Politik

Corona und Hunger: Das Flüchtlingslager Moria enttarnt die Lügen der EU

Im Flüchtlingslager Moria werden hungrige Menschen bei der Essensausgabe wie Tiere behandelt. Corona-Schutzmaßnahmen gibt es nicht. Die Flüchtlinge und Migranten enthüllen, dass alle Grundwerte der EU das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.
02.05.2020 14:47
Aktualisiert: 02.05.2020 14:47
Lesezeit: 1 min
Corona und Hunger: Das Flüchtlingslager Moria enttarnt die Lügen der EU
Die Grundwerte der EU haben keine Bedeutung mehr. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

Aus einem Video geht hervor, wie die Essensausgabe für Flüchtlinge im griechischen Flüchtlingslager Moria abläuft. Die Bilder sind verstörend, zumal es der EU, aber auch den USA und Russland, völlig egal ist, ob die Flüchtlinge wie Menschen behandelt werden. In Moria sterben aktuell alle Grundwerte der Europäischen Union. Dazu zählen ganz offiziell die Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Minderheitenrechte.

Ansgar Gilster von der Kammer für Migration und Integration von der EKD hat das Video über Twitter veröffentlicht und teilt dazu mit: “Frühstücksausgabe in #Moria. Wie eine Fütterung im Zoo. Eingeschweißte Brötchen werden in die Menge geworfen. Unwürdig, ungerecht und unverantwortlich angesichts von #COVID19. Was für ein niedriges und niederträchtiges Spiel mit Menschenleben. #LeaveNoOneBehind.”

Das Mitglied des EU-Parlaments, Erik Marquardt, teilt über Twitter mit: “Überall Abstandsregeln, aber bei der Essensausgabe in #Moria werden unwürdig Crossaints in die Menge geworfen. Wie man so unwillig sein kann, wenigstens irgendetwas gegen die nahende Corona-Katastrophe zu tun, lässt mich ratlos zurück. #leavenoonebehind.”

Aus Angst vor einem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie auch in ihrem Camp hatten Hunderte Migranten Ende April den Eingang des berüchtigten Lagers von Moria auf der griechischen Insel Lesbos blockiert. Sie trugen Transparente mit dem Spruch: "Freiheit für alle. Wir sind Covid-19 ausgesetzt", wie der örtliche staatliche Regionalsender ERT-Nordägäis und Nachrichtenportale der Insel Lesbos übereinstimmend am Mittwoch berichteten. Es waren in drei Camps auf dem griechischen Festland zahlreiche Coronavirus-Infektionen festgestellt worden. Diese Lager wurden in Quarantäne gestellt.

Aktuell halten sich rund 38.500 Migranten und Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln auf. In den vergangenen drei Monaten hatten die Behörden bereits rund 11.000 Menschen aus den völlig überbelegten Lagern auf das Festland gebracht - vor allem Kranke und Menschen, die gute Chancen auf Asyl oder Flüchtlingsschutz in der EU haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Warum die Notenbank plötzlich umschwenken könnte
29.04.2026

Die EZB steht vor einer heiklen Leitzinsentscheidung, die die Märkte nervös macht. Eine Zinserhöhung im Juni gilt plötzlich als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bitumenpreis in Europa steigt: Iran-Krieg verteuert Straßenbau
29.04.2026

Der Iran-Krieg treibt den Bitumenpreis nach oben und verschärft die Kostenlage in Europas Bauwirtschaft. Wie stark können steigende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland verliert Zuversicht: AfD nutzt Stimmungskrise
29.04.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert erneut an Zuversicht, während schwache Konjunkturdaten und der Aufstieg der AfD den Druck auf die...

DWN
Politik
Politik Einkommensteuerreform: Merz offen für höhere Reichensteuer
29.04.2026

Die Regierung hat sich eine größere Einkommensteuerreform vorgenommen. Nach mehreren anderen Unionspolitikern signalisiert nun auch der...

DWN
Politik
Politik Gesundheitsreform auf dem Weg: Das sind die wichtigsten Änderungen
29.04.2026

Die Bundesregierung hat die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht. Der Gesetzesentwurf bringt für Versicherte zahlreiche Änderungen –...

DWN
Panorama
Panorama Sommerurlaub 2026: Studie erwartet Kerosinknappheit und steigende Ticketpreise
29.04.2026

Allianz Trade warnt vor teuren Tickets und Kerosinzuschlägen: Iran-Krieg lässt Sorge vor Kerosin-Engpass wachsen. Fluggesellschaften...

DWN
Politik
Politik Deutsche Geburtenrate: Zahlen fallen auf historischen Tiefstand
29.04.2026

So wenige Babys wie seit 1946 nicht mehr: Die Geburtenzahl in Deutschland sinkt 2025 laut neuen Daten auf ein historisches Tief....

DWN
Finanzen
Finanzen Brutto-Netto-Rechner 2026: So berechnet sich Ihr Nettogehalt wirklich
29.04.2026

Ein Brutto-Netto-Rechner liefert in Sekunden verständlich und strukturiert, wie sich Ihr Nettogehalt zusammensetzt, welche Abzüge 2026...