Panorama

Corona-Virus lebt noch bis zu fünf Wochen nach Ansteckung im Körper

Einer neuen Studie zufolge ist der Erreger der Corona-Lungenkrankheit möglicherweise deutlich länger infektiös als bisher angenommen.
15.03.2020 13:22
Aktualisiert: 15.03.2020 13:22
Lesezeit: 1 min
Corona-Virus lebt noch bis zu fünf Wochen nach Ansteckung im Körper
Medizinisches Personal begleitet einen vom neuartigen Coronavirus geheilten Patienten aus einem provisorischen Krankenhaus in Wuhan. (Foto: dpa) Foto: Xiao Yijiu

Patienten mit dem neuartigen Coronavirus halten den Erreger bis zu 37 Tage lang in ihren Atemwegen, wie eine neue Studie ergeben hat, die in der medizinischen Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurde. Dies deutet darauf hin, dass Patienten länger als bisher angenommen infektiös sein könnten.

Auch im Mittelwert (Median) konnte die Ribonukleinsäure des Coronavirus, die dessen Erbgut trägt, noch 20 Tage nach der Infektion in Atemwegsproben von genesenen Patienten nachgewiesen werden, so die chinesischen Ärzte. Es könnte daher deutlich schwieriger werden, die Pandemie einzudämmen.

Der neue Coronavirus hat sich bereits in 118 Länder der Erde ausgebreitet. Etwa 125.000 Menschen sind infiziert, seit der Virus Ende letzten Jahres im chinesischen Wuhan erstmals auftauchte. Teils drastische Bemühungen der chinesischen Behörden und Eindämmungsversuche in anderen Ländern konnten die weltweite Ausbreitung nicht verhindern.

Die Ergebnisse ihrer Studie hätten "wichtige Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung bei der Patientenisolierung und auf die Anleitung zur Dauer der antiviralen Behandlung", schreiben Fei Zhou von der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und die anderen Autoren.

Derzeit beträgt die empfohlene Isolationsdauer lediglich 14 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus. Das entspricht etwa der maximalen Dauer des Fiebers. Wenn Menschen jedoch noch einen längeren Zeitraum nach dem Verschwinden ihrer Symptome ansteckend bleiben, so kann es vorkommen, dass sie den Erreger auch nach der Rückkehr aus der Quarantäne noch in sich tragen und ihn unwissentlich an andere weitergeben.

Die chinesischen Wissenschaftler untersuchten die medizinischen Aufzeichnungen und Labordaten von 191 Covid-19 Patienten, die im Jinyintan-Krankenhaus und im Lungenkrankenhaus von Wuhan behandelt wurden, darunter 54 Patienten, die in dem Krankenhaus an der Infektion starben.

Die Studie zeigte auch, dass Nicht-Raucher, Frauen und junge Menschen und ansonsten gesunde Patienten statistisch betrachtet eine bessere Chance haben, den Virus erfolgreich zu bekämpfen und zu überleben. Die Herkunft des Virus ist den Forschern der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften zufolge aber weiterhin unbekannt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Die Verlierer der Hormus-Krise: Wie viel mehr zahlt die EU für fossile Energieimporte?
02.09.2026

Die Krise um die Straße von Hormus hat fossile Energie weltweit verteuert. Besonders hart trifft es laut CREA die Europäische Union: Bei...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
02.09.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Politik
Politik Sanktionen wegen Drohne in Leipzig: Moskau weist Vorwürfe zurück
02.09.2026

Russland weist die Strafmaßnahmen Deutschlands im Zuge der nicht gezündeten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig als...

DWN
Panorama
Panorama Explosion nahe Augsburgs Hauptbahnhof: Was wir wissen
02.09.2026

Nach einer Explosion am Augsburger Hauptbahnhof untersuchen Experten einen Gegenstand, der sich später als harmlos herausstellt. Was...

DWN
Politik
Politik Einkommensteuer: Klingbeil verteidigt Steuerreform – Kritik an Reiche
02.09.2026

Finanzminister Klingbeil sieht in der Steuerreform einen wichtigen Schritt. Zu Kritik aus dem Wirtschaftsministerium sagt er: "Das ist doch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Halberstädter Würstchen sind Geschichte: Ostdeutsches Unternehmen schließt Fabrik
02.09.2026

Hohe Kosten haben das traditionsreiche Unternehmen Halberstädter aus Sachsen-Anhalt in die Insolvenz getrieben. Ein neuer Investor ließ...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schwedischer Konzern übernimmt deutsche Sportmarken
02.09.2026

Der Sportartikelhersteller Uhlsport aus Balingen auf der schwäbischen Alb rüstet zahlreiche Fußballteams aus. Jetzt greift ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kaffeepreis: Neue EU-Regeln könnten Kaffee drastisch verteuern
02.09.2026

Bis zu 332 Prozent mehr für Kaffee: Ein EU-Szenario zeichnet ein drastisches Bild für Europas Kaffeetrinker. Doch während neue...