Technologie

Jungheinrich entwickelt ersten E-Gabel-Stapler für den Außenbereich

Das Hamburger Unternehmen "Jungheinrich" hat einen E-Gabelstapler für den Außenbereich entwickelt - eine Weltneuheit.
14.03.2020 13:35
Lesezeit: 1 min
Jungheinrich entwickelt ersten E-Gabel-Stapler für den Außenbereich
Schätzungen zufolge werden die Erlöse, die die Hersteller mit dem Verkauf von Gabelstapler erzielen, bis 2026 auf 82 Milliarden Dollar steigen. (Foto: dpa) Foto: Roland Weihrauch

Der Hamburger Mittelständler Jungheinrich hat den ersten Gabelstapler für den Außeneinsatz vorgestellt, der ausschließlich elektrisch betrieben wird. Wie ein Sprecher des Unternehmens den Deutschen Wirtschaftsnachrichten erläuterte, war der Stromantrieb bisher nur bei Gabelstaplern zu finden, die in Hallen oder anderen Innenräumen fahren.

Seinen Aussagen zufolge spart die Maschine beim heutigen Strommix auf ihre gesamte Lebensdauer gegenüber einem Verbrenner rund 52 Prozent Kohlendioxid ein. Das Fahrzeug wird von zwei Elektromotoren betrieben, die mit einer Aufladung in der Lage sind, bis zu drei Schichten zu absolvieren – also bis 24 Stunden lang funktionieren können.

Die Batterie ist bei Temperaturen von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius einsetzbar. Doch das ist noch nicht alles: Auch das Ladegerät ist neu und besonders leistungsfähig, weil es im Außenbereich Temperaturen zwischen minus 20 Grad und plus 55 Grad Celsius standhält. „Die Maschine wird 2021 an den Markt kommen“, fügte der Sprecher hinzu, ohne sich dazu zu äußern, wie hoch der Einzelpreis ist.

Dies ist besonders für Speditionen und Post-, Kurier- und Expressdienste interessant, die in auf Gabelstapler angewiesen sind. Gerade unter ihnen befinden sich besonders viele kleine und mittlere Unternehmen, die nicht mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen. Bei den Speditionen beispielsweise, die solche Hilfsmittel verwenden, generieren diese Firmen 60 Prozent des gesamten Segmentumsatzes – also fast 50 Milliarden Euro in Jahr.

Und gerade sie stehen durch die Energiewende besonders unter Druck, weil sie vergleichsweise hohe Energiekosten aufweisen. Grundsätzlich verbrauchen die Logistikfirmen Schätzungen zufolge 35 Prozent der Energie in Deutschland. Deswegen können sie jede Maschine gebrauchen, die ihnen dabei hilft, ihre Strom- und Energiekosten zu verringern. Und dazu gehört der neue Gabelstapler von Jungheinrich – mit einem jährlichen Erlös von einigen Milliarden Euro einer der größten Hersteller der Welt.

Hersteller verzichtet auf Kobalt

Besonders wichtig: Der deutsche Produzent verzichtet in der Batterie für den neuen Gabelstapler auf Kobalt, das umstritten ist. Denn das Schwermetall stammt meistens aus Zentralafrika, wo es oft unter schwierigen Bedingungen abgebaut wird. Die Bergbaukonzerne nutzen manchmal Kinder dafür aus, um in den Abbaugebieten Kobalt zu gewinnen. Deswegen verwendet Jungheinrich für seine Batterien auf Lithium-Eisen-Phosphat als Zellchemie.

Grundsätzlich liegt die neue Produktvorstellung von Jungheinrich im Trend. Denn Schätzungen zufolge werden die weltweiten Erlöse, die die Hersteller mit dem Verkauf von Gabelstaplern erzielen, bis 2026 pro Jahr um fast acht Prozent auf mehr als 82 Milliarden Dollar wachsen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IEA-Bericht: Das Zeitalter der Elektrizität beginnt mit Rekordinvestitionen
06.06.2026

Die zweite Energiekrise in fünf Jahren verändert den globalen Energiemarkt. Strom, Netze, Batterien und Solarenergie rücken ins Zentrum...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto: Gebrauchte Elektroautos könnten bald deutlich attraktiver werden
06.06.2026

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wächst, bleibt aber deutlich hinter klassischen Verbrennern zurück. Gründe dafür sind hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Wirtschaftspolitik unter Beschuss: Mittelstand und Traditionsunternehmen in Existenznot
06.06.2026

Insolvenzrekorde, verzweifelte Unternehmer und eine stagnierende Wirtschaft. Die Existenznot in deutschen Firmen geht um, die Lage war noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Selbstzweifel im Job: Wie Schwächen zu Stärken werden
06.06.2026

Im Arbeitsalltag verläuft nicht immer alles reibungslos. Weshalb Selbstzweifel ganz normal sind und welche Fragen jetzt besonders wichtig...

DWN
Panorama
Panorama Mercedes CLA im Test: Ungewöhnlich, sparsam und besser denn je
06.06.2026

Der neue Mercedes CLA sieht nicht sofort nach Liebe auf den ersten Blick aus. Doch unter der auffälligen Hülle steckt ein überraschend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Logistik fordert Frachtgiganten heraus
06.06.2026

Die Frachtbranche galt lange als Geschäft aus Stahl, Schiffen und Terminals. Nun dringt KI in die Buchungen ein, automatisiert Dokumente...

DWN
Politik
Politik EZB warnt vor Risiken für die Finanzstabilität bei längerem Iran-Krieg
06.06.2026

Die Banken wirken stabil, die Märkte aber nicht. Der Iran-Krieg trifft auf hohe Bewertungen, nervöse Anleger und Staaten mit knappen...

DWN
Politik
Politik Atomabkommen mit dem Iran: Warum Trump Obamas Iran-Deal zu Fall brachte
06.06.2026

Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er Barack Obamas Iran-Politik für einen Fehler hält. Der Ausstieg der USA aus dem...