Politik

Richtig reagiert: Slowakei hat die wenigsten Corona-Toten

Der Slowakei ist es in der Corona-Krise gelungen, die Zahl der Todesopfer niedrig zu halten. Das kleine Land hat offenbar das Richtige getan.
30.04.2020 14:13
Aktualisiert: 30.04.2020 14:13
Lesezeit: 1 min
Richtig reagiert: Slowakei hat die wenigsten Corona-Toten
Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei, mit Schutzmaske. (Foto: dpa) Foto: Michal Sv

Die Slowakei, ein Binnenstaat mit 5,5 Millionen Einwohnern, hat seine Schulen, Geschäfte und Grenzen früher als jedes andere Land geschlossen. Diese Schnelligkeit war offenbar entscheidend. Politiker und TV-Moderatoren trugen schon Gesichtsmasken, als die Regierung dies noch nicht zur Pflicht gemacht hatte.

Denn sechs Wochen nach der ersten gemeldeten Infektion in dem Land hat die Slowakei lediglich 18 Todesopfer zu beklagen und steht laut Daten der John-Hopkins-Universität vom 26. April auf der europäischen Liste der Pro-Kopf-Todesfälle mit nur 3,3 Corona-Toten pro eine Million Einwohner an letzter Stelle.

Corona-Tote pro eine Million Einwohner:

  • Spanien - 496,2
  • Italien - 440
  • Frankreich - 350,9
  • Großbritannien - 307
  • Deutschland - 71,6
  • Ungarn - 28,1
  • Tschechien - 20,6
  • Polen - 14,1
  • Slowakei - 3,3

Laut Eva Schernhammer, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie an der Medizinischen Universität Wien, ist die Schnelligkeit ist das Entscheidende. "Es wäre ideal, die Epidemie in einem Stadium einzudämmen, in dem man die Kontakte jedes einzelnen neuen Falles zurückverfolgen kann", sagte sie zu Bloomberg. Im Nachhinein betrachtet habe die Slowakei das Richtige getan.

Der Regierende der Region Bratislava, Juraj Droba, schloss zwei Tage nach der Meldung des ersten Falls und damit sogar schon eine Woche vor dem Rest des Landes, die Schulen, weil er "sehen konnte, was in Italien passiert". In der Region Bratislava leben mehr als 10 Prozent der slowakischen Bevölkerung.

Der slowakische Chef-Gesundheitsinspektor Jan Mikas befahl der Polizei, einen Konvoi von Skifahrern, die aus Österreich zurückkehrten, anzuhalten und sie unter Aufsicht unter Quarantäne zu stellen. Etwa 60 dieser Personen wurden positiv getestet. Nun ist die Slowakei dabei, die Wirtschaft langsam wieder zu öffnen, nachdem sie durch den Lockdown gelähmt wurde, der in kleineren Ländern leichter durchzusetzen ist.

"Wenn der Trend anhält, können wir sagen, dass wir die Situation unter den Länder mit am besten gehandhabt haben", sagt Martin Smatana, der Leiter des Instituts für Gesundheitspolitik der slowakischen Regierung, das die Ausbreitung des Virus modelliert. "In der Mehrheit der Bevölkerung breitet sich das Virus nicht aus."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Zufall mit System: Die entscheidende Rolle von RNGs im Gaming

Viel mehr als Würfel-Glück: Erfahre, wie Zufallsgeneratoren von Slot-Klassikern bis hin zu KI-Welten für Fairness, Immersion und echten...

DWN
Politik
Politik Analyse: Nein, es gibt keine Aussicht auf Frieden in der Ukraine
09.06.2026

Weder militärisch noch diplomatisch gibt es eine Aussicht auf einen Waffenstillstand, geschweige denn auf Frieden im Krieg zwischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Außenhandel gewinnt trotz Iran-Unsicherheit an Fahrt
09.06.2026

Chinas Exporte legen erneut kräftig zu. Der Außenhandel bleibt eine zentrale Stütze der Wirtschaft – und verschärft zugleich...

DWN
Politik
Politik EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer
09.06.2026

Ursula von der Leyen will mit neuen Sanktionen den Druck auf Russland weiter erhöhen. Diesmal rücken auch Soldaten in den Fokus – und...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX & Co: Warum sie trotz Kurswachstum nicht jetzt einsteigen sollten
09.06.2026

Das Ende einer neunwöchigen Aufwärtsbewegung der Indizes und die schlechteste Woche für Bitcoin seit 2022.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chefs, Stress und Traurigkeit: Wie unglücklich wir bei der Arbeit sind – und welche Lösungen es gibt
09.06.2026

Viele Beschäftigte sind der Meinung, jederzeit einen neuen Job finden zu können. Trotzdem wechseln nur wenige ihren Arbeitgeber, obwohl...

DWN
Politik
Politik Irland gerät wegen Russland-Exporten unter Druck
09.06.2026

Ein irisches Werk liefert offenbar Aluminiumoxid an einen russischen Konzern, dessen Produkte laut Recherchen in der Rüstungsindustrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entlassungswelle: Kurz und schmerzhaft – wie Kündigungen in Deutschland ablaufen
09.06.2026

Kündigungen in Deutschland nehmen stark zu und viele Arbeitnehmer trifft eine Entlassung überraschend, schnell und oft ohne Abfindung....

DWN
Technologie
Technologie Deutschland ist erstmals seit 2023 Netto-Exporteur von Strom
09.06.2026

Lange galt Deutschland als Stromimporteur, jetzt kippt die Bilanz überraschend wieder ins Plus. Vor allem die Windkraft sorgt für einen...