Wirtschaft

Geringes Wirtschaftswachstum treibt Arbeitslosenzahlen weltweit in die Höhe

Die Konjunktur kühlt sich global immer mehr ab und wirkt sich in vielen Bereichen negativ aus. Die Weltarbeitsorganisation (ILO) rechnet für 2020 nach neun Jahren Stabiltiät wieder mit mehr Arbeitslosen.
24.01.2020 11:46
Aktualisiert: 24.01.2020 11:46
Lesezeit: 1 min
Geringes Wirtschaftswachstum treibt Arbeitslosenzahlen weltweit in die Höhe
Dunkle Wolken über dem weltweiten Arbeitsmarkt (Foto: dpa). Foto: Nicolas Armer

Ein geringes Wachstum der Weltwirtschaft dürfte die Zahl der Arbeitslosen nach neun Jahren Stabilität erstmals wieder in die Höhe treiben: Die Weltarbeitsorganisation (ILO) rechnet in diesem Jahr weltweit mit 2,5 Millionen mehr Arbeitslosen als im vergangenen Jahr. Das entspreche der Zahl der jungen Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Es würden nicht genügend Arbeitsplätze geschaffen, um die zusätzlichen Menschen zu beschäftigen, schreibt die ILO in einer Analyse der Arbeitsmärkte.

Entgegen dem weltweiten Trend geht die Zahl der Arbeitslosen in Nord-, Süd- und Westeuropa 2020 noch einmal zurück, von 15,6 Millionen im vergangenen Jahr auf 15,3 Millionen 2020, wie die ILO schreibt. Handelshemmnisse und Protektionismus könnten aber bedeutende Folgen haben, warnt die ILO. Im kommenden Jahr werde die Zahl in dieser Region wohl auf 15,4 Millionen Arbeitslose steigen.

Die ILO schätzt, dass bei weltweit 5,7 Milliarden Menschen im arbeitsfähigen Alter (ab 15 Jahren) in diesem Jahr 188 Millionen Menschen arbeitslos sind. Zusätzlich hätten 165 Millionen Menschen nicht genügend bezahlte Arbeit und weitere 120 Millionen Menschen hätten aufgegeben, nach Jobs zu suchen oder blieben dem Arbeitsmarkt aus anderen Gründen fern. Insgesamt dürften 267 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren weder in Arbeit noch Ausbildung sein - eine Zahl, die die ILO "erschütternd" nennt.

Weltweit habe sich die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung zwischen 2004 und 2017 kaum geändert. Die Topverdiener - also die 20 Prozent der Weltbevölkerung mit den höchsten Einkommen - hätten 2017 gut 50 Prozent des Gesamteinkommens verdient, minimal weniger als 2004. Die 20 Prozent der Menschen mit den niedrigsten Einkommen hätten ihren Anteil von 3,9 Prozent auf vier Prozent gesteigert, die mittleren 60 Prozent von 44,8 auf 45,1 Prozent. Aber in einigen Ländern sei die Ungleichheit gewachsen, etwa in den USA, Deutschland und Großbritannien, schreibt die ILO, ohne Zahlen zu nennen.

Auch in Deutschland wird sich der Abschwung wohl bemerkbar machen, wenn auch in anderer Weise. So geht die internationale Beratungsgesellschaft E&Y davon aus, dass im laufenden Jahr nur noch rund 200.000 neue Stellen geschaffen werden. Die Gründe: Insbesondere die internationalen Handelskonflikte und der Brexit belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Im Vorjahr hatten noch 400.000 Menschen neue Jobs gefunden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien legen zu, während der Ölpreis wegen US-Iran-Gesprächen sinkt
03.08.2026

Spannung an den Märkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Wall Street heute beflügelt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VDI-Ingenieurmonitor: Arbeitslosigkeit unter Ingenieuren erreicht Rekordniveau
03.08.2026

Ingenieure und Informatiker galten lange als besonders gefragt. Doch aktuelle Zahlen zeigen, dass selbst technische Berufe die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Getreideernte droht ein Einbruch, wie er seit Jahrzehnten nicht zu sehen war
03.08.2026

Hitzewellen in Europa, die niedrigsten Prognosen für die Getreideernte in den USA seit 1970 und durch Kriege gestörter Handel treiben die...

DWN
Finanzen
Finanzen Amazon-Aktie auf Rekordhoch: KI-Nachfrage treibt Amazon über Börsenwert von 3 Billionen US-Dollar
03.08.2026

Die Rekordjagd der Tech-Konzerne geht weiter: Die Amazon-Aktie klettert kräftig, der US-Tech-Gigant knackt erstmals die Marke von drei...

DWN
Panorama
Panorama AfD-Verbotsverfahren: Über 1.000 Juristen fordern in offenem Brief AfD-Verbot
03.08.2026

Mehr als 1.000 Juristinnen und Juristen erhöhen den Druck auf die Politik und verlangen ein AfD-Verbotsverfahren. Ein offener Brief sorgt...

DWN
Politik
Politik Rente mit 63 vor dem Aus? Das wären die Folgen
03.08.2026

Kaum ein Thema bewegt Millionen Beschäftigte so sehr wie der frühere Renteneintritt. Die geplanten Reformen könnten das Rentensystem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schwedens kleinste Mine profitiert vom Goldpreis
03.08.2026

Botnia Gold betreibt eine der kleinsten Gold-Minen Europas. Doch hohe Preise für Gold und Silber haben dem Unternehmen einen starken Start...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Bitcoin kann laut Kryptoprofis den Dollar nicht ersetzen
03.08.2026

Die Tech-Rally läuft weiter, doch unter der Oberfläche wächst die Nervosität. Microsoft und Amazon retten den KI-Glauben, Steve Eisman...