Deutschland

Weil Stromversorgung in Gefahr ist? Energieversorger kasernieren hunderte Mitarbeiter am Arbeitsplatz ein

Der Energieversorger E.on hat hunderte Mitarbeiter am Arbeitsplatz einkaserniert, damit sie diesen nicht mehr verlassen. Auch andere Energie-Konzerne bereiten ähnliche Maßnahmen vor.
04.04.2020 08:03
Lesezeit: 1 min
Weil Stromversorgung in Gefahr ist? Energieversorger kasernieren hunderte Mitarbeiter am Arbeitsplatz ein
Blick auf ein Umspannwerk. (Foto: dpa) Foto: Patrick_Pleul

Der Energieversorger E.on hat hunderte Mitarbeiter, welche an neuralgischen Punkten für die deutsche Stromversorgung arbeiten, am Arbeitsplatz einkaserniert. Neben Schlafmöglichkeiten gebe es dort auch psychologische Betreuung und Ablenkungsmöglichkeiten wie Videospiele, berichtet die Welt.

Johannes Teyssen, der Vorstandsvorsitzende von E.on, sprach demnach von „mehreren Hundert Mitarbeitern“, die „kaserniert“ würden. „Für die wird es jetzt nicht angenehm“, sagte Teyssen. „Unsere Mitarbeiter fragen nicht zuerst, ob sie Homeoffice machen dürfen, sondern wo sie gebraucht werden.“

E.on kontrolliert in Deutschland Stromnetze mit einer Gesamtlänge von 350.000 Kilometern und hält zahlreiche Beteiligungen an regionalen Energieverbünden wie Avacon, Edis, Bayernwerk und HanseWerk. Auch Gasleitungen mit einer Gesamtlänge von 51.000 Kilometern kontrolliert der Konzern. Europaweit werden so mehr als 50 Millionen Haushalte mit Strom, Gas und Wärme versorgt.

Die Welt berichtet weiter: Beim Regionalversorger Bayernwerk zum Beispiel „standen noch Feldbetten aus alter Zeit“, sagte Teyssen. „Die werden wieder benutzt.“ Die Mitarbeiter der Netzleitwarte „wohnen jetzt da, und die sehen auch niemand anderen aus dem Haus“. In der Nähe anderer Betriebsstätten habe E.on auch „Herbergen komplett angemietet“. Dort dürfe ebenfalls „niemand anderes das Haus betreten“.

Auch der nordwestdeutsche Regionalnetzbetreiber EWE soll Kasernierungen vorbereiten, ebenso wie einige ostdeutsche Betreiber von Braunkohlekraftwerken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik KI-Steuer, steuerfreie Einkommen, Grundeinkommen? Zeit für einen Systemwechsel
13.08.2026

Wenn Erwerbsarbeit nicht mehr die Existenz sichert: Künstliche Intelligenz frisst Arbeitsplätze, Inflation und Steuern fressen Löhne,...

DWN
Technologie
Technologie KI: Beim Geld hört das Vertrauen auf
13.08.2026

KI-Agenten dürfen künftig vieles erledigen – nur beim eigenen Geld ziehen viele Menschen eine klare Grenze. Während das Vertrauen ins...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Befristungen treffen Berufseinsteiger besonders hart
13.08.2026

Der deutsche Arbeitsmarkt wird bei Jobs auf Zeit zwar insgesamt stabiler. Doch ausgerechnet junge Menschen starten besonders häufig mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Bafög: Kabinett bringt Erhöhung auf den Weg
13.08.2026

Bafög-Empfänger bekommen mehr Geld. Die Erhöhung kommt in mehreren Schritten. Der erste davon soll zum Sommersemester 2027 umgesetzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Smart City Index 2026 entlarvt den großen Technik-Irrtum
13.08.2026

Sensoren, Apps und digitale Plattformen gelten als Schlüssel für die Stadt der Zukunft. Doch der Smart City Index 2026 zeigt, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Chipaktien treiben Nasdaq nach oben, da Inflationsbericht Sorgen vor Fed-Zinserhöhung dämpft
12.08.2026

Spannung an den US-Märkten: Warum die jüngsten Wirtschaftsdaten Anleger aufatmen lassen und welche Sektoren jetzt besonders profitieren.

DWN
Panorama
Panorama Besonderer Blick nach oben: Sonnenfinsternis über Europa
12.08.2026

Zuerst wird die Sonnenscheibe am rechten unteren Rand angeknabbert. Dann bildet sich eine Sichel, die wandert. Ist die Sonne untergegangen,...

DWN
Politik
Politik Rente und Pension im Vergleich: Wie groß die Unterschiede wirklich sind
12.08.2026

Die Renten sind im Schnitt deutlich niedriger als die Beamtenpensionen. Eine neue Auswertung aus dem Bundestag zeigt erhebliche...