Politik

Siemens baut Gas-Turbinen für Kraftwerke in Iran und Russland

Der deutsche Konzern Siemens unterstützt den Iran beim Bau von Gasturbinen für Kraftwerke, um die Stromerzeugung im Land zu verbessern.
21.12.2019 12:37
Aktualisiert: 21.12.2019 12:37
Lesezeit: 1 min
Siemens baut Gas-Turbinen für Kraftwerke in Iran und Russland
Ein Mitarbeiter der Siemens AG arbeitet in einer Halle des Gasturbinenwerkes des Unternehmens in Berlin. (Foto: dpa) Foto: Rainer Jensen

Siemens unterstützt den Iran bei der Inbetriebnahme von Kraftwerken mit modernen Gasturbinen, welche die Stromerzeugungskapazität des Landes um rund fünf Gigawatt (GW) erhöhen sollen. Ein hochrangiger Beamter des iranischen Energieministeriums teilte am vergangenen Samstag mit, dass Siemens und der größte iranische Energiekonzern Mapna beim Bau von Gasturbinen der Klasse F zusammengearbeitet hätten, um die Effizienz iranischer Kraftwerke erheblich zu steigern, berichtet die Tehran Times.

Alireza Nasrollahi sagte, Siemens und Mapna arbeiteten an acht Hauptstandorten. Das Projekt habe einen Wert von rund 2,2 Milliarden Euro. Nasrollahi zufolge wird ein Großteil der Turbinen im Februar im iranischen Kraftwerk Hengam in der südlichen Provinz Hormozgan in Betrieb gehen wird.

Die Installation aller Turbinen des 906-MW-Hengam-Kombikraftwerks, bei dem eine zweite gasbefeuerte Einheit vor dem nächsten Sommer in Betrieb gehen wird, würde etwa 500 Millionen Euro kosten. Siemens ist eines der dienstältesten Auslandsunternehmen im Iran mit Aktivitäten, die mehr als 150 Jahre zurückreichen.

Das Unternehmen, das in den letzten Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu den Infrastrukturprojekten des Iran geleistet hat, war gezwungen, viele seiner Projekte im Iran zurückzufahren, nachdem die USA im vergangenen Jahr eine Reihe von einseitigen Sanktionen gegen das Land verhängt hatten, so Iranian.com.

Siemens hält nicht nur im Iran, sondern auch in Russland an seinen Projekten fest. Erstmals seit einem Streit um auf die Krim weitertransportierte Gasturbinen von Siemens baut der Konzern wieder ein Kraftwerk in Russland. Das Projekt in der Teilrepublik Tatarstan soll eine Leistung von 250 Megawatt haben und 2023 ans Netz gehen. Zusammen mit zwei Wartungsverträgen habe das Projekt ein Volumen von rund 290 Millionen Euro.

2017 war bekannt geworden, dass Gasturbinen, die Siemens für ein Kraftwerk in Russland geliefert hatte, auf die Krim weitertransportiert worden waren. Dies ist wegen Sanktionen der USA und EU in Reaktion auf die Annexion der Krim verboten. Siemens hatte daraufhin zunächst erfolglos auf Rückabwicklung des Geschäfts geklagt.

Dass es beim aktuellen Projekt zu ähnlichen Problemen kommen könnte, hält man bei Siemens für ausgeschlossen, da der Konzern das Kraftwerk schlüsselfertig baut. “Wir halten die Maschinen in unseren eigenen Händen, bis sie am vertraglich vereinbarten Ort installiert sind und laufen”, so ein Siemens-Sprecher.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Walmart zieht Wall Street nach unten
20.08.2026

Unerwartete Turbulenzen an der New Yorker Börse: Was Anleger jetzt wissen müssen

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt steht an einem KI-Scheideweg: Hier liegt das große Risiko
20.08.2026

Die Aktienmärkte hängen immer stärker am KI-Boom. Besonders die Magnificent Seven und ihre Lieferketten haben die Kurse nach oben...

DWN
Politik
Politik Trump scheitert, China gewinnt, Europa zahlt die Rechnung
20.08.2026

Wo stehen wir nach fast einem halben Jahr Krieg in Iran? Was geschieht auf den für Europa entscheidenden Seiten?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Strommangel: Bundesnetzagentur bereitet Zwangsdrosselung der Industrie vor
20.08.2026

Ein Blackout steht nicht unmittelbar bevor. Trotzdem schafft die Bundesnetzagentur Instrumente für eine länger anhaltende Mangellage:...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eli Lilly-Aktie: Neues Supermedikament gegen Adipositas
20.08.2026

Eli Lilly dürfte bald ein neues Supermedikament gegen Adipositas auf den Markt bringen. "Eine solche Gewichtsreduktion hat man noch nie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bankrun in Russland: Warum Bürger ihre Konten leeren
20.08.2026

Ein Bankrun in Russland ist für den Kreml ein Warnsignal. Viele Bürger heben panikartig ihr Bargeld ab. Ökonomen warnen zugleich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...