Politik

Nach Johnson-Sieg: Aktienkurse von Rüstungskonzernen schießen in die Höhe

Nachdem Boris Johnson die Wahlen in Großbritannien gewonnen hat, sind die Aktienkurse von britischen Waffenherstellern in die Höhe geschossen.
19.12.2019 13:00
Lesezeit: 1 min
Nach Johnson-Sieg: Aktienkurse von Rüstungskonzernen schießen in die Höhe
Boris Johnson. (Foto: dpa) Foto: Adrian Dennis

Die britischen Waffenhersteller sind aus den vergangenen Wahlen in Großbritannien als eindeutige Sieger hervorgegangen.

Fast jeder der größten britischen Waffenproduzenten verzeichnete einen starken Kursanstieg, unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass Boris Johnson der nächste Premierminister sein und Jeremy Corbyn als Vorsitzender der Labour Party zurücktreten würde. Großbritannien ist der sechstgrößte Waffenexporteur der Welt, und neun britische Unternehmen stehen auf der Liste der 100 größten Militärunternehmer der Welt.

Mit Ausnahme von Rolls Royce, dessen Wert nachhaltig und langfristig sinkt, verzeichnete jeder der Waffenhersteller am vergangenen Freitag einen deutlichen Wertzuwachs. Das multinationale Rüstungsunternehmen Babcock verzeichnete in der ersten Handelsstunde nach der Nachricht vom Tory-Sieg einen Kursanstieg von 599 Pfund auf 657 Pfund. Doch auch BAE Systems, Cobham, Serco, Ultra Electronics und weitere Rüstungsfirmen verzeichneten Kursanstiege.

Laut dem Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) ist Saudi-Arabien mit Abstand Großbritanniens wichtigster Waffenkunde, verantwortlich für 49 Prozent der gesamten Waffenkäufe.

Aus offiziellen Statistiken der britischen Regierung geht hervor, dass Johnson während seiner Amtszeit als Außenminister Waffenverkäufe in Höhe von 1,2 Milliarden Pfund an Saudi-Arabien genehmigte. Darin enthalten waren ML10-Lizenzen im Wert von 270 Millionen Pfund, die sich auf Flugzeuge und Jets beziehen, und ML4-Lizenzen im Wert von 880 Millionen Pfund, die sich auf Raketen und Bomben beziehen, berichtet die Organisation Campaign Against Arms Trade (CAAT).

Vor den Wahlen hatte Johnson versprochen, dass er eine Initiative zur Überprüfung der militärischen Fähigkeiten Großbritanniens auf den Weg bringen werde. Die Initiative werde zu einer “enormen technologischen Aufrüstung der Sicherheitskräfte führen, um Großbritannien zu schützen und die NATO zu stärken”.

“Sie wird von den Streitkräften über die Nachrichtendienste, die Terrorismusbekämpfung bis hin zur schweren organisierten Kriminalität reichen. Sie wird sich auch mit der britischen Außenpolitik befassen, und wie wir unsere enormen Ausgaben für internationale Entwicklung und die Rolle der Technologie am besten nutzen können. Wir müssen das Geld besser nutzen, um unsere Sicherheitskräfte einer enormen technologischen Aufrüstung zu unterziehen, damit sie feindlichen Mächten, Terroristen und organisierter Kriminalität voraus sind”, zitiert Defense News Johnson.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Onboarding neuer Mitarbeiter: Darauf kommt es an
22.09.2026

Die Vorstellungsgespräche sind geschafft, es wurde sich für einen passenden Bewerber entschieden und dieser hat ebenfalls zugesagt. Damit...

DWN
Politik
Politik Folge der Zerstörung: Saudis liefern kein Öl mehr nach Europa
22.09.2026

Saudi Aramco liefert im Oktober kein Öl an europäische Partner. Huthi-Angriffe auf eine wichtige Pipeline haben die Versorgung des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Zölle treiben Stahlkunden zurück nach Europa
22.09.2026

Nachdem die EU die Bedingungen für Stahlimporte verschärft hat, hat sie einen Teil der Kunden zu europäischen Herstellern...