Target 2: Forderungen der Bundesbank im Eurosystem nähern sich der Billionenmarke

 

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07.04.2020 16:09  Aktualisiert: 07.04.2020 16:09
Die Forderungen der Bundesbank gegenüber andere Euro-Zentralbanken nähert sich der Marke von einer Billion Euro. Die Marke dürfte bald überschritten werden.
Target 2: Forderungen der Bundesbank im Eurosystem nähern sich der Billionenmarke
Das Euro-Zeichen vor der alten Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)
Foto: Uwe Anspach

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Mit den ausgeweiteten Anleihekäufen der EZB nähern sich die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken der Billionenmarke. Die als deutscher Target2-Saldo bekannte Kennziffer stieg im März um 113,6 Milliarden auf nunmehr 935,1 Milliarden Euro und damit den höchsten Stand seit Juni 2019, wie aus aktuellen Daten der Bundesbank hervorgeht.

Die Target2-Salden zeigen die Verbindlichkeiten und Forderungen an, die bei den nationalen Notenbanken beim grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr der Kreditinstitute entstehen, der in der Euro-Zone über das Verrechnungssystem Target2 abgewickelt wird. Deutschland ist dabei der größte Gläubiger. Der größte Schuldner ist die italienische Zentralbank, deren Saldo zwischen Februar und März von 384.71 Milliarden Euro auf nun 491.64 Milliarden Euro stieg, wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet. Der bisherige Höchststand des italienischen Saldos wurde im August bei etwa über 492 Milliarden Euro erreicht.

Die Bundesbank führt den Anstieg des deutschen Target2-Saldos im März auf verschiedene Einflussfaktoren zurück: "Dazu zählen die üblichen Stichtagseffekte, die am Quartalsende immer stark ausgeprägt sind", erklärte die deutsche Zentralbank. "Außerdem haben die Effekte der geldpolitischen Maßnahmen, insbesondere der ausgeweiteten Ankaufprogramme, zum Anstieg beigetragen." Die Bundesbank rechnet damit, dass die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken weiter zunehmen könnten: "Auf mittlere Sicht bleiben die Geldpolitik und das Marktumfeld entscheidend."

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwarb im März im Rahmen ihres seit 2015 laufenden Kaufprogramms Schuldtitel der Euro-Länder im Volumen von 33,75 Milliarden Euro. Allein auf italienische Anleihen entfielen rund 35 Prozent. Das ist deutlich mehr als die von der EZB gesetzten Regeln für das von der Coronakrise hart getroffene Land eigentlich vorsehen. Mit den Käufen halten die Währungshüter die Anleiherenditen im Zaum. Damit sorgen sie dafür, dass sich die Euro-Länder weiterhin vergleichweise günstig am Kapitalmarkt refinanzieren können.

Manche Beobachter sehen darin eine Gefahr: Sie fürchten, dass die Bundesbank auf den Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte der Währungsraum auseinanderbrechen. Andere Volkswirte halten diese Befürchtungen für übertrieben.


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