Politik

Turbulenzen am Ölmarkt belasten den Dax schwer

Kurz nach Handelsbeginn verlor der Dax 2,39 Prozent und ging auf 10.421,16 Punkten zurück. Auslöser dieser negativen Entwicklung sind die Turbulenzen am Ölmarkt
21.04.2020 10:38
Aktualisiert: 21.04.2020 10:38
Lesezeit: 1 min
Turbulenzen am Ölmarkt belasten den Dax schwer
Hessen, Frankfurt/Main: Ein Aktienhändler reibt sich auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse die Augen. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Unter dem Eindruck der Turbulenzen am Ölmarkt hat der Dax am Dienstag kräftige Abschläge verbucht. In der ersten Stunde nach dem Handelsstart belief sich das Minus auf 2,39 Prozent bei 10.421,16 Punkten. Die in der vergangenen Woche erreichten 10.820 Punkte seien möglicherweise bereits der Höhepunkt der jüngsten Erholungsrally gewesen, hieß es von Charttechnik-Experten.

Angebot und Nachfrage am Ölmarkt klaffen derzeit stark auseinander, die Preise sind im Keller. «Solche Preisasymmetrien wie am Ölmarkt setzen nicht nur Ölförderunternehmen unter Druck, sie ziehen oft auch größere Handelsverluste bei Investmentbanken und Hedgefonds nach sich, die dann wiederum Geld aus andere Anlagen wie etwa Aktien oder Anleihen abziehen müssen», sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Dies dürfte noch zu erheblichen Kursturbulenzen an den internationalen Finanzmärkten führen, so die dpa.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es im frühen Dienstagshandel um 1,27 Prozent auf 22 175,68 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 2,4 Prozent.

Neben den Verwerfungen am Ölmarkt kommen aktuell noch Spekulationen über die politische Entwicklung in Nordkorea ins Spiel, da der Machthaber des Landes, Kim Jong Un, sich Berichten zufolge nach einer Operation in kritischem Zustand befindet.

Die Papiere von SAP sanken um gut zweieinhalb Prozent. Überrascht hat laut Börsianern die Nachricht, dass Jennifer Morgan als Co-Vorstandschefin den Softwarekonzern verlassen und somit Christian Klein der alleinige Vorstandschef sein werde, zumal die beiden als Duo erst vor gut einem halben Jahr angetreten seien.

Mit 273 Euro erreichten die Aktien von Sartorius einen weiteren Höchststand, obwohl der Konzern die Dividende auf den Prüfstand stellt. Der Pharma- und Laborausrüster verspricht den Anlegern für das Gesamtjahr nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 19 Prozent nach zuvor 10 bis 13 Prozent. Zuletzt gewannen Sartorius-Aktien an der MDax-Spitze fast sieben Prozent.

Angesichts der mit dem Ölpreis-Schock einhergehenden Sorgen um die Lage der Weltwirtschaft gerieten insgesamt vor allem zyklische und konjunktursensible Werte unter Druck. Im Dax zeigte sich dies an den Aktien von MTU, Infineon und HeidelbergCement, die als schwächste Index-Werte um bis zu fünf Prozent einbüßten. Vorne im Dax fanden sich mit Beiersdorf, Eon und Munich Re defensivere Werte, wobei Beiersdorf die einzigen im Plus waren mit etwas mehr als einem Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Chips aus Sachsen: Infineon eröffnet im Juli neue Chipfabrik in Dresden
20.02.2026

Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte von Infineon. Fünf Milliarden Euro investiert Deutschlands größter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krka Generika: Wie Innovationen Preise und Märkte revolutionieren
20.02.2026

Der slowenische Pharmakonzern Krka entwickelt Generika, die den Markt verändern und Patienten besser versorgen sollen. Trotz fallender...

DWN
Politik
Politik NATO unter Druck: USA drängen auf Ende der Irak-Mission und Truppenabbau im Kosovo
20.02.2026

Die USA drängen in der NATO auf einen Kurswechsel und stellen Auslandseinsätze zunehmend infrage. Steht das Bündnis vor einer...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan
20.02.2026

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P. Morgan...

DWN
Politik
Politik KEF-Bericht: Kommt eine neue Empfehlung zum Rundfunkbeitrag?
20.02.2026

Eine Expertenkommission legt einen neuen Bericht zum Rundfunkbeitrag vor. Diesmal könnte auch eine aktualisierte Empfehlung zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Breite Allianz für faire Bezahlung: Mehrheit fordert Tarifpflicht bei Staatsaufträgen
20.02.2026

In der Debatte um die Verwendung öffentlicher Gelder zeichnet sich ein deutlicher Stimmungsumschwung ab: Eine große Mehrheit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktureller Frühling: Unternehmensstimmung in der Eurozone überrascht positiv
20.02.2026

Die Wirtschaft in der Eurozone startet mit unerwartetem Rückenwind in das Frühjahr, da sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar...

DWN
Politik
Politik Pakt für den Sozialstaat: Grüne signalisieren Union und SPD Reformbereitschaft
20.02.2026

Die Fraktionsspitze der Grünen zeigt sich offen für einen parteiübergreifenden Schulterschluss, um den deutschen Sozialstaat grundlegend...