Deutschland

Mehrwertsteuer-Senkung: Lebensmittel sollen günstiger werden

Lebensmittelketten und Discounter haben angekündigt, die steuerlichen Vorteile aus der Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucher weiterzugeben. Damit dürften Lebensmittel günstiger werden.
05.06.2020 12:50
Lesezeit: 1 min
Mehrwertsteuer-Senkung: Lebensmittel sollen günstiger werden
28.02.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Pokrent: Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs liegen auf einem Küchentisch in einem Privathaus. (Foto: dpa) Foto: Jens B

Beim Einkauf von Lebensmitteln sollen Kunden niedrigere Kosten durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer haben. Lebensmittelketten und Discounter kündigten an, die steuerlichen Vorteile an die Verbraucher weiterzugeben. „In der aktuellen Situation kommt es mehr denn je darauf an, die Verbraucher zu entlasten und das Konsumklima in Deutschland zu stärken“, teilte Edeka am Freitag mit. Auch die Edeka-Tochter Netto will von Juli an „viele unserer Produkte deutlich im Preis senken und so alle unsere Kundinnen und Kunden an der Mehrwertsteuersenkung ganz direkt teilhaben lassen“.

Ähnlich äußerten sich andere Branchenvertreter. „Wir haben jetzt eine Menge Arbeit damit. Aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen – und werden das auch an die Kunden weitergeben“, sagte ein Sprecher der Supermarktkette Rewe. Aldi Nord und Süd teilten der Lebensmittelzeitung mit, die Discounter würden die „deutschen Verbraucher bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise“ unterstützen. Die Mehrwertsteuersenkung werde „in Form von günstigeren Preisen an die Kunden“ weitergegeben. Lidl und die Tochter Kaufland planen dies ebenfalls: „Wir werden alle Produkte des täglichen Bedarfs mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 16 anstatt 19 Prozent und dem ermäßigten Satz von 5 anstatt 7 Prozent anbieten“, hieß es in einer Mitteilung.

Handelsexperten haben allerdings Zweifel, ob auch andere Branchen den Schritt mitgehen. „Es wird sich zeigen, ob jeder Unternehmer den Vorteil an die Verbraucher weitergibt“, sagte die Steuerberaterin und Umsatz-Steuerexpertin der Beratung Bakertilly, Marion Fetzer. Gerade bei kleineren Geschäften oder Restaurants seien Preisveränderungen schwerer nachvollziehbar.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich darauf geeinigt, beide Steuersätze zu senken - von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Gelten sollen die neuen Steuersätze vom 1. Juli bis 31. Dezember. Das soll die durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogene Konjunktur ankurbeln. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) forderte den Handel auf, die Steuersenkung an die Verbraucher weiterzugeben - zwingen kann er die Geschäfte aber nicht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dow schließt deutlich höher, während sich die Wall Street erholttitle
15.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren und Einzelwerte die jüngste Erholung an den US-Börsen angetrieben haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
15.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...