Politik

Noch Aktien im Depot? EU-Haushaltskommisar schickt Stabschef zu Lobby-Treffen

Der österreichische Haushaltskommissar Hahn hat seinen Stabschef zu einem Treffen mit Lobbyisten eines Unternehmens geschickt, an dem er selbst Anteile hält.
17.02.2020 17:00
Lesezeit: 1 min
Noch Aktien im Depot? EU-Haushaltskommisar schickt Stabschef zu Lobby-Treffen
Ursula von der Leyen und Johannes Hahn. (Foto: dpa) Foto: Philipp von Ditfurth

Der österreichische Haushaltskommissar Johannes Hahn hat angeblich seinen Stabschef zu einem Treffen mit Lobbyisten des österreichischen Energieunternehmens Verbund AG geschickt, an dem er selbst mit 2.200 Aktien beteiligt ist.

Das Treffen soll im Januar kurz nach der Verabschiedung des sogenannten „Green Deal“ von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stattgefunden haben, berichtet der EUObserver. Die Verbund AG gibt dem EUObserver zufolge jährlich etwa 400.000 Euro für Lobbyanstrengungen in Brüssel aus und hat von der Kommission 2 Millionen Euro für einen Forschungsauftrag gewährt bekommen.

Hahn hält die Verbund-Aktien seit dem Jahr 2014. Damals waren sie rund 32.000 Euro wert. Seitdem ist der Wert des Depots auf etwa 113.000 Euro gestiegen. Der Kommissar hält darüber hinaus Anteile an etwa einer Handvoll weiterer Unternehmen.

Unklar ist, ob Hahn sich seit seinem Amtsantritt als Haushaltskommissar von den Aktien getrennt hat. Eine Sprecherin äußerte sich uneindeutig: „ Was ich Ihnen sagen kann ist, dass der parlamentarische Prozess, welcher zur Benennung der jetzigen Kommission führte - der auch eine Übersicht über ethische Regeln bezüglich jedes einzelnen Kommissars vorsieht – dass der Prozess sich ihre Situation genau angesehen hat“.

Hahn ist nicht der einzige Kommissar, welcher Aktien besitzt. Auch Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni soll Aktien halten – unter anderem von Amazon, Campari und Expedia.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Trumps Politik schwächt Dollar: US-Währung verliert an Einfluss weltweit
03.02.2026

Trumps Wirtschaftspolitik lässt den Dollar schwanken und bringt Anleger in Alarmbereitschaft. Die US-Währung hat seit seiner...

DWN
Politik
Politik Kevin Warsh als FED-Vorsitzender: Mehr Stabilität oder neue Unsicherheit?
03.02.2026

Die Nominierung von Kevin Warsh als Vorsitzenden der US-Notenbank verschiebt die Erwartungen an die künftige Geldpolitik und beeinflusst...

DWN
Panorama
Panorama Tanken in Deutschland: Spritpreise steigen wegen Rohöl und CO2-Preis
03.02.2026

Sprit wird teurer: Benziner und Diesel kosten im Januar deutlich mehr. Haupttreiber sind steigende Rohölpreise und die neue CO2-Abgabe.

DWN
Politik
Politik Nato-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew
03.02.2026

Russlands Angriffe auf die Ukraine treffen erneut die Energieinfrastruktur. Hunderttausende Menschen stehen ohne Heizung und Strom da....

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie bricht ein: TikTok-Konkurrenz verunsichert Anleger
03.02.2026

Ein einziger Analystenkommentar reicht – und schon rauscht die Zalando-Aktie in den Keller. Die Anleger fürchten, dass globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilzeit boomt: Wie Unternehmen, Branchen und Demografie die Quote treiben
03.02.2026

Das Angebot an Teilzeitjobs wächst seit Jahren, damit auch die Anzahl an Beschäftigen in Teilzeit – freiwillig oder nicht. Warum die...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Aktie sackt ab: Anleger von PayPal-Quartalszahlen geschockt – was jetzt droht
03.02.2026

Die PayPal-Aktie erlebt einen dramatischen Absturz nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem überraschenden Chefwechsel. Die Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entscheidungsautonomie: Warum Führungskräfte entscheiden dürfen, aber nichts bewirken
03.02.2026

Flache Hierarchien, Vertrauen und Agilität gelten als neue Leitbilder moderner Unternehmensführung. Doch hinter der Fassade...