Politik

Niedersachsen: Grüne wollen Flüchtlinge zu Lokführern und Busfahrern ausbilden lassen

Die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag fordern die Ausbildung von Flüchtlingen zu Lokführern und Busfahrern. Damit folgen sie einem Modellprojekt aus Baden-Württemberg.
03.11.2019 07:00
Lesezeit: 1 min

Die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag fordert in einem Antrag die Ausbildung von Flüchtlingen zu Lokführern. Ausschlaggebend für den Vorschlag ist die Tatsache, dass 42,2 Prozent der Zugausfälle auf den Mangel von Lokführern zurückzuführen ist. “ Auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit kaum noch Triebfahrzeugführerinnen und -führer verfügbar”, so die Grünen-Fraktion in dem Antrag. Geprüft werden soll auch, ob Flüchtlinge zu Busfahrern ausgebildet werden sollen.

Bei den potenziellen Kandidaten geht es um “Geflüchtete, die in einem geklärten Aufenthaltsstatus im Land leben und über hinreichend gute Deutschkenntnisse verfügen, zu Triebwagenführerinnen und -führern zu qualifizieren. Die Eisenbahnunternehmen sollen dabei von den Kosten entlastet werden, die speziell bei der Qualifizierung von Geflüchteten entstehen.”

Die Hannoversche Allgemeine berichtet, dass in Niedersachsen von Januar bis Mai 2019 7.850 Züge ausgefallen seien. Die Situation in Niedersachsen ist offenbar problematisch.

Niedersachsen will damit dem Vorbild Baden-Württembergs folgen. In Mannheim haben 15 Flüchtlinge im Alter von 22 bis 36 Jahren mit Ausbildungen zum Lokführer begonnen. Der Karlsruhe Insider zitiert den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann: “Wir haben ein Problem: Jeder vierte Zug fällt aus oder kommt zu spät, weil ein Lokführer ausfällt. Lokführer kann man nicht auf dem Markt kaufen.”

Unter den 1,2 Millionen Flüchtlingen, die nach Angaben der Zeit zwischen 2015 und 2018 in Deutschland Asyl beantragt haben, befinden sich 408.750 junge Männer zwischen 18 bis 29 Jahren und 209.021 Kleinkinder.

Der Bund hat im vergangenen Jahr 4,4 Prozent des Gesamthaushalts für Flüchtlinge ausgegeben. Zwischen 2015 und 2018 hat der Bund insgesamt 45,4 Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgegeben. Diese Summe floss beispielsweise in Ausbildungsmaßnahmen, Arbeitslosengeld II, an die Länder und Kommunen und weitere Bereiche.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Politik
Politik Neue Sitzordnung und Streit um Ausschüsse: Landtag von Sachsen-Anhalt vor Neuausrichtung
25.09.2026

Im Landtag von Sachsen-Anhalt stehen vor der anstehenden konstituierenden Sitzung spürbare Veränderungen an. Neben optischen Anpassungen...

DWN
Politik
Politik Parteibuch im Notenbank-Vorstand: Ex-Staatssekretär Nimmermann wechselt zur Bundesbank
25.09.2026

Direkt aus dem Ministerium an die Spitze der Währungshüter: Mit dem früheren Staatssekretär Philipp Nimmermann zieht erstmals ein...

DWN
Politik
Politik Entlastung an den Zapfsäulen: Bundestag beschließt erneuten Tankrabatt
25.09.2026

Angesichts der hohen Kraftstoffpreise hat der Bundestag eine temporäre Senkung der Abgaben auf Benzin und Diesel auf den Weg gebracht. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bürokratieabbau für Familien: Kindergeld soll künftig automatisch fließen
25.09.2026

Die Auszahlung des Kindergeldes wird ab dem Jahr 2027 deutlich unkomplizierter. Nach der Geburt eines Kindes entfällt das Ausfüllen von...

DWN
Politik
Politik Frühe Vorsorge oder Klientelpolitik? Bundestag debattiert über Klingbeils Vorschlag zur Frühstartrente
25.09.2026

Mit zehn Euro im Monat will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bereits Schulkinder an den Vermögensaufbau heranführen. Doch während die...

DWN
Immobilien
Immobilien Dämpfer für die Baubranche: Aufträge brechen im Juli wieder ein
25.09.2026

Trotz staatlicher Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur von Straßen und Schienen muss die deutsche Baubranche nach einer kurzen...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 44: Die Woche im Rückblick – KW 39
25.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn das Sichere nicht mehr sicher wirkt: Investoren suchen Alternativen für Gold und Bitcoin
25.09.2026

An der Wall Street lebt derzeit das Interesse an Vermögenswerten wieder auf, deren Angebot nicht einfach durch eine politische...