Wirtschaft

IfW: US-Handelsabkommen mit China belastet besonders deutschen Fahrzeugbau

Das Teilabkommen der USA und China hatte bei vielen die Hoffnung geweckt, der Handelskrieg könne sich nun entschärfen. Doch jetzt hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) herausgefunden, dass gerade dieser Vertrag für Europa sehr negative Konsequenzen hat.
21.01.2020 10:58
Aktualisiert: 21.01.2020 10:58
Lesezeit: 1 min
IfW: US-Handelsabkommen mit China belastet besonders deutschen Fahrzeugbau
Das neue Teilabkommen zwischen den USA und China trifft besonders den deutschen Autobau (Foto: dpa). Foto: Christophe Gateau

Das Teilabkommen zwischen den USA und China zur Entschärfung des Handelskonflikts der beiden weltgrößten Volkswirtschaften wird laut dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) spürbare negative Folgen für die europäische Exportwirtschaft haben. "Die von China zugesagten zusätzlichen Importe von US-Gütern werden Importe aus anderen Ländern verdrängen", warnte Gabriel Felbermayr, Präsident des Kiel Forschungsinstituts. Seiner Einschätzung nach sind die betroffenen Industrien vor allem in Deutschland beheimatet. Aber auch Frankreich sei erheblich betroffen, sagte Felbermayr.

In dem Teilabkommen von Mitte Januar verpflichten sich die Chinesen, mehr Waren aus den USA zu importieren. Laut einer "groben" Berechnung des IfW könnten Chinas Importe bestimmter US-Güter im Jahr 2021 um 95 Milliarden US-Dollar höher liegen als vor dem Handelskonflikt. Betroffen seien vor allem pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge, Flugzeuge und medizinische Geräte. Unternehmen aus der EU, die solche Waren im Angebot haben, "werden sehr wahrscheinlich Marktanteile abgeben müssen", lautet die Einschätzung des IfW.

Das Institut geht davon aus, dass die EU-Exporte nach China im Jahr 2021 voraussichtlich um 10,8 Milliarden Dollar geringer ausfallen verglichen mit einem Szenario, in dem es das Abkommen und den Zollkrieg zwischen China und den USA nicht gegeben hätte. "Damit würde die EU rund ein Sechstel der Handelsumlenkung tragen müssen, die durch das Abkommen ausgelöst wird", heißt es in der Studie.

In absoluten Zahlen sind die größten Verlierer die Hersteller von Flugzeugen (minus 3,7 Mrd. Dollar), Fahrzeugen (minus 2,4 Mrd. Dollar) und Maschinen (minus 1,4 Mrd. Dollar). Nach relativen Veränderungen betrachtet sind ebenfalls Flugzeuge (minus 28 Prozent) und Fahrzeuge (minus 5 Prozent) sowie pharmazeutische Produkte (minus 5 Prozent) besonders stark betroffen. „Die betroffenen Industrien sitzen vor allem in Deutschland, aber auch Frankreich ist erheblich getroffen“, sagt Felbermayr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie Nvidia holt die Wall Street ins KI-Geschäft
11.08.2026

Hunderte Milliarden Dollar fließen in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Der Chipriese Nvidia, der davon...

DWN
Politik
Politik Geleaktes Dokument zeigt, dass den USA Waffen fehlen: Was wir wissen
11.08.2026

Trumps Krieg gegen Iran leert die amerikanischen Lager für Langstreckenraketen. Das zeigen ein Leak und Berichte aus anonymen Quellen in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hotels verlieren Gäste: Deutsche bleiben häufiger zu Hause
11.08.2026

Im Juni gab es in deutschen Hotels weniger Übernachtungen – vor allem inländische Gäste blieben aus. Im Halbjahr bleibt die Branche...

DWN
Finanzen
Finanzen Insiderhandel oder nicht? Trump verkauft seine Truth-Posts mit Zeitvorsprung an Firmen
11.08.2026

Wer Trumps Posts früher liest, kann an den Finanzmärkten Millionen bewegen – und genau dafür zahlen Händler bis zu 100.000 Dollar im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre macht Sprit teurer: Lokale Engpässe möglich
11.08.2026

Die Dürre erreicht die Tankstelle: Sinkende Rheinpegel verteuern den Transport von Benzin und Diesel. Drohen jetzt regionale Engpässe,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI bei der Jobsuche: Warum ChatGPT Ihre Bewerbung ruinieren kann
11.08.2026

Eine Bewerbung in nur einer Minute, perfekt formuliert und ohne mühsames Ringen um jedes Wort. Künstliche Intelligenz hat die Jobsuche...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
11.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektrobranche verbucht Auftragsboom
11.08.2026

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie meldet deutlich mehr Bestellungen und sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Doch ausgerechnet...