Deutschland

Elektro-Industrie plädiert für Aufrechterhaltung der Produktion

Der Verband für die Elektroindustrie widerspricht Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die ein Zurückfahren der Produktion wegen der Krise fordern.
07.04.2020 09:00
Lesezeit: 1 min
Elektro-Industrie plädiert für Aufrechterhaltung der Produktion
Die Produktion der Elektroindustrie müsse gerade in Zeiten der Pandemie aufrechterhalten bleiben, findet der Fachverband ZVEI. (Foto: dpa) Foto: Jens B

Der deutsche Verband für die Elektroindustrie ZVEI zeigt sich überzeugt, dass der Kampf gegen das Coronavirus gerade auch in diesen Tagen eine leistungsstarke und produzierende Industrie voraussetzt. „Um die Pandemie-Notfallpläne umzusetzen, müssen unsere Medizintechnik-Unternehmen weiter produzieren können“, erklärt ZVEI-Präsident Michael Ziesemer. „Das setzt voraus, dass die Lieferketten und Logistik gewährleistet und die Belegschaften weiterhin in die Unternehmen kommen können.“

Der ZVEI reagiert damit auf Stimmen, die ein Herunterfahren der europäischen Industrieproduktion nach chinesischem Vorbild fordern. Beispielsweise ist gerade die Autobranche dabei, ihre Produktionsstätten zu drosseln. Solche Maßnahmen hält ZVEI-Chef Ziesemer für seine Industrie hingegen nicht für sinnvoll:

„Gerade jetzt brauchen wir mehr Beatmungsgeräte, mehr Computertomographen und vieles andere mehr und nicht weniger. Unsere Unternehmen für die Automatisierungstechnik beispielsweise sorgen mit dafür, dass die Produktion in den Pharmazie-Unternehmen nicht ins Stocken gerät. Ein grundsätzliches Herunterfahren der Industrie wäre deshalb nicht zielführend. In dieser schwierigen Situation will die Industrie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten.“

Zusätzlich appellierte der Funktionär an die Unternehmen, dass sie für ihre Mitarbeiter die höchsten Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu gehöre auch, dass der derzeit notwendige Mindestabstand voneinander gewahrt werden müsse.

Hintergrund: Eine Stärke der Medizintechnik ist die Früherkennung, eine zügige und zielgenaue Diagnose von Erkrankungen sowie ein begleitendes Monitoring im Behandlungsverlauf. Noch wichtiger aber sind die Maßnahmen der Akut-Therapie. Medizinische Geräte zur Therapie und Unterstützung von Behandlungen leisten gerade in diesen herausfordernden Zeiten einen wertvollen Beitrag um COVID-19 Patienten bei der Gesundung zu unterstützen. Deswegen hat der Fachverband ZVEI vielfältige Informationen auf seiner Website bereitgestellt, wie das Virus bekämpft werden kann. So heißt es in einer Presse-Erklärung: „Der ZVEI unterstützt in diesem Zusammenhang auch den Aufbau einer bundesweiten Datenbank für Beatmungsplätze, die zur Vorbereitung auf einen möglichen Anstieg von schwerkranken Corona-Patienten eingerichtet wurde und Ärzten freie Kapazitäten aufzeigen soll.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Impuls versus reale Werte

Am Montag hat ein einzelner Social-Media-Beitrag von Donald Trump die Finanzmärkte um 1,7 Billionen US-Dollar bewegt – und zwar nicht...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Wettbewerbsfähigkeit: Hinter verschlossenen Türen wächst die Angst
29.03.2026

Europa galt lange als stabiler Wirtschaftsraum mit klaren Regeln und berechenbaren Märkten. Doch hinter den Kulissen wächst die Sorge,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Iran-Krieg verschiebt Kräfteverhältnisse am Himmel: Europäische Airlines profitieren – wie lange noch?
29.03.2026

Stillgelegte Flughäfen, steigende Ticketpreise und neue Flugrouten: Der Iran-Krieg verändert die Dynamik im globalen Luftverkehr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biotech-Strategie: Warum Gubra bewusst auf spätere Deals setzt
29.03.2026

Ein Biotech-Unternehmen stellt seine Strategie radikal um und geht bewusst höhere Risiken ein. Gubra will Wirkstoffe länger selbst...

DWN
Politik
Politik Ehegattensplitting vorm Aus? Die Institution Ehe soll tiefgreifend verändert werden
28.03.2026

Beim Ehegattensplitting wird das Einkommen beider Ehe- oder Lebenspartner gemeinsam versteuert, was sich lohnt, wenn einer deutlich weniger...

DWN
Finanzen
Finanzen Prediction Markets: Der Machtkampf um ein neues Finanzsystem eskaliert
28.03.2026

Ein digitaler Milliardenmarkt wächst rasant und entzieht sich klassischen Regeln. Prediction Markets verbinden Wetten und Finanzgeschäfte...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnimmobilienmarkt: Wo Investoren jetzt und in Zukunft Rendite finden
28.03.2026

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt stabilisiert sich spürbar. Preise steigen wieder, Transaktionen nehmen zu und Kapital kehrt zurück. Doch...

DWN
Technologie
Technologie Neuer Skoda Epiq im Check: City-SUV mit cleveren Details kommt im Herbst
28.03.2026

Der Skoda Epiq will ab Herbst den Markt der günstigen Elektro-SUVs aufmischen. Mit viel Platz, cleveren Details und moderner Technik...

DWN
Politik
Politik Krieg im Iran: Rückenwind oder Risiko für Netanjahu?
28.03.2026

Israel steht erneut im Krieg mit dem Iran, während im Inland politische Spannungen wachsen. Viele Bürger unterstützen die Angriffe, doch...