Politik

USA: Irans Außenminister erhält kein Visum für UN-Sitzung

Die USA weigern sich, dem iranischen Außenminister ein Visum für die Teilnahme an einer UN-Sitzung in New York zu erteilen. Doch einem UN-Gesetz zufolge ist dies eine widerrechtliche Handlung.
07.01.2020 20:18
Aktualisiert: 07.01.2020 20:18
Lesezeit: 1 min
USA: Irans Außenminister erhält kein Visum für UN-Sitzung
Irans Außenminister Javad Zarif (r) und Präsident Hassan Ruhani (li). (Foto: dpa) Foto: Abedin Taherkenareh

Die USA haben dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif ein Visum verweigert, das es ihm erlaubt hätte, am Donnerstag an einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York teilzunehmen. Das teilte ein US-Regierungsbeamter dem englischsprachigen Dienst von Reuters unter der Bedingung der Anonymität mit.

Doch nach dem “Sitzabkommen” der Vereinten Nationen von 1947 müssen die USA im Allgemeinen ausländischen Diplomaten den Zugang zum Sitz der Vereinten Nationen gewähren. Washington meint hingegen, es könne Visa aus Gründen der “Sicherheit, des Terrorismus und der Außenpolitik” verweigern.

Das US-Außenministerium lehnte eine sofortige Stellungnahme ab. Die iranische Mission bei den Vereinten Nationen teilte mit: “Wir haben die Medienberichte gesehen, aber wir haben weder von den USA noch von den Vereinigten Staaten eine offizielle Mitteilung über das Visum von Außenminister Zarif erhalten.”

Zarif wollte am Donnerstag an einer Sitzung des Sicherheitsrates zum Thema der Wahrung der Charta der Vereinigten Staaten teilnehmen. Der iranische Außenminister hätte die Sitzung dazu nutzen können, um Kritik an den USA im Zusammenhang mit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani zu üben.

Der iranische UN-Gesandte Majid Takht Ravanchi beschrieb die Ermordung von Soleimani als “offensichtliches Beispiel für den staatlichen Terrorismus und stellt als Straftat einen groben Verstoß gegen die Grundprinzipien des Völkerrechts dar, insbesondere gegen die Charta der Vereinten Nationen.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.07.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...