung durch die Bundeskanzlerin" über das Land. Das gesamte Erscheinungsbild der Bundesregierung sei "einfach grottenschlecht".

Merz plädierte für das vorzeitige Ende der Amtszeit Merkels. "Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass diese Art des Regierens in Deutschland noch zwei Jahre dauert bis zum Ende dieser Wahlperiode", sagte er. "Das geht einfach nicht." Dafür seien die Probleme in Deutschland, aber auch die internationalen Herausforderungen viel zu groß.

Die Landtagswahl in Thüringen, bei der CDU und SPD stark an Stimmen einbüßten, sei ein "großes Misstrauensvotum gegenüber der großen Koalition in Berlin" gewesen. Die Bundesregierung sei "abgestraft worden". Das extrem schwache Abschneiden der Regierungsparteien hatte innerhalb der CDU zu großem Unmut geführt.

Merz, der im Dezember 2018 Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Wahl um den CDU-Vorsitz unterlegen war, nahm die Parteichefin demonstrativ in Schutz. Sie habe "dabei nach meiner Beobachtung kaum eine negative Rolle gespielt", sagte er mit Blick auf das schwache Ergebnis in Thüringen. An der Basis stehe "ganz überwiegend die Bundeskanzlerin im Mittelpunkt der Kritik". Von ihr würden "politische Führung und klare Aussagen erwartet".

Als Beispiel nannte er die Grundrente, über die seit Monaten ergebnislos in der großen Koalition diskutiert werde. Dabei stehe im Koalitionsvertrag, dass sie mit einer Bedürftigkeitsprüfung kommen solle. Die Menschen fragten sich, warum die CDU das nicht durchsetze, sondern "immer wieder Zugeständnisse an die SPD" mache.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU Single Rulebook: Warum der 10. Juli 2027 für Banken zum wichtigen Stichtag wird

Die europäische Geldwäschebekämpfung wird mit einem grundlegenden Wandel konfrontiert. Mit der Anti-Money Laundering Regulation (AMLR)...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unser neues Magazin ist da: Hitze – der große Stresstest für Deutschland
11.09.2026

Wenn Flüsse schrumpfen, Ernten vertrocknen und Arbeitsplätze überhitzen, gerät mehr ins Wanken als unser Wohlbefinden. Die Hitze stellt...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 42: Die Woche im Rückblick – KW 37
11.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Euroraum: Lagarde rechnet erst mit Verschärfung, dann mit Besserung
11.09.2026

Der Iran-Krieg treibt die Kosten für Tanken und Heizen spürbar in die Höhe. Trotz vorerst weiter anziehender Verbraucherpreise stellt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mehr als 50 Milliarden Euro: Das kosteten die staatlichen Hilfen in der Energiekrise
11.09.2026

Um in der Energiekrise, die auf den Beginn des Ukraine-Kriegs folgte, die Märkte zu stützen und die Verbraucher zu unterstützen, hat der...

DWN
Politik
Politik Trump verspricht Wählern 5.000 Dollar: „Das nennt man Trump-Dividende“
11.09.2026

US-Präsident Donald Trump versprach, allen erwachsenen US-Bürgern 5.000 Dollar zu zahlen, wenn die Republikaner die Kontrolle über beide...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kartenzahlung wird Pflicht: Was ab 2027 auf Betriebe zukommt
11.09.2026

Kartenzahlung soll künftig nahezu überall möglich sein, ohne das Bargeld zu verdrängen. Das Finanzministerium plant neue Vorgaben für...

DWN
Politik
Politik USA bereiten Rückzug aus dem Nahen Osten vor: Pentagon will Basen nicht wieder aufbauen
11.09.2026

In Washington laufen diskrete Gespräche über einen möglichen Kurswechsel im Nahen Osten. Nach Angriffen auf US-Basen zweifeln Pentagon...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie im Fokus: Erholungsversuch auf wackligen Beinen – KI-Hoffnung nicht ausreichend
11.09.2026

Die SAP-Aktie ist mit Kursgewinnen in den letzten Handelstag in dieser Woche gestartet. Kurzzeitig machte das Papier einen Teil des...