Politik

Gespräche abgebrochen: USA und Südkorea könne sich nicht auf Unterhaltskosten der US-Armee einigen

Die USA verlangen von Südkorea, deutlich mehr als bisher für die US-amerikanische Truppenpräsenz im Land zu zahlen. Die Verhandlungen wurden abgebrochen, sollen aber im Januar fortgeführt werden.
20.12.2019 15:00
Lesezeit: 2 min
Gespräche abgebrochen: USA und Südkorea könne sich nicht auf Unterhaltskosten der US-Armee einigen
Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und US-Präsident Donald Trump. (Foto: dpa) Foto: -

Am vergangenen Mittwoch teilte die südkoreanische Regierung mit, dass die USA und Südkorea keine Einigung über die Aufteilung der Kosten der US-Militärpräsenz in dem ostasiatischen Land erzielen konnten. Eine weitere Verhandlungsrunde soll nun im Januar 2020 stattfinden, berichtet CNN. Berichten zufolge hatten die USA verlangt, dass Südkorea künftig das Fünffache des derzeitigen Betrags für die Kosten der rund 28.000 in Südkorea stationierten Truppen zahlen soll - also neu rund 5 Milliarden Dollar im Jahr. Südkoreanische Beamte wiesen die Forderung als unvernünftig zurück.

In einem Interview mit den südkoreanischen Medien signalisierte James DeHart, der führende US-Unterhändler, Flexibilität und sagte, dass Washington “nicht mehr auf seine ursprüngliche Nachfrage fokussiert” sei. “Die Zahl wird sich von unserem ursprünglichen Vorschlag unterscheiden und wahrscheinlich von dem, was wir bisher von koreanischer Seite gehört haben. Wir werden also diesen Punkt der Übereinstimmung finden”, sagte DeHart gegenüber Reportern der Nachrichtenagentur Yonhap.

DeHart sagte auch, dass Käufe amerikanischer Waffen durch die Südkoreaner eine “wichtige Überlegung” für die Gespräche sein werden, berichtete Yonhap.

Die Verhandlungsführer der USA und Südkoreas hatten in diesem Jahr mehrere Gesprächsrunden abgehalten. Im November 2019 brachen die USA in Seoul ihre Gespräche schon einmal ab und beschwerten sich, dass Südkorea “nicht auf die Forderungen der USA nach einer” gerechten Lastenteilung “reagiert” habe. Trump beschuldigt Südkorea und andere Verbündete, die USA seit Jahrzehnten ausgenutzt zu haben. Bei einer Kundgebung im Mai 2019 in Florida sagte Trump, ein bestimmtes Land sei “höllisch reich und mag uns wahrscheinlich nicht besonders.” Trumps damalige Kritik bezog sich auf Südkorea.

Obwohl die meisten südkoreanischen Beamten weiterhin die Vitalität des Bündnisses betonen, haben einige begonnen, sich zu beschweren. “Trump mag ein Immobilienexperte sein, aber er scheint nicht viel von internationaler Politik zu verstehen”, sagte der frühere südkoreanische Vereinigungsminister Jeong Se-Hyun, der den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in Fragen der Vereinigung mit Nordkorea berät.

Einer Umfrage des Chicago Council on Global Affairs zufolge unterstützen 92 Prozent der Südkoreaner das Bündnis mit den USA, obwohl sie Trumps Forderungen nach Kostenteilung ablehnen. Die Umfrage ergab auch, dass 68 Prozent der Südkoreaner nicht möchten, dass Seoul die Forderungen der USA nach Kostenteilung erfüllt, berichtet die Washington Post. Weitere 26 Prozent sagen, Südkorea sollte sich weigern zu zahlen, wenn die Gespräche scheitern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chip-Aktien ziehen Wall Street ins Minus, während der Ölpreis in die Höhe schießt
08.10.2026

Welche Marktkräfte die Wall Street heute ins Wanken brachten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Politik
Politik Trump will Wähler mit Geld locken: „Einfach nur peinlich“
08.10.2026

Donald Trump verspricht jedem erwachsenen Amerikaner rund 4.450 Euro, wenn die Republikaner die Kongresswahlen gewinnen. Doch ausgerechnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg bremst Deutschland weniger als erwartet
08.10.2026

Deutschlands Wirtschaft kommt trotz Iran-Krieg und hoher Energiepreise überraschend glimpflich davon. Doch der Aufschwung steht auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Schufa schlägt Alarm: Millionen Verbraucher kämpfen mit Zahlungsproblemen
08.10.2026

Die hohen Preise setzen immer mehr Verbraucher finanziell unter Druck: 2025 stieg der Anteil der Menschen mit Zahlungsstörungen auf 8,1...

DWN
Immobilien
Immobilien BEG-Reform: Wärmepumpen-Förderung sinkt ab 2027 weiter
08.10.2026

Die Wärmepumpen-Förderung sinkt ab 2027 weiter: Wer zu spät beantragt oder falsch plant, dem könnten Tausende Euro Zuschuss durch die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Verpackungsverordnung: Neue Bürokratie macht Exporte unrentabel
08.10.2026

Ein paar Kartons, wenige Gramm Plastik und plötzlich Hunderte Meldepflichten: Die neue EU-Verpackungsverordnung stellt kleine Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
08.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie: Diese Geldmaschine schlägt alle anderen Chipkonzerne
08.10.2026

Nvidia verdient mit dem KI-Boom so viel wie kaum ein anderes Unternehmen der Welt. Auf das eingesetzte Kapital erzielt der Chipkonzern...