Politik

Corona: Russland hat gestern Nacht um 0.00 Uhr seine Grenzen für Ausländer geschlossen

Auch in Russland steigt die Zahl der Corona-Fälle, so dass das Land jetzt zu teilweise drastischen Maßnahmen greift.
18.03.2020 06:46
Aktualisiert: 18.03.2020 06:46
Lesezeit: 1 min
Corona: Russland hat gestern Nacht um 0.00 Uhr seine Grenzen für Ausländer geschlossen
Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat die Grenzen für Ausländer dicht gemacht. (Foto: dpa) Foto: Mikhail Klimentyev

Russland hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0:00 Uhr seine Grenzen für nicht-russische Staatsbürger geschlossen. Diese Regelung gegen die Verbreitung des Coronavirus soll bis zum 1. Mai gelten. Nur wenige Personengruppen dürfen weiterhin einreisen. Dazu zählen Ausländer mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis, offizielle Delegationen oder Mitarbeiter von Botschaften und Konsulaten.

Damit ergreift das Land immer schärfere Maßnahmen. Zuletzt war der Flugverkehr in die EU und nach Deutschland weiter eingeschränkt worden. So waren nur noch die Hauptstädte der EU-Länder angeflogen worden. Die AHK Moskau schließt auf ihrer Website nicht aus, dass der Flugverkehr weiter verringert und sogar vollständig eingestellt wird.

Darüber hinaus hat die Stadt Moskau am 16. März einen Erlass veröffentlicht, der das öffentliche Leben erheblich einschränkt und bis zum 10. April gilt. Dazu gehört ein vollständiges Verbot von Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern. Das gilt sowohl für Business-Veranstaltungen wie Konferenzen oder Messen als auch für Freizeitveranstaltungen.

Hintergrund: Auch hier treten täglich neue Fälle auf – und zwar in allen 15 Regionen des Landes. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti, die sich auf einen offiziellen Bericht des russischen Staates stützt. So haben die Behörden von 16. bis 17. März insgesamt 21 Patienten mit Neuinfektionen registriert. Vier davon sind in der Hauptstadt Moskau aufgetreten, der Rest verteilt sich auf das gesamte Land. Die infizierten Personen befinden sich den Angaben zufolge in Quarantäne. Darüber hinaus versuchen die Behörden zu ermitteln, mit wem sie Kontakt gehabt haben könnten.

"Damit ist die Zahl der Infizierten innerhalb von 24 Stunden von 93 auf 114 gestiegen. 104 der Neuinfizierten haben sich im Ausland angesteckt. 109 befinden sich in den Krankenhäusern, wovon 106 einen leichten und unspezifischen Krankheitsverlauf aufweisen“, sagte die stellvertretende Premierministerin und Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa. Hintergrund: RIA Novosti zufolge hat Russland seit Januar etwas mehr als 50.000 Menschen untersucht, wovon etwa 16.400 bis zum 16. März unter ärztlicher Kontrolle geblieben sind.

Die AHK Moskau hat auf ihrer Website eine Liste veröffentlicht, auf der die wichtigsten Fragen für Ausländer beantwortet werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiepreise setzen Haushalte unter Druck: Wie die EU Stromkosten senken will
11.03.2026

Die EU-Kommission stellt einen neuen Energieplan vor, mit dem Haushalte in Europa spürbar bei den Stromkosten entlastet werden sollen....

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
11.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Finanzen
Finanzen Gerresheimer-Aktie im freien Fall: Jahresabschluss verschoben, SDAX-Ausschluss droht – was der Bilanzskandal für Anleger bedeutet
11.03.2026

Für die Gerresheimer-Aktie reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach Bilanzfehlern und Untersuchungen der BaFin verzögert sich...

DWN
Politik
Politik EU-Rüstungsprogramm Safe: Polens Präsident lehnt EU-Rüstungskredite ab
11.03.2026

44 Milliarden für Polens Rüstung? Präsident Nawrocki blockiert ein EU-Programm und setzt auf eigene Ideen. Was steckt hinter dem...

DWN
Politik
Politik Abgelehnte Asylbewerber: Fast zwei Drittel aller Abschiebeversuche 2025 gescheitert
11.03.2026

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Zahl der Abschiebungen deutlich zu steigern. Es dürfte ihr nicht gefallen, dass...

DWN
Politik
Politik IEA: Deutschland gibt wegen Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei
11.03.2026

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche schnellt der Ölpreis in die Höhe. Um dagegen anzugehen, wird jetzt ein seltenes...

DWN
Politik
Politik Spritpreise in Polen: Warum die Tankfüllung in Polen deutlich günstiger ist
11.03.2026

Die explodierenden Kraftstoffpreise treiben viele deutsche Autofahrer nach Polen, um deutlich günstiger Benzin oder Diesel zu tanken. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DIW: Iran-Krieg trifft deutsche Wirtschaft wenig - aber treibt Preise
11.03.2026

Mit dem Anstieg der Ölpreise wachsen die Sorgen um die Konjunktur in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist eher...