Technologie

Für E-Mobilität: Ganze Stadt soll wegen Kobalt-Vorkommen verlegt werden

Eine Episode aus dem Kongo wirft ein bemerkenswertes Licht auf die Ressourcenabhängigkeit der wachsenden E-Branche.
21.12.2019 12:37
Aktualisiert: 21.12.2019 12:37
Lesezeit: 1 min
Für E-Mobilität: Ganze Stadt soll wegen Kobalt-Vorkommen verlegt werden
Kongolesen während der derzeit wütenden Ebola-Epidemie. (Foto: dpa) Foto: Marta Soszynska

In der Demokratischen Republik Kongo soll eine komplette Stadt dem Abbau von Kobalt weichen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Der Gouverneur der Provinz Lualaba, Richard Muyej, sagte am Dienstag, die Umsiedelung der Stadt Kasulo werde etwa 800 Millionen Dollar (715 Millionen Euro) kosten. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben der Organisation Synergie bereits 600 Familien umgesiedelt worden; sie erhielten demnach zwischen 1500 und 10.000 Dollar pro Haushalt.

Kobalt wird für die Produktion von Batterien in Elektroautos, Smartphones und für erneuerbare Energien benötigt. Schätzungen zufolge verfügt die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika über 65 Prozent der weltweiten Kobaltreserven. Die Stadt Kasulo ist auf einem großen Kobaltvorkommen gebaut - laut Muyej wird sein Wert auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Die Preise würden zudem noch steigen.

Er rechne mit Widerstand der Bevölkerung, sagte der Gouverneur. "Aber was unter der Erde liegt, gehört nicht Einzelnen, sondern dem Staat." Wenn der Staat die Umsiedlung als Interesse der gesamten Nation definiere, dann könne er die Bewohner der Stadt umsiedeln und sie entschädigen. Den Angaben des Gouverneurs zufolge besteht jeder Haushalt in Kasulo aus rund zehn Menschen.

Der Abbau von Kobalt im Kongo ist wegen Kinderarbeit und schwerster Arbeitsbedingungen in der Kritik. Erst am Sonntag hatte eine Menschenrechtsorganisation in den USA die großen Technikkonzerne Apple, Microsoft, Tesla, Dell und die Google-Mutter Alphabet verklagt, weil sie von Kinderarbeit in den Kobaltminen des Landes profitierten.

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