Deutschland

Über 10.000 Menschen treten in München aus Kirche aus

In der deutschen Erzdiözese München und Freising sind im vergangenen Jahr über 10.000 Menschen aus der Kirche ausgetreten.
05.06.2020 00:19
Lesezeit: 1 min
Über 10.000 Menschen treten in München aus Kirche aus
Der Generalvikar der Erzdiözese München und Freising hält am Freitag (03.12.2010) auf einer Pressekonferenz in München (Oberbayern) den unabhängigen Bericht über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Bayern in Händen. (Foto: dpa) Foto: Andreas Gebert

Im vergangenen Jahr ist eine Rekordzahl von Mitgliedern aus der Kirche in der deutschen Erzdiözese München und Freising ausgetreten. Die Austritte beliefen sich auf 10.744 Personen. Im Vorjahr gab es noch 8.995 Austritte, berichtet The Catholic Telegraph.

Die Kirche in Deutschland wird größtenteils durch eine von der Regierung erhobene Kirchensteuer finanziert. Wenn eine Person als Katholik registriert ist, gehen acht bis neun Prozent ihrer Einkommenssteuer an die Kirche. Die einzige Möglichkeit, die Zahlung der Steuer einzustellen, besteht darin, eine offizielle Erklärung abzugeben, in der die betroffene Person auf ihre Mitgliedschaft in der Kirche verzichtet.

Während die Zahl der Katholiken, die aus der Kirche ausgetreten ist, seit den 1960er Jahren stetig zugenommen hat, ist das Einkommen der Kirche gestiegen. Laut einem Bericht der deutschen Bischofskonferenz stieg das Einkommen der Kirche im Jahr 2018 auf 6,64 Milliarden Euro.

Im Juni sandte Papst Franziskus einen 28-seitigen Brief an die deutschen Katholiken, in dem er sie aufforderte, sich angesichts einer „wachsenden Erosion und Verschlechterung des Glaubens“ auf die Evangelisierung zu konzentrieren.

In einem Interview mit dem Spiegel am 22. Mai erörterte Kardinal Marx seine Amtszeit als Präsident der Bischofskonferenz und sein neues Buch „Freiheit“, das am 25. Mai veröffentlicht wurde. Er sagte, dass er sich konservativ fühlte, obwohl er als liberal dargestellt wurde. „Als 15-Jähriger gefiel mir nicht, dass nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil alte Zeremonien und Bilder vielerorts abgeschafft wurden. Traditionen sind auch etwas Wichtiges“, erklärte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ob AfD-Beben oder Zerreißprobe – Bundeskanzler Merz steckt in der Bredouille
06.09.2026

Die Wahl in Sachsen-Anhalt könnte zum Wendepunkt für die CDU und ihren Vorsitzenden werden. Zwischen einem historischen AfD-Erfolg und...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD klar vor CDU bei Sachsen-Anhalt-Wahl
06.09.2026

Die AfD distanziert die CDU. Die SPD bleibt stabil, die Linke büßt Stimmen ein. Die Grünen schaffen es in den Landtag, das BSW kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Kurzlaufende Staatsanleihen sind nach dem Zinsanstieg für Sparer attraktiver
06.09.2026

Kurzlaufende Staatsanleihen mit einer Rendite von nahe drei Prozent sind ein Grund, das Wissen aufzufrischen: Wie können Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Von Titan bis Neodym: So abhängig ist Europas Rüstungsindustrie von Russland und China
06.09.2026

Flugzeugstrukturen, Triebwerke und Raketenkörper brauchen hochreinen Titanschwamm, und die Hälfte davon stammt aus China und Russland....

DWN
Finanzen
Finanzen Die serbische Börse ist die rentabelste der Welt? Das muss ein Fehler sein
06.09.2026

Der serbische Aktienindex Belex15 soll laut Bloomberg seit Jahresbeginn mehr als 515.000 Prozent Gesamtrendite erzielt haben. Doch ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Warum Projekte scheitern – und wie Sie den Kollaps verhindern
06.09.2026

Stuttgart 21 als Warnung für den Mittelstand: Atreus-Experte Thomas Gläßer erklärt, warum Projekte scheitern, welche Ursachen...

DWN
Politik
Politik Dexit: Was von Europa ohne Deutschland bliebe
06.09.2026

Ein Dexit galt lange als politisches Randthema. Doch wenn die AfD weiter zulegt, wird der Austritt Deutschlands aus EU, Euro und Schengen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ratan Tata im Porträt: Das Auto war zu billig, um ein Erfolg zu werden
06.09.2026

Ratan Tata wollte indischen Familien ein sicheres und bezahlbares Auto geben. Der Tata Nano wurde als billigstes Auto der Welt gefeiert,...